BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass 78 Prozent der deutschen Bevölkerung die Abhängigkeit von Energieimporten als bedrohlich empfinden. Die Befragten wünschen sich verstärkte Investitionen in erneuerbare Energien, um die Importabhängigkeit zu reduzieren. Der Bundesverband Solarwirtschaft warnt vor den Plänen der Bundesregierung, die Förderung von Solarstromanlagen zu beschneiden.

Die Abhängigkeit Deutschlands von Energieimporten, insbesondere von fossilen Energieträgern wie Gas und Öl, wird von der Bevölkerung zunehmend als bedrohlich wahrgenommen. Eine Umfrage des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar) ergab, dass 78 Prozent der Befragten diese Abhängigkeit als eher oder stark bedrohlich empfinden. Diese Sorge wird durch aktuelle geopolitische Krisen wie den Ukraine-Krieg und die Spannungen im Nahen Osten verstärkt, die die Versorgungssicherheit gefährden und die Energiepreise in die Höhe treiben.
Die Umfrage, die im März 2026 von YouGov durchgeführt wurde, zeigt auch, dass 68 Prozent der Teilnehmer eine Reduktion der Importabhängigkeit durch den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien und Speichertechnologien befürworten. Diese Ergebnisse spiegeln den Wunsch der Bevölkerung wider, die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten zu verringern und die heimische Energieproduktion zu stärken.
Der BSW-Solar kritisiert Pläne des Bundeswirtschaftsministeriums, die Förderung von Solarstromanlagen ab 2027 zu reduzieren. Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Verbandes, warnt davor, dass solche Maßnahmen den Ausbau erneuerbarer Energien ausbremsen und die Abhängigkeit von Energieimporten verlängern könnten. Dies würde nicht nur die deutsche Wirtschaft belasten, sondern auch die Energiekosten für Haushalte und Unternehmen erhöhen.
Der Anteil der Photovoltaik an der deutschen Stromerzeugung hat im vergangenen Jahr die Braunkohle und das Erdgas überholt. Laut Umweltbundesamt ersetzt Solarstrom bereits einen erheblichen Anteil des Stroms aus fossilen Quellen. Solaranlagen haben zudem den Vorteil, dass sie kaum Betriebskosten verursachen und dadurch die teuren Gaskraftwerke im Strommarkt verdrängen können, was zu einer nachhaltigen Senkung der Börsenstrompreise führt.
Die Analyse des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme zeigt, dass der Ausbau erneuerbarer Energien seit 2022 entscheidend dazu beigetragen hat, die Auswirkungen steigender Erdgaspreise auf den Börsenstrompreis zu mildern. Dennoch sei der Ausbau noch nicht ausreichend, um Deutschland unabhängig von geopolitischen Schocks zu machen. Der BSW-Solar betont die Notwendigkeit, den Ausbau erneuerbarer Energien weiter voranzutreiben, um langfristig eine stabile und unabhängige Energieversorgung zu gewährleisten.
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