BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Der Bundesrat hat umfassende Steueränderungen beschlossen, die sowohl Autofahrer als auch Unternehmen betreffen. Besonders im Fokus stehen die Förderung von Elektroautos und die Vereinfachung der Pendlerpauschale. Unternehmen müssen sich zudem auf die verpflichtende Einführung elektronischer Rechnungen einstellen.

Der Bundesrat hat im Mai 2026 weitreichende Steueränderungen beschlossen, die sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen betreffen. Eine der bedeutendsten Neuerungen ist die Förderung von Elektroautos. Käufer von reinen Stromern können rückwirkend ab dem 1. Januar 2026 staatliche Zuschüsse von bis zu 6.000 Euro erhalten. Diese Förderung ist an ein zu versteuerndes Jahreseinkommen von maximal 80.000 Euro gebunden, wobei die Grenze für Familien mit zwei Kindern auf 90.000 Euro steigt. Die Basisprämie beträgt 3.000 Euro, und Interessenten sollten die Anträge schnell stellen, da die Mittel begrenzt sind.
Für Unternehmen gibt es ebenfalls Änderungen, insbesondere bei der Abrechnung von Firmenwagen mit Elektroantrieb. Seit Jahresbeginn müssen Arbeitgeber die tatsächlich verbrauchte Strommenge abrechnen, da pauschale Monatssätze abgeschafft wurden. Diese präzisere Besteuerung stellt viele Nutzer vor die Frage nach der rentabelsten Versteuerungsmethode. Ein kostenloser Excel-Rechner kann hier helfen, die optimale Steuerstrategie zu ermitteln, indem er die 1%-Regelung mit der Fahrtenbuch-Methode vergleicht.
Die Pendlerpauschale wurde vereinfacht und beträgt nun einheitlich 38 Cent pro Kilometer ab dem ersten Kilometer. Dies bedeutet für viele Berufspendler eine Erhöhung der absetzbaren Werbungskosten. Ein Pendler mit 15 Kilometern einfacher Fahrt und 220 Arbeitstagen kann nun 1.254 Euro geltend machen, was 264 Euro mehr als im Vorjahr sind. Die Mobilitätsprämie für Geringverdiener wurde zudem dauerhaft verlängert, sodass auch Personen, die keine Steuern zahlen, Unterstützung erhalten.
Unternehmen stehen vor der Herausforderung, die elektronische Rechnungspflicht zu erfüllen. Ab Januar 2025 müssen alle B2B-Unternehmen in Deutschland E-Rechnungen empfangen können, und ab 2027 müssen Unternehmen mit mehr als 800.000 Euro Jahresumsatz elektronisch abrechnen. Diese Pflicht wird 2028 auf fast alle Betriebe ausgeweitet, mit Ausnahmen nur für Kleinstunternehmen. Wer dann noch Papierrechnungen verschickt, riskiert den Vorsteuerabzug. Eine Umfrage von Ende 2025 zeigte, dass nur 24 Prozent der Firmen bereit für den Versand konformer E-Rechnungen waren.
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