HAMBURG / LONDON (IT BOLTWISE) – apoprojekt hat im Auftrag von Ampega Asset Management den Mieterausbau eines bislang leer stehenden Bürogebäudes in der Warburgstraße abgeschlossen. Das Leibniz-Institut für Medienforschung (HBI) bezieht auf rund 3.500 Quadratmetern einen neuen Standort mit akustisch optimierten Gemeinschafts- und Arbeitszonen. Zusätzlich wurden Lüftungsanlage, Wärmepumpe, Elektro- und EDV-Infrastruktur sowie eine barrierearme Erschließung inklusive Aufzug modernisiert. Damit liefert der Ausbau zugleich ein Beispiel dafür, wie Bestandsimmobilien heute technisch, organisatorisch und nutzerorientiert für wissenschaftliche Arbeit transformiert werden.

In Hamburg zeigt sich erneut, dass die ernsthafte Transformation von Bestandsimmobilien inzwischen mehr ist als ein kosmetisches Upgrade: apoprojekt hat den Mieterausbau in der Warburgstraße im Auftrag der Ampega Asset Management GmbH termingerecht realisiert und damit ein zuvor weitgehend ungenutztes Bürogebäude wieder in den Betrieb geführt. Das Leibniz-Institut für Medienforschung – Hans-Bredow-Institut (HBI) nutzt die rund 3.500 Quadratmeter als neuen Standort. Entscheidend ist dabei die Kombination aus Flächenlogik, Nutzerführung und technischer Erneuerung: Statt nur Räume herzurichten, wurden Baugewerke und Haustechnik so aufeinander abgestimmt, dass wissenschaftliche Arbeit vom Empfang bis zum Podcast-Studio reibungsarm möglich wird.
Technisch betrachtet beginnt die Qualität des Projekts bereits bei der akustischen Auslegung. Im Erdgeschoss wurden eine Welcome Area, ein multifunktionaler Gemeinschaftsraum und eine Fachbibliothek mit Studier- und Lesezone geschaffen, ergänzt um einen Get-together-Bereich. Schallabsorbierende Wandpaneele reduzieren im Gemeinschaftsraum Nachhall und Störgeräusche, während eine akustisch ertüchtigte Studier- und Lesezone die Trennung von konzentrierter Arbeit und Austausch stärkt. Ein mobiles Trennwandsystem erlaubt zudem wechselnde Nutzungsszenarien. Diese Art von Flexibilität orientiert sich stärker an Betriebsmodellen als an statischer Raumplanung.
Der Ausbau führt diese Logik über die Obergeschosse fort: Die vier Etagen sind mit Einzel- und Teambüros, Besprechungsräumen für bis zu 30 Personen sowie Stillarbeitsplätzen ausgestattet. Dazu kommen flexibel nutzbare Begegnungsflächen im Sinne moderner Arbeitswelten („New Work“) und voll ausgestattete Pantry-Küchen, die den Alltag organisatorisch entlasten. Im zweiten Obergeschoss wurde zusätzlich ein Eltern-Kind-Büro integriert, während das Staffelgeschoss ein Podcast-Studio für die Produktion des Wissenschaftspodcasts „BredowCast“ sowie eine sanierte Dachterrasse umfasst. Für viele Enterprise-Standorte ist genau diese Mischung aus Büro, Kollaboration und Content-Produktion inzwischen ein zentrales Wettbewerbsmerkmal.
Mit Blick auf die technische Gebäudeausrüstung setzte apoprojekt außerdem auf substanzielle Modernisierung statt bloßer Ersatzbeschaffung. Neben Anpassungen an der Baukonstruktion wurden eine Lüftungsanlage und eine Wärmepumpe installiert, Elektroinstallationen, die EDV-Infrastruktur sowie Beleuchtungstechnik modernisiert. Die vertikale Erschließung erfolgte über eine neue Aufzugsanlage, was die Grundlage für konsistente Wegeführung und Betriebssicherheit schafft. Ein wesentlicher Fokus lag auf barrierearmer Nutzung: Rampenanlage am Haupteingang, automatische Türantriebe sowie zwei rollstuhlgerechte WC-Anlagen. Solche Elemente wirken im Alltag nicht nur „nice to have“, sondern reduzieren dauerhaft Reibungsverluste im Zugang und in der Raumnutzung.
Auch der Marktkontext ist interessant, denn der Mieterausbau ist in vielen Städten ein hart umkämpftes Segment zwischen klassischen GU-/KG-Gewerken, spezialisierten Fit-out-Dienstleistern und Integratoren für Haustechnik. Wettbewerber wie Goldbeck oder WISAG werden in der Praxis häufig als Referenzrahmen für Zeit-, Qualitäts- und Schnittstellenmanagement herangezogen, insbesondere wenn es um die Koordination von Ausbau, Technik und Nutzeranforderungen geht. Branchenexperten berichten zudem, dass bei Büro-Umnutzungen weniger die reine Bauzeit zählt als die Fähigkeit, Gewerke und Datenanbindung frühzeitig als Gesamtpaket zu steuern. „Bei der Transformation von Bestandsflächen entscheidet die technische End-to-End-Integration darüber, ob nach dem Einzug sofort Produktivität entsteht“, wird diese Perspektive in Analysen aus dem Projekt- und Bauumfeld immer wieder betont.
Für Unternehmen und Institutionen entsteht daraus eine klare Implikation: Der Ausbau wird zum strategischen Hebel für Betriebskosten, ESG-Ziele und Nutzerzufriedenheit. Wärmepumpe und Lüftungsanlage sind dabei nicht nur Energie-Themen, sondern beeinflussen auch Komfort, Innenluftqualität und Wartungslogik. Ebenso wichtig ist die Rolle der EDV-Infrastruktur: Wo heute Video- und Audioformate, hybride Meetings und datenintensive Forschung zusammenkommen, müssen Verkabelungskonzepte, Netzwerksegmente und Betriebsprozesse sauber mitgedacht werden. Ergänzend wurden das Kellergeschoss sowie die Tiefgarage saniert und aufgewertet, inklusive Fahrradstellplätzen und einem Duschraum – eine Maßnahme, die häufig zur Attraktivität des Standortes beiträgt.
Schließlich betrifft der Ausbau auch regulatorische und sicherheitsrelevante Aspekte, die in Ausschreibungen gern zu spät adressiert werden. Wenn in solchen Projekten Zugangstechnik, Gebäudemanagement, Videoüberwachung oder digitale Zutrittsprozesse integriert werden, stellt sich die Frage nach Datenschutz und Zweckbindung nach DSGVO, insbesondere bei lernenden Nutzungsprofilen, Protokollierung oder Cloud-Anbindungen. Zudem gilt es, Schnittstellen so abzusichern, dass EDV-Infrastruktur und Beleuchtungstechnik nicht zum Einfallstor werden. Dass apoprojekt den Fokus auf barrierearme Nutzung und moderne Technik legt, deutet darauf hin, dass auch Prozesse für Betrieb und Zugriff sauber konzipiert wurden. Für die Zukunft wird ein weiterer Trend sichtbar: Bestandsmodernisierung wird zunehmend „software-nah“ gedacht, weil Flächen nicht nur gebaut, sondern als digitale Betriebsumgebung verstanden werden.
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