HAMBURG / LONDON (IT BOLTWISE) – Der Hamburger Wirkstoffforscher Evotec steht vor Herausforderungen: Hohe Umbaukosten und weggefallene Lizenzerlöse belasten das Unternehmen. Doch CEO Christian Wojczewski zeigt sich optimistisch und sieht Anzeichen einer Erholung. Die Aktie reagiert verhalten, während Evotec an seiner Prognose festhält.

Der Hamburger Wirkstoffforscher Evotec hat zum Jahresbeginn mit unerwartet hohen Herausforderungen zu kämpfen. Die Umbaukosten und der Wegfall von Lizenzerlösen haben das Unternehmen stärker belastet als von Analysten prognostiziert. Christian Wojczewski, der CEO von Evotec, äußerte sich jedoch zuversichtlich, dass das Unternehmen bald wieder auf Kurs kommen wird. Trotz eines positiven Gesamtmarktes verzeichnete die Aktie einen Rückgang von 1,8 Prozent.
Im ersten Quartal sank der Umsatz um mehr als ein Fünftel auf knapp 157 Millionen Euro. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) fiel von 3,1 Millionen Euro im Vorjahr auf minus 21,9 Millionen Euro. Der Nettoverlust belief sich auf knapp 122 Millionen Euro, fast das Vierfache des Vorjahresverlusts. Wojczewski erklärte, dass mehrere Faktoren zu diesem Ergebnis beigetragen haben, darunter der Wegfall einmaliger Lizenzeinnahmen aus dem Vorjahr und ungünstige Währungseffekte.
Ein schwaches Marktumfeld in der Wirkstoffentwicklung und präklinischen Forschung belastete ebenfalls die Ergebnisse. Doch Wojczewski sieht Anzeichen einer Besserung: Die Stornierungsrate bei Aufträgen ist auf den niedrigsten Stand der letzten zwei Jahre gefallen, und es gibt ein zweistelliges Wachstum bei neuen Aufträgen. Diese Entwicklungen deuten auf eine mögliche Trendwende hin.
Evotec hat sich einer strategischen Neuausrichtung verschrieben, die auf hochwertige Dienstleistungen und spezifische Therapiegebiete abzielt. Das Unternehmen plant, sein Projektportfolio zu reduzieren und stärker auf Automatisierung und Künstliche Intelligenz zu setzen. Bis Ende 2027 sollen die Kosten um 75 Millionen Euro gesenkt werden. Dazu gehört auch die Schließung von vier Standorten, um die Kernkompetenzen in sogenannten Exzellenzzentren zu bündeln.
Die Neuausrichtung von Evotec umfasst auch eine Fokussierung auf vier Therapiefelder: Onkologie, neurodegenerative Erkrankungen, Herz-Kreislauf- sowie Stoffwechsel- und Nierenerkrankungen. Trotz der aktuellen Herausforderungen hält Evotec an seiner Prognose fest und erwartet für 2026 einen Umsatz von 700 bis 780 Millionen Euro. Bis 2030 plant das Unternehmen, den Umsatz auf über eine Milliarde Euro zu steigern, unterstützt durch steigende Lizenzzuflüsse und Meilensteinzahlungen aus Kooperationen mit Unternehmen wie Bristol-Myers Squibb.
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