SAN FRANCISCO / LONDON (IT BOLTWISE) – Die KI-Plattform von Anthropic steht vor großen Herausforderungen. Aufgrund eines massiven Ansturms auf die Serverinfrastruktur sieht sich das Unternehmen gezwungen, drastische Nutzungsbeschränkungen für seine KI-Modelle Claude einzuführen. Nutzer aller Tarife sind von höheren Kosten und geringerer Verfügbarkeit betroffen.

Anthropic, ein führendes Unternehmen im Bereich der Künstlichen Intelligenz, steht vor einer erheblichen Herausforderung: Die Nachfrage nach seinen KI-Modellen Claude hat die Serverinfrastruktur an ihre Grenzen gebracht. Seit dem 4. April 2026 gelten daher strikte Nutzungsbeschränkungen, die sowohl Power-User als auch Entwickler hart treffen. Die einst offenen Zugänge der Gründungsphase sind Geschichte, und die Nutzer müssen sich auf höhere Kosten und geringere Verfügbarkeit einstellen.
Die neuen Richtlinien betreffen insbesondere die Stoßzeiten an Werktagen zwischen 14:00 und 20:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit, wenn die Nachfrage von Unternehmen ihren Höhepunkt erreicht. In diesen Stunden werden die Session-Limits für alle Abonnenten rigoros durchgesetzt. Die Situation wurde durch das Auslaufen einer Off-Peak-Promotion Ende März verschärft, die zuvor die Nutzungslimits in den Abendstunden und am Wochenende verdoppelt hatte.
Zusätzlich zu den Nutzungsbeschränkungen kämpft Anthropic mit einem technischen Fehler in der Entwicklungsumgebung Claude Code. Nutzer berichten von einem extrem schnellen Verbrauch ihres Kontingents, was auf einen Bug im Prompt-Caching-System zurückzuführen ist. Dieser Fehler führt dazu, dass die KI unnötig ganze Konversationsverläufe neu verarbeitet, was die Token-Kosten erheblich in die Höhe treibt.
Um den Herausforderungen zu begegnen, hat Anthropic ein granulareres Abo-Modell eingeführt. Während der Claude Pro-Tarif bei 20 US-Dollar im Monat bleibt, sind die Max-Tarife für Profis deutlich teurer geworden. Trotz dieser Anpassungen berichten selbst Top-Zahler von Sperren während intensiver Coding-Sessions, was die anhaltenden Infrastruktur-Engpässe verdeutlicht.
Die jüngste Eskalation betrifft auch Drittanbieter-Tools wie OpenClaw, die seit dem 3. April verboten sind. Diese Tools umgingen die offizielle Schnittstelle und ermöglichten individuelle Automatisierungen, verbrauchten jedoch auch überproportional viele Ressourcen. Anthropic drängt Nutzer nun zu offiziellen Integrationen und der API, um die Ressourcenverteilung besser kontrollieren zu können.
Der Fokus von Anthropic auf „Constitutional AI“ priorisiert Sicherheit und Zuverlässigkeit, was jedoch die GPU-Ressourcen zusätzlich belastet. Das Unternehmen arbeitet an Effizienzsteigerungen, um die Peak-Time-Beschränkungen bis Sommer 2026 wieder lockern zu können. Kurzfristig müssen Nutzer jedoch mit weiterer Volatilität bei den Session-Limits rechnen.
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