FRANKFURT / LONDON (IT BOLTWISE) – Trotz der anhaltenden Spannungen im Nahen Osten zeigt sich der DAX robust. Der deutsche Leitindex schloss am Montag leicht im Plus, während Anleger auf positive Signale aus anderen Regionen hoffen. Die Märkte reagieren moderat auf die geopolitischen Unsicherheiten und suchen nach neuen Impulsen, insbesondere im Hinblick auf den bevorstehenden Staatsbesuch von Donald Trump in China.

Der DAX hat am Montag trotz der anhaltenden Spannungen im Nahen Osten eine stabile Performance gezeigt. Der deutsche Leitindex schloss mit einem leichten Plus von 0,05 Prozent bei 24.350,28 Punkten. In der Vorwoche hatte der DAX aufgrund von Entspannungssignalen noch den höchsten Stand seit Kriegsbeginn Ende Februar erreicht. Auch der MDAX, der die mittelgroßen Börsenunternehmen umfasst, konnte um 0,86 Prozent auf 31.448,76 Punkte zulegen.
Die geopolitischen Spannungen zwischen den USA und dem Iran bleiben bestehen, nachdem US-Präsident Donald Trump die jüngste Antwort des Irans auf seinen Vorschlag für eine diplomatische Lösung als “völlig inakzeptabel” bezeichnete. Trotz weiterer Drohungen von Trump zeigte sich der Iran unbeeindruckt und stellte eigene Forderungen. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu betonte, dass der Konflikt fortgesetzt werde, bis Fragen zum iranischen Atomprogramm geklärt seien. Diese Entwicklungen führten zu einem Anstieg des Ölpreises zu Wochenbeginn.
Marcel Mußler, Herausgeber der gleichnamigen Börsen-Briefe, kommentierte, dass die Reaktion der Anleger auf die enttäuschenden Nachrichten aus dem Nahen Osten “ausgesprochen moderat” ausgefallen sei. Er hob hervor, dass die Aktienmärkte derzeit für positive Nachrichten wesentlich empfänglicher seien als für negative. Solange eine neue Eskalation nicht ausgeschlossen sei, könne der Konflikt jedoch nicht ausgeblendet werden. Analysten erwarten im weiteren Wochenverlauf neue Impulse durch den Staatsbesuch von Trump in China, der möglicherweise positive Signale für die Weltwirtschaft senden könnte.
Auch an den europäischen und amerikanischen Aktienmärkten zeigten sich die Anleger am Montag wenig beeindruckt vom Thema Iran. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 schloss knapp 0,3 Prozent tiefer, während Zürich auf der Stelle trat und London Gewinne verzeichnete. In New York führten moderate Kursanstiege zu Bestmarken des marktbreiten S&P 500 sowie des Tech-Auswahlindex NASDAQ 100.
Im DAX führte GEA mit einem Kursminus von 4,9 Prozent die Verliererliste an. Experten fanden an den Quartalszahlen des Anlagenbauers wenig auszusetzen, monierten jedoch die schwache Barmittelentwicklung. Die Aktien von Hannover Rück sanken nach ihrem Zwischenbericht um 2,6 Prozent, da sie unter einer schwachen Entwicklung des Rückversicherungsgeschäfts im Bereich Schaden und Unfall litten.
Zu den Spitzenwerten im Leitindex zählte dagegen Eon mit einem Plus von 1,9 Prozent. Die Privatbank Metzler sieht für Energienetzbetreiber Aufholpotenzial und rät deshalb nun zum Kauf der Aktie. Noch gefragter waren die Aktien der Chemieunternehmen BASF und Brenntag sowie der Branchenkollegen LANXESS, Evonik und WACKER CHEMIE aus dem MDax.
Bei MDax-Spitzenreiter Delivery Hero konnten sich die Aktionäre über einen Kurssprung von 18 Prozent freuen. Großaktionär Prosus verkaufte einen fünfprozentigen Anteil an dem Essenlieferdienst an den Investmentfonds Aspex, was den Druck auf Delivery-Hero-Gründer und -Chef Niklas Ostberg erhöhen dürfte. Aspex hatte sich zuvor für einen Wechsel an der Konzernspitze stark gemacht, falls das Management die angekündigten Vermögensverkäufe nicht umsetze.
Für das Index-Schlusslicht TKMS ging es trotz überwiegend erfreulicher Quartalszahlen um 6,6 Prozent bergab. Die Anteile des Marineschiffbauers schlossen sich damit dem Negativtrend der Rüstungsbranche an diesem Tag an. Bei HOCHTIEF fielen die Gewinnmitnahmen mit einem Minus von letztlich noch 1,4 Prozent überschaubar aus. Der Baukonzern enttäuschte zwar mit seiner Umsatzentwicklung im ersten Quartal, doch Analysten bescheinigten dem Unternehmen einen insgesamt guten Jahresstart.
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