LEIPZIG / LONDON (IT BOLTWISE) – Das Leipziger Biotechnologie-Startup Primogene hat in einer Seed-Finanzierungsrunde 4,1 Millionen Euro eingesammelt, um die industrielle Produktion von Muttermilchmolekülen zu revolutionieren. Diese Moleküle sind entscheidend für die Entwicklung des Immunsystems und die Darmgesundheit, insbesondere bei Frühgeborenen. Mit einem innovativen enzymatischen Verfahren plant Primogene, diese bioaktiven Stoffe kosteneffizient und skalierbar herzustellen.

Das Leipziger Biotechnologie-Startup Primogene GmbH hat kürzlich in einer Seed-Finanzierungsrunde 4,1 Millionen Euro erhalten, angeführt vom High-Tech Gründerfonds (HTGF). Weitere Investoren sind der Technologiegründerfonds Sachsen (TGFS), better ventures und andere. Dieses Kapital wird genutzt, um die Produktionskapazitäten zu erweitern, das IP-Portfolio weiterzuentwickeln und strategische Partnerschaften zu fördern.
Im Mittelpunkt der Technologie von Primogene stehen komplexe bioaktive Moleküle, die in der Natur vorkommen, insbesondere in Muttermilch. Diese Moleküle sind entscheidend für die Entwicklung des Immunsystems, die Darmgesundheit und kognitive Prozesse, vor allem bei Frühgeborenen. Studien zeigen, dass gestillte Kinder später im Leben ein besseres Immunsystem haben und weniger anfällig für Allergien sind.
Besonders hervorzuheben sind humane Milcholigosaccharide (HMOs), wie das komplexe Molekül DSLNT. Diese Stoffe sind bisher schwer und kostenintensiv im industriellen Maßstab herzustellen. Primogene setzt auf ein enzymatisches Herstellungsverfahren, das es ermöglicht, diese Moleküle naturidentisch, nachhaltig und skalierbar zu produzieren. Dieser Ansatz verspricht im Vergleich zu klassischen fermentativen Verfahren geringere Kosten und bessere Skalierbarkeit.
Die Plattformtechnologie von Primogene ist nicht nur auf Säuglingsnahrung beschränkt. Die hergestellten Moleküle finden auch Anwendung in der Unterstützung der Darmgesundheit bei Erwachsenen, der Förderung kognitiver Funktionen im Alter, in Kosmetikprodukten sowie als Rohstoffe für pharmazeutische Anwendungen. Durch die europäische Produktion trägt das Unternehmen zur Stabilisierung kritischer Lieferketten bei.
Primogene hat bereits erste kommerzielle Erfolge erzielt und arbeitet mit starken Forschungspartnern wie dem Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie zusammen. Diese Kooperationen zielen darauf ab, das Potenzial der Moleküle zur Prävention von Infektionskrankheiten zu erforschen und klinisch relevante Anwendungen zu entwickeln. Mit der neuen Finanzierung plant Primogene, seine Produktion zu skalieren, das Team auszubauen und gezielt Partnerschaften einzugehen, insbesondere im Bereich Säuglingsnahrung und Functional Food.
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