MÜNCHEN / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Rohbauarbeiten für den Gebäudekomplex i10 auf dem iCampus im Werksviertel starten ab Ende Juni, nachdem die Abbrucharbeiten abgeschlossen sind. Mit dem Projekt entsteht bis 2028 ein wachsendes Work-Life-Quartier mit insgesamt über 120.000 Quadratmetern Geschossfläche. Neben einem Hotelbaukörper wird ein separater Büro-Pavillon mit 2.800 Quadratmetern Mietfläche realisiert. Der Ausbau zielt auf moderne Betreiber- und Flächenmodelle und bringt zugleich Anforderungen an digitale Infrastruktur, Betriebssicherheit und Datenschutz in den Fokus.

Im Münchner Werksviertel geht es beim iCampus schneller voran als viele Bauzeitpläne es zuvor vermuten ließen: Nach Abschluss der Abbrucharbeiten auf dem rund 4.600 Quadratmeter großen Grundstück beginnt dort ab Ende Juni der Rohbau für den Gebäudekomplex i10. Damit setzt R&S Immobilienmanagement ein zentrales Etappenziel um, denn erst mit der erteilten Baugenehmigung für das Gesamtprojekt konnten die Vorbereitungen formal vollständig in die nächste Bauphase übergehen. Für den Standort bedeutet das vor allem eines: Der iCampus schließt an der Ecke Ampfingstraße/Grafinger Straße seine Lücke nach Osten und wird damit in seiner städtebaulichen Logik konsistenter.
Technisch betrachtet ist der Rohbau-Start nicht nur ein Projektmeilenstein, sondern auch der Zeitpunkt, an dem sich Entscheidungen über die spätere Gebäudeinfrastruktur verdichten. Sobald tragende Strukturen stehen, lassen sich Schnittstellen für Ausbaugewerke wie Haustechnik, Fassadenintegration und der Anschluss an die Quartiersversorgung verbindlich planen. Für Unternehmen, die später Flächen am Campus beziehen, entscheidet dieser Schritt oft darüber, wie gut sich Systeme wie Gebäudeautomation, zuverlässige Netzwerkanbindung und zentrale Betriebsprozesse später skalieren lassen. Gerade im Werksviertel, das auf gemischte Nutzung setzt, steigt die Komplexität der Schnittstellen mit jeder zusätzlichen Nutzungseinheit.
Ökonomisch und markttechnisch ist i10 als „letztes Puzzlestück“ positioniert: Nach Fertigstellung im Jahr 2028 soll der iCampus auf über 120.000 Quadratmeter Geschossfläche wachsen und damit zu einem der bedeutendsten Work-Life-Quartiere der Stadt werden. Das Projekt kombiniert einen Hotelbaukörper mit einem eigenständigen Büro-Pavillon, der rund 2.800 Quadratmeter Mietfläche bereitstellt. Architektur entsteht hier nicht isoliert, sondern als Signal an Betreiber und Nutzer. Der Entwurf stammt von Beer Bembé Dellinger und HENN Architekten, wobei Materialität und Farbgebung das industrielle Erbe des Werksviertels aufnehmen sollen. Ein klares Entrée über U-förmige Hotelbaukörper und den freistehenden Pavillon verknüpft dabei Identität mit Funktion.
Beim Blick auf den Wettbewerb zeigt sich, wie sehr der Hotel- und Büromarkt auf betriebliche Skalierung und Markensicherheit setzt. Für den Hotelbereich ist vorgesehen, dass ein international agierender Betreiber mit digital geführten Design-Hotels rund 126 Zimmer eröffnet, während eine weitere bekannte Hotelkette in diesem Umfeld rund 190 Zimmer realisiert. In der Praxis konkurrieren solche Angebote dann weniger um einzelne Gästegruppen als um die „Kleinteiligkeit“ im Betrieb: Reservierungsfähigkeit, Prozessautomatisierung, Standortmarke und die Anbindung an Mobilitäts- und Veranstaltungszyklen. Experten gehen davon aus, dass Betreiber in wachsenden Quartieren zunehmend Wert auf robuste IT-Betriebskonzepte legen, weil Auslastung und Servicequalität eng mit zuverlässigen Systemen verknüpft sind.
Auch regulatorisch und in Sachen Datenschutz verschiebt sich der Fokus während der Bauphase: Zwar sind Bau- und Genehmigungsprozesse die sichtbaren Schritte, entscheidend sind aber die nachgelagerten Anforderungen an Betriebssicherheit, Zugangskontrollen und die spätere Verarbeitung von Nutzerdaten. Gerade im Kontext von Hotels und Büroflächen treffen unterschiedliche Datenflüsse zusammen, etwa bei Zutritt, Gastkommunikation, Wartungsprozessen und eventuellen Smart-Building-Funktionen. Für Betreiber und Arbeitgeber bedeutet das, von Beginn an Architekturentscheidungen für sichere Netztrennung, Logging und Rechtekonzepte mitzuplanen, um Risiken wie unbemerkte Schatten-IT oder übermäßig breite Zugriffsmöglichkeiten zu vermeiden. In der Vergangenheit scheiterten solche Quartiere eher an Schnittstellen und Prozessdisziplin als am reinen Gebäudevolumen.
Wenn die Hotels bereits vollvermietet sind und das Quartier gleichzeitig bis 2028 wächst, entsteht ein relevanter Ausblick für die Unternehmenslandschaft: Der iCampus kann für künftige Nutzer als Plattform für skalierbare Arbeits- und Aufenthaltsformate dienen, in denen digitale Abläufe als „unsichtbare“ Infrastruktur wahrgenommen werden. Für Entwickler und Betreiber von Unternehmenssoftware liegt hier eine Chance, weil Campus-Ökosysteme häufig standardisierte Integrationen brauchen, etwa für Facility-Management-Prozesse, Identitäts- und Zugriffsmanagement oder Datenanbindung an zentrale Reportingstrukturen. Der nächste logische Schritt wird sein, wie konsequent Betreiber während der Ausbauphase ihre Betriebskonzepte mitdenken: Je früher Sicherheits- und Datenschutzanforderungen im Planungsprozess verankert werden, desto geringer wird später der Anpassungsaufwand. So wird i10 mehr als ein Neubau—es wird ein weiterer Baustein für vernetzte Work-Life-Infrastrukturen im urbanen Raum.
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