LONDON (IT BOLTWISE) – Während die Weltgemeinschaft bei der COP30 in Belém, Brasilien, über die Reduzierung von Treibhausgasen diskutierte, blieb ein bedeutender Emittent unberücksichtigt: das Militär. Trotz ihrer erheblichen Auswirkungen auf das Klima werden militärische Emissionen in globalen Inventaren oft nicht erfasst.

Die Diskussionen über den Klimawandel konzentrieren sich oft auf bekannte Sektoren wie Landwirtschaft, Luftfahrt und Industrie. Doch ein bedeutender Emittent bleibt häufig unberücksichtigt: das Militär. Bei der COP30 in Belém, Brasilien, im Jahr 2025 wurde dieser Aspekt erneut übersehen, obwohl militärische Aktivitäten erhebliche Mengen an Treibhausgasen freisetzen. Beispielsweise hat Russlands Invasion in der Ukraine geschätzte 311 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent verursacht, was den jährlichen Emissionen mehrerer europäischer Länder entspricht.
Die militärischen Emissionen sind nicht nur beträchtlich, sondern auch weitgehend unberichtet. Seit den Verhandlungen zum Kyoto-Protokoll in den 1990er Jahren sind Länder von der vollständigen Berichterstattung über militärische Emissionen ausgenommen. Die USA setzten diese Ausnahme aus Sicherheitsgründen durch. Die freiwillige Berichterstattung, die im Pariser Abkommen von 2015 eingeführt wurde, hat zu einem lückenhaften System geführt, in dem die größten militärischen Emittenten wie die USA, China und Russland entweder keine oder unvollständige Daten einreichen.
Ein weiterer Aspekt ist der Wiederaufbau nach Konflikten, der oft mehr Emissionen verursacht als die eigentlichen Kampfhandlungen. Ein Bericht über den Gaza-Konflikt zeigt, dass der Wiederaufbau zerstörter Infrastruktur für den Großteil der 33 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent verantwortlich ist, die in den ersten 15 Monaten des Krieges freigesetzt wurden. Ähnlich verhält es sich mit dem Krieg in der Ukraine, wo die Zerstörung von Wäldern und Infrastruktur erhebliche Emissionen verursacht hat.
Um diese Lücke zu schließen, hat der Internationale Gerichtshof im Juli 2025 festgestellt, dass Staaten verpflichtet sind, die Auswirkungen von Konflikten auf das Klima zu bewerten und zu berichten. Dies könnte ein Schritt in Richtung einer umfassenderen Erfassung von militärischen Emissionen sein. Doch es fehlt an politischem Willen, diese Verpflichtungen in die Praxis umzusetzen. Die reichsten Länder der Welt geben ein Vielfaches mehr für ihre Streitkräfte aus als für Klimafinanzierung in Entwicklungsländern, was die Kluft zwischen militärischen Ausgaben und Klimaschutz weiter vergrößert.
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