FRANKFURT AM MAIN / LONDON (IT BOLTWISE) – IMAXXAM übernimmt das Sportquartier Otto-Fleck-Schneise 6 von einer privaten Investorengruppe in Frankfurt. Das Gebäude war über Jahrzehnte Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes und dient heute als Campus-ähnlicher Standort rund um Eintracht Frankfurt. Nach einer umfassenden Repositionierung inklusive vorbereiteter BREEAM-Zertifizierung sowie PV-Anlage und E-Ladesäulen soll die Immobilie mittelfristig weiter als langfristig vermietetes Renditeobjekt wirken. Für den Standort im Stadtwald nahe dem Deutsche Bank Park bedeutet der Deal vor allem: stabiler Betrieb, ESG-Modernisierung und ein breiter Nutzermix aus Sport- und Ausbildungsinstitutionen.

IMAXXAM setzt auf eine klare Strategie im hart umkämpften Frankfurter Gewerbeimmobilienmarkt: Der Investor übernimmt die Liegenschaft Otto-Fleck-Schneise 6 und macht aus einem ehemaligen Behörden- bzw. Verbandsstandort ein modern aufgestelltes Sportquartier. Das Gebäude lag über fünf Jahrzehnte als Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) im Dornröschenschlaf des Standortgedächtnisses – heute wird es durch Eintracht Frankfurt im Sinne eines campusartigen Betriebs genutzt. Damit adressiert der Deal nicht nur die Frage „Was ist die Immobilie wert?“, sondern auch „Wie gut lässt sie sich in die Zukunft eines Nutzermix aus Sport, Wissenschaft und Weiterbildung übersetzen?“
Technisch und infrastrukturell ist der Kern der Wertschöpfung bereits angelegt: Nach dem Ankauf durch die Verkäufergruppe wurde das Objekt umfassend repositioniert. Für die ESG-Komponente (Environmental, Social, Governance) wird eine Zertifizierung mit dem BREEAM-Rating „Sehr gut“ vorbereitet. Solche Bewertungen wirken in Deutschland zunehmend als realer Treiber für Mieterbindung und Finanzierungskosten, weil sie Effizienz, Umweltwirkungen und Betriebsqualität strukturiert messbar machen. Ergänzt wird das Paket durch eine PV-Anlage und E-Ladesäulen, die vor allem im Energiemanagement und bei Mobilitätsanforderungen der Nutzergruppen (Sportbetrieb, Mitarbeitende, Besucher, Dienstleister) praktische Vorteile liefern.
Für die betriebliche Kontinuität sorgt zudem der Mietzuschnitt: Das Gebäude ist langfristig und vollständig an die Eintracht Frankfurt Fußball AG vermietet. In der Immobilienpraxis gilt das als entscheidendes Stabilitätsargument, weil es Leerstände, Ertragsvolatilität und Verhandlungskosten reduziert. Gleichzeitig nutzt das Sportquartier den Vorteil eines standortnahen, sportorientierten Ökosystems: Neben dem Profi-Umfeld kommen auch das Institut für Sportwissenschaften der Goethe-Universität, der Bund Deutscher Fußball-Lehrer sowie weitere sportnahe Institutionen zum Zuge. Für Investoren bedeutet das einen diversifizierten Nutzerdruck, ohne das Mietmodell zu verwässern – ein Spannungsfeld, das nicht jeder Standort gleichzeitig löst.
Der Markttrend dahinter ist deutlich: In vielen europäischen Städten verschieben sich Gewerbeportfolios weg von reinem „Cashflow durch Flächen“ hin zu „Cashflow durch Plattformen“. Sport- und Bildungsstandorte funktionieren dabei wie eine Art Infrastrukturanker, ähnlich wie Forschungs- oder Technologiestandorte. Die Nähe zum Deutsche Bank Park im Frankfurter Stadtwald spielt dabei als Standortlogik eine große Rolle: kurze Wege, hohe Sichtbarkeit und ein klar wiedererkennbares Nutzungsspektrum erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Betriebsabläufe auch bei wechselnden Team- oder Programmstrukturen tragfähig bleiben. Dass Colliers die Transaktion begleitete und zuvor im Auftrag des DFB die Immobilie vermittelt hat, zeigt zudem, wie stark auch Vermittlungs- und Beratungsleistungen im Wertschöpfungsprozess bleiben.
Aus Wettbewerbersicht ist der Deal auch ein Signal an den Markt: Beratungen wie CBRE oder JLL konkurrieren zwar mit eigenen Vertriebs- und Strukturierungsmodellen, doch gerade bei spezialisierten Immobilienprofilen wird die Fähigkeit zur Nutzer- und Betriebstransformation zum Differenzierungsmerkmal. Colliers wird in diesem Kontext als „Beraterseite“ genannt, PTXRE als exklusiver Berater der Verkäufer. Entscheidend ist weniger der Name als das Ergebnis: eine Neuinterpretation des Objekts, bei der bauliche Maßnahmen (Repositionierung, PV, Ladeinfrastruktur) und Vermietungslogik (vollständige Langfristmiete) zusammenspielen. Für Marktbeobachter ist das ein klassisches Muster, wie man Objektqualität und Mietprofil in Einklang bringt, statt nur einen Bestand „durchzureichen“.
Branchenexperten betonen dabei häufig, dass ESG nicht als reines Etikett verstanden werden darf, sondern als Betriebs- und Kostenfaktor. Die geplante BREEAM-Zertifizierung „Sehr gut“ passt in diesen Ansatz, weil sie weit über Energiekennzahlen hinausgeht und auch Themen wie Gebäudemanagement, Ressourceneinsatz und Prozessqualität adressiert. Gerade bei Objekten, die von mehreren Gruppen gleichzeitig genutzt werden, wird das Thema Betriebsstabilität messbar: Lüftung, Wartungszyklen, Nutzerströme und Energieflüsse müssen im Alltag funktionieren. Im Sportkontext kommt hinzu, dass Zeitfenster für Training, Veranstaltungen und Veranstaltungen stark schwanken können, wodurch ein robustes Anlagen- und Steuerungskonzept praktisch relevant wird.
Das Projekt „Campus Sportdeutschland“ des Landes Hessen bringt zusätzlich eine politische und fördertechnische Komponente in die Gleichung. Wenn öffentliche Programme und private Investoren über Projektlogik zusammenlaufen, entsteht häufig ein Fördersog, der den Standort mittel- bis langfristig mit institutionellem Rückenwind stabilisiert. Für IMAXXAM wirkt der Nutzermix deshalb doppelt: Er erhöht die qualitative Nutzungsdichte und unterstützt zugleich die Narrative gegenüber Kapitalgebern, etwa bei der Bewertung von Risiko und Liquidität. Gleichzeitig ist es wichtig, dass alle Beteiligten klare Compliance- und Datenschutzprozesse einhalten – bei sportnahen Einrichtungen sind zwar nicht zwangsläufig „Sensationsdaten“ im Spiel, aber Gesundheits-, Leistungs- und Trainingsdaten können je nach Programmstellung personenbezogen sein und müssen besonders geschützt werden.
Die technische Seite lässt sich zudem als Baustein für skalierbares Facility-Management lesen. PV und Ladeinfrastruktur sind zwar konkrete Anlagen, entfalten aber ihren Wert erst, wenn sie in ein Energiemanagement eingebettet werden, das Lastspitzen glättet und Betriebskosten vorhersehbar macht. Genau hier treffen sich Immobilienwirtschaft und moderne Steuerungsansätze: Gebäudetechnik wird zunehmend datengetrieben, sodass spätere Optimierungen (z. B. durch Lastmanagement oder bessere Ausnutzung von Eigenstrom) den wirtschaftlichen Hebel vergrößern können. Auch wenn der Deal selbst keine detaillierte Digitalisierungs-Roadmap nennt, zeigt die Kombination aus Repositionierung und Modernisierung, dass das Objekt nicht nur „hübsch renoviert“, sondern als Betriebsplattform gedacht wird.
Mit Blick auf die Marktpositionierung formuliert Colliers-Zielrichtung und Investorenausblick eine klare Linie: Nach erfolgreicher Repositionierung soll die Immobilie erneut am Markt platziert werden. Der CEO Felix von Saucken kommentiert den Schritt entsprechend als Ergebnis der bereits umgesetzten Maßnahmen und der langfristigen Vermietungslogik. Für den Frankfurter Markt ist das deshalb relevant, weil solche Objekte selten sind: Vollvermietete, modernisierte und ESG-nahe Liegenschaften mit einem starken Ankermieter und zusätzlicher institutioneller Nutzung bieten Investoren häufig genau die gewünschte Balance aus Planbarkeit und Zukunftsfähigkeit. Als nächster Entwicklungsschritt sind – abhängig von Nutzerbedarfen und regulatorischen Rahmenbedingungen – weitere Effizienzmaßnahmen, etwa im Gebäudemanagement oder bei Mobilitätskonzepten, wahrscheinlich.
Regulatorisch und energetisch bleibt der Ausblick zugleich anspruchsvoll. Energie- und Nachhaltigkeitsvorgaben werden in der EU und in Deutschland kontinuierlich weiterentwickelt, sodass BREEAM zwar ein starkes Signal sendet, aber laufender Betrieb entscheidend bleibt. Wenn Investoren und Betreiber die Kennzahlen dauerhaft erfüllen wollen, brauchen sie dokumentierte Prozesse, transparente Wartungsplanung und eine klare Verantwortungszuordnung. Gleichzeitig können Digitalisierungsthemen in Facility-Prozessen die Angriffsfläche erhöhen, falls moderne Sensorik oder Schnittstellen genutzt werden; hier gilt es, Sicherheitskonzepte und Zugriffskontrollen frühzeitig einzuplanen. Insgesamt deutet der Deal darauf hin, dass das „Sportquartier im Stadtwald“ nicht nur historisch gewachsen ist, sondern sich als langfristig belastbares Rendite- und Infrastrukturmodell etablieren will – mit messbaren ESG-Bestandteilen als Ausgangsbasis.
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