BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Die GSG Berlin hat für drei Gewerbehöfe in Berlin WiredScore Platinum-Zertifizierungen erhalten und damit die höchste Stufe für digitale Konnektivität erreicht. Besonders der GSG-Hof Reuchlinstraße erzielt mit 100 von 100 Punkten die Maximalbewertung. Das Unternehmen koppelt die Zertifikate an eine systematische Modernisierung der Infrastruktur, inklusive Glasfaser, Redundanz, Mobilfunkversorgung und erweiterbarer Kapazität. Für Unternehmen wird damit Konnektivität im Bestand zunehmend zu einem harten Standort- und Betriebsentscheidungskriterium.

Drei Gewerbehöfe in Berlin-Moabit, Charlottenburg und Tempelhof-Schöneberg bekommen eine Bestätigung, die im Immobilienmarkt bislang oft als „nice to have“ behandelt wurde: digitale Konnektivität. Die GSG Berlin hat für den GSG-Hof Reuchlinstraße, den GSG-Hof Helmholtzstraße und den econopark Wilhelm-von-Siemens-Straße jeweils aktuelle WiredScore Platinum-Zertifizierungen erhalten. Der Reuchlinstraße-Hof sticht dabei mit einer Punktzahl von 100 von 100 hervor. Damit sendet das Unternehmen ein Signal, dass moderne Anforderungen an Verfügbarkeit, Auswahl der Internetanbindungen und Skalierbarkeit nicht nur Neubauten vorbehalten sind, sondern bereits in historisch geprägten Liegenschaften belastbar umgesetzt werden.
Technisch betrachtet geht es bei WiredScore nicht um eine einzelne Kennzahl wie „Bandbreite“, sondern um eine Gesamtbewertung der Infrastruktur im laufenden Betrieb. Bewertet werden unter anderem Qualität und Redundanz der Anbindungen, die Verfügbarkeit von Glasfaser, die Mobilfunkversorgung sowie die Ausfallsicherheit der Infrastruktur. Zusätzlich fließen bauliche Voraussetzungen ein, die spätere technische Erweiterungen erleichtern sollen. Für Bestandshäuser ist das entscheidend, weil sich nachträgliche Umbauten oft nur unter laufendem Betrieb realisieren lassen. Genau deshalb betont die GSG Berlin den fortlaufenden Ausbauplan mit Glasfaser, redundanten Strukturen und einer gezielt auf Mobilfunkversorgung ausgerichteten Betriebsstrategie.
Die Zertifikate sind zudem in einen größeren Infrastruktur-Track eingebettet: Rund 700.000 Quadratmeter des Berliner Büro- und Gewerbeportfolios sind nach WiredScore zertifiziert, und ein „großer Teil“ davon erreicht die höchste Bewertungsstufe. Aus Unternehmenssicht ist das mehr als ein Marketinglabel, denn die digitale Infrastruktur wird in der Praxis zum Produktionsfaktor. Cloudanwendungen, digitale Prozesse in der Produktion, Softwareentwicklung, Onlinevertrieb und hybride Zusammenarbeit erfordern stabile Verbindungen, insbesondere wenn mehrere Teams parallel arbeiten oder wenn Datenflüsse zeitkritisch sind. In vielen Unternehmen verschiebt sich die Entscheidung für Flächen daher vom reinen Mietpreis hin zu Betriebsrisiken: Verfügbarkeit, Latenz, Ausfallsicherheit und die Chance, Kapazitäten später zu erweitern.
Im Marktumfeld wirkt WiredScore als spezielle Bewertungsmethodik für Konnektivität, während andere bekannte Gebäude-Standards eher Schwerpunkte auf Energieeffizienz oder Nachhaltigkeit setzen. Wettbewerber im weiteren Sinn sind daher Programme wie LEED oder BREEAM, die zwar technologienahe Aspekte abdecken können, deren Kernnutzen aber meist nicht die gezielte Bewertung digitaler Netz-Resilienz ist. Branchenexperten ordnen die Bedeutung von Konnektivität inzwischen deutlich stärker als in früheren Jahren ein: In einem kürzlichen Interview betonte ein Analyst aus dem Bereich Commercial Real Estate Technology, dass „digitale Infrastruktur wie ein elektrisches Versorgungssystem betrachtet werden muss“ – mit klaren Erwartungen an Zuverlässigkeit, Skalierung und Reduktion von Betriebsunterbrechungen. Genau diese Logik spiegelt sich in den GSG-Angaben zu Glasfaser, Redundanz und Erweiterbarkeit wider.
Für die Immobilienbewertung eröffnet das konkrete Auswirkungen auf die Praxis von Mietentscheidungen. Wenn ein Gebäude wie der Reuchlinstraße-Hof mit der Maximalbewertung als besonders geeignet für digitale Konnektivität geführt wird, können Unternehmen ihr Risiko bei der Standortwahl senken. Das gilt vor allem für Branchen, in denen Ausfallzeiten und langsame Datenpfade unmittelbare Kosten verursachen, etwa bei IT-nahem Betrieb, bei produktionsnaher Softwaresteuerung oder beim unternehmensweiten Zugriff auf große Datenbestände. Gleichzeitig ist das Thema auch für IT-Teams relevant, weil eine gute Basis die Integration von Netzwerken, die Anbindung an Carrier und spätere Erweiterungsprojekte vereinfacht. Die GSG Berlin verweist dabei auf den Grundgedanken, dass die digitale Leistungsfähigkeit der Höfe „mit den Anforderungen der Nutzer wachsen“ müsse.
Historisch lässt sich diese Entwicklung als Verschiebung vom „Connectivity as a feature“ hin zu „Connectivity as infrastructure“ lesen. In vielen Bestandsimmobilien wurden Internetzugänge lange über punktuelle Lösungen abgedeckt, häufig ohne systematische Redundanzplanung oder ohne bauliche Vorleistungen für spätere Netzeinbettung. Mit dem Ausbau von Glasfaser, der steigenden Rechenlast durch Cloud-Dienste und dem Trend zu hybriden Arbeitsmodellen sind diese Lücken sichtbarer geworden. WiredScore adressiert genau hier die Frage, ob ein Gebäude im Alltag robust genug ist, um nicht nur heute zu funktionieren, sondern auch mit wachsendem Bedarf. Dass die GSG Berlin bereits 2023 ein WiredScore Portfolio-Zertifikat erhalten hat und inzwischen 20 Gebäude im Portfolio ausweist, zeigt: Die Zertifizierung wird als Prozess verstanden, nicht als einmaliges Projekt.
Der Ausblick auf die nächsten Schritte ist dabei gleichermaßen technischer und organisatorischer Natur. Die GSG nennt neben der digitalen Leistungsfähigkeit auch Themen wie Energieeffizienzmaßnahmen und Aufenthaltsqualität als Bestandteile der Portfolioentwicklung; die Konnektivität wird aber explizit als eigener Qualitätskern verankert. Für Unternehmen heißt das: Entscheidend wird künftig sein, wie schnell und planbar sie Kapazität nachziehen können, etwa wenn zusätzliche Standorte angebunden werden oder wenn neue Anwendungen mit höheren Anforderungen an Verfügbarkeit und Datenpfade hinzukommen. Für Entwickler und Systemintegratoren entstehen damit bessere Voraussetzungen, weil ein zertifizierter Rahmen häufig standardisiertere Schnittstellen und planbarere Betriebsannahmen liefert. Damit steigt der Druck auf den Markt, Konnektivität im Bestand messbar zu machen – und nicht nur zu versprechen.
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