BRÜSSEL / LONDON (IT BOLTWISE) – Die EU hat neue Leitlinien für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz und Datenschutz veröffentlicht. Unternehmen müssen bis August 2026 strenge Auflagen erfüllen, um hohe Bußgelder zu vermeiden. Die Verhandlungen über das Digital Omnibus-Paket sind ins Stocken geraten, was die Unsicherheit für Unternehmen erhöht.

Die Europäische Union hat neue Leitlinien veröffentlicht, die den Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) und Datenschutz regeln. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, bis August 2026 strenge Auflagen zu erfüllen, um hohe Bußgelder zu vermeiden. Die EU-Kommission und der Europäische Datenschutzausschuss (EDPB) haben im April 2026 den Startschuss für gemeinsame Leitlinien gegeben, die das Zusammenspiel von Wettbewerbs- und Datenschutzrecht regeln sollen. Ziel ist es, einen kohärenten Rechtsrahmen zu schaffen, der Unternehmen Klarheit verschafft.
Die EU-KI-Verordnung stellt neue Regeln auf, die viele Unternehmen noch nicht kennen. Ein kostenloser Report klärt auf, welche KI-Systeme als Hochrisiko gelten und was Unternehmen konkret tun müssen. Die Verhandlungen über das Digital Omnibus-Reformpaket, das das Datengesetz, die DSGVO und den AI Act modernisieren soll, sind ins Stocken geraten. Streitpunkt sind Forderungen, bestimmte Branchen von strengen KI-Regeln auszunehmen. Die Verhandlungen sollen Mitte Mai wieder aufgenommen werden.
Unternehmen, die gegen verbotene KI-Praktiken verstoßen, können mit Bußgeldern von bis zu 35 Millionen Euro oder sieben Prozent des globalen Jahresumsatzes bestraft werden. Um den Übergang zu erleichtern, haben die Behörden mehrere technische Rahmenwerke veröffentlicht. Der EDPB hat eine standardisierte Vorlage für Datenschutz-Folgenabschätzungen (DPIA) veröffentlicht, die harmonisieren soll, wie Unternehmen Risiken von Datenverarbeitungen bewerten.
Die Realität in deutschen Unternehmen sieht jedoch anders aus. Eine Studie zeigt, dass 41 Prozent der deutschen Firmen bereits KI nutzen, aber 64 Prozent von ihnen keine formale KI-Strategie haben. Dies führt zur Ausbreitung von “Shadow AI”, bei der Mitarbeiter KI-Tools ohne Genehmigung der IT-Abteilung nutzen. Eine weitere Studie ergab, dass viele britische Unternehmen nicht erklären können, wie sensible Daten verarbeitet werden, sobald KI-Systeme im Ausland zum Einsatz kommen.
Die Durchsetzung europäischer Standards sorgt auch für transatlantische Spannungen. Die EU-Kommission hat Google gezwungen, seine Android-APIs für KI-Konkurrenten zu öffnen. Dies soll kleineren Suchmaschinen und KI-Anbietern Zugang zu Daten ermöglichen, die bisher Googles Plattform vorbehalten waren. Parallel dazu treibt auch die US-Gesetzgebung voran, was zu Spannungen mit kalifornischen Datenschutzbehörden führt.
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