LONDON (IT BOLTWISE) – Eine neue Wallet-Technologie verspricht, Bitcoin vor den Risiken der Quantencomputing-Ära zu schützen, ohne dass eine Änderung des Netzwerks erforderlich ist. Entwickler von Postquant Labs haben das Quip Network vorgestellt, das eine post-quantum Bitcoin-Wallet bietet, die auf einer Smart-Contract-Schicht basiert. Diese Lösung könnte die Debatte über die Zukunft der Bitcoin-Sicherheit entscheidend beeinflussen.

Die Entwickler hinter einem neuen Wallet-Produkt behaupten, eine Lösung für die Risiken des Quantencomputings gefunden zu haben, die keine Änderungen am Bitcoin-Netzwerk erfordert. Postquant Labs hat das Quip Network vorgestellt, das eine post-quantum Bitcoin-Wallet bietet, die auf einer Smart-Contract-Schicht basiert. Diese Schicht läuft parallel zu Bitcoin und nutzt das Arch Network, um Smart Contracts direkt an Bitcoin zu verankern, anstatt auf einer separaten Kette oder durch Wrapped Tokens zu arbeiten.
Quip verwendet diese Infrastruktur, um ein post-quantum Signaturschema namens WOTS+ (Winternitz One-Time Signature) auf die bestehende Sicherheit von Bitcoin aufzusetzen. WOTS+ ist eine bewährte kryptografische Technik, die nicht auf die elliptische Kurvenmathematik angewiesen ist, die ein Quantencomputer knacken könnte. Durch die Nutzung einer “Layer 2”-Lösung, einer separaten Netzwerkschicht, die auf Bitcoin aufbaut und Transaktionen verarbeitet, können Entwickler Funktionen hinzufügen, ohne die Basisstruktur von Bitcoin zu verändern.
Die Bitcoin-Community hat eine Lösung für das Quantenproblem seit Jahren hinausgezögert, obwohl Satoshi selbst das Problem diskutiert hat. Laut Colton Dillion, CEO von Postquant Labs, könnte jede Protokollaktualisierung 5 bis 10 Jahre dauern, aber mit dem Ansatz von Quip wird ein ähnlicher Schutz sofort bereitgestellt. Die Einführung erfolgt inmitten einer aktiven Debatte darüber, wie Bitcoin auf das Quantenrisiko reagieren sollte.
Prominente Entwickler wie Jameson Lopp haben BIP-361 vorgeschlagen, das eine schrittweise Abschaffung von quantenanfälligen Adressen vorsieht. Paul Sztorc schlägt hingegen einen umstrittenen eCash-Hard Fork vor, der Bitcoin kopieren und sieben Sidechains, darunter eine quantenresistente, einführen würde. Beide Vorschläge stoßen auf Widerstand in der Community. Quip argumentiert, dass weder ein Soft Fork noch eine Konsensänderung notwendig sind, um Bitcoin zu schützen.
Die technische Debatte dreht sich um die Frage, ob Layer-2-Schutz wie der von Quip ausreicht, da Bitcoin-Mainnet-Öffentlichkeitskeys beim Senden einer Transaktion immer noch ein Ziel für zukünftige Quantenangriffe darstellen könnten. Der Ansatz von Quip reduziert jedoch das Zeitfenster für einen Quantenangriff auf nur zwei Blöcke, etwa 20 Minuten. Die Bitcoin-Community bleibt gespalten, während die Entwicklung von Quantencomputern weiter voranschreitet.
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