TORONTO / LONDON (IT BOLTWISE) – Ein innovatives Startup aus Toronto nutzt Künstliche Intelligenz, um gescheiterte Medikamente neu zu bewerten und ihnen eine zweite Chance zu geben. Biossil Inc. hat bereits mehrere Moleküle lizenziert und plant, diese in erfolgreiche Therapien umzuwandeln.

In der Welt der Biotechnologie gibt es viele gut finanzierte Unternehmen, die versuchen, mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz neue Moleküle zu entwickeln, die als milliardenschwere Medikamente auf den Markt kommen könnten. Doch bisher hat es noch keines dieser Unternehmen geschafft, ein solches Medikament tatsächlich auf den Markt zu bringen. Ein Startup aus Toronto verfolgt jedoch einen anderen Ansatz: Biossil Inc. nutzt KI, um gescheiterte Medikamentenkandidaten, die in fortgeschrittenen klinischen Studien gescheitert sind, neu zu bewerten.
Die Gründer von Biossil, Anthony Mouchantaf und Dr. Alexander Mosa, haben eine Softwareplattform entwickelt, die auf den großen Sprachmodellen von OpenAI basiert. Diese Plattform durchsucht die riesige Menge an gescheiterten Medikamentenkandidaten, um vielversprechende Moleküle zu identifizieren, die eine zweite Chance verdienen. Durch den Erwerb oder die Lizenzierung dieser Moleküle von ihren ursprünglichen Entwicklern hofft Biossil, die Kosten und die Zeit, die normalerweise für die Entwicklung neuer Medikamente erforderlich sind, erheblich zu reduzieren.
Seit seiner Gründung im Jahr 2023 hat Biossil bereits zehn Moleküle erworben oder lizenziert, von denen sich zwei in fortgeschrittenen klinischen Studien befinden. Das Unternehmen plant, für drei dieser wiederbelebten Medikamente eine bedingte Zulassung zu beantragen. Biossil arbeitet mit mehr als 20 Universitäten und Forschungskrankenhäusern in Kanada, den USA und Europa zusammen, darunter das Hospital for Sick Children in Toronto, die Harvard University und die Mayo Clinic.
Der Ansatz von Biossil unterscheidet sich von anderen Unternehmen, die KI zur Medikamentenentwicklung nutzen. Während andere Unternehmen versuchen, neue Moleküle zu entwerfen, konzentriert sich Biossil darauf, bestehende Moleküle zu analysieren und deren Potenzial neu zu bewerten. Diese Strategie könnte nicht nur die Entwicklungskosten senken, sondern auch die Zeit bis zur Markteinführung erheblich verkürzen.
Ein Beispiel für den Erfolg von Biossil ist das Molekül Senicapoc, das ursprünglich von Johnson & Johnson entwickelt wurde. Obwohl es in klinischen Studien nicht die gewünschten Ergebnisse erzielte, entdeckte Biossil, dass es bei der Verhinderung des Abbaus roter Blutkörperchen vielversprechend ist. Diese Erkenntnis führte dazu, dass Biossil die Rechte an dem Molekül erwarb und eine neue klinische Studie in Kanada durchführt.
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