BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Bluetooth-Kopfhörer sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Trotz kursierender Gerüchte über gesundheitsschädliche Strahlung gibt es keine wissenschaftlichen Belege für solche Behauptungen. Experten betonen, dass die Strahlungsleistung dieser Geräte weit unter den gesetzlichen Grenzwerten liegt.

Bluetooth-Kopfhörer sind heute ein fester Bestandteil des täglichen Lebens, sei es beim Sport, auf dem Weg zur Arbeit oder einfach beim Entspannen. Trotz ihrer Beliebtheit gibt es immer wieder Diskussionen über die potenziellen Gesundheitsrisiken, die von der Strahlung dieser Geräte ausgehen könnten. Im Internet kursieren zahlreiche Warnungen, die auf die Nutzung ähnlicher Frequenzen wie bei Mikrowellen hinweisen. Doch Fachleute sind sich einig: Es gibt keine wissenschaftlichen Belege, die auf eine Gesundheitsgefahr durch Bluetooth-Kopfhörer hindeuten.
Die Technologie hinter Bluetooth-Kopfhörern basiert auf hochfrequenten elektromagnetischen Feldern, die im Bereich von etwa 2,45 Gigahertz arbeiten. Diese Frequenz ist vergleichbar mit der von WLAN und Mikrowellenherden. Entscheidend für mögliche gesundheitliche Auswirkungen ist jedoch nicht nur die Frequenz, sondern vor allem die Leistung der Geräte. Laut dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) nutzen Bluetooth-Kopfhörer nur eine sehr geringe Leistung im Milliwatt-Bereich, was weit unter der Leistung eines Mikrowellenherds liegt.
Florian Kohn, wissenschaftlicher Referent im Kompetenzzentrum Elektromagnetische Felder beim BfS, erklärt, dass die Leistung von Bluetooth-Kopfhörern so gering ist, dass sie nicht zu einer relevanten Erwärmung des Gewebes am Ohr führen kann. Im Vergleich dazu haben Smartphones eine deutlich höhere Sendeleistung, die jedoch ebenfalls unter den gesetzlich festgelegten Grenzwerten bleibt. Die spezifische Absorptionsrate (SAR) ist ein Maß für die Energieaufnahme des Körpergewebes und zeigt, dass Bluetooth-Geräte weit unter den empfohlenen Grenzwerten liegen.
Wer dennoch die Strahlenbelastung im Kopfbereich reduzieren möchte, kann auf kabelgebundene Kopfhörer zurückgreifen. Allerdings weist Expertin Sarah Drießen darauf hin, dass dann das Smartphone häufig näher am Körper getragen wird, was zu einer höheren Belastung durch das Mobiltelefon führen kann. Thomas Zwick vom Karlsruher Institut für Technologie betont, dass elektromagnetische Strahlung im Mikrowellenbereich vielfach untersucht wurde, bisher jedoch ohne Nachweis für Erkrankungen beim Menschen bei Einhaltung der Grenzwerte.
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