LONDON (IT BOLTWISE) – Skoda macht den nächsten Schritt im BEV-Portfolio: Der Peaq ist in Deutschland ab sofort bestellbar und startet mit einem Einstiegspreis von 49.900 Euro. Je nach Version liefert das große 7-Sitzer-Elektro-SUV bis zu 150 kW oder bis zu 220 kW, gekoppelt an 63-kWh- bzw. 91-kWh-Akkus. Besonders auffällig sind die technischen Funktionen wie One Pedal Driving, bidirektionales Laden (V2L/V2H/V2G) und eine serienmäßige Wärmepumpe der nächsten Generation. Mit einem vertikal angeordneten 13,6-Zoll-Infotainment-Display und mehreren Assistenz- und Komfortpaketen will Skoda die oberen SUV-Regale neu besetzen.

Skoda positioniert den Peaq (2026) klar im oberen Bereich des Elektro-SUVs: Das große Modell ist ab sofort in Deutschland bestellbar und ergänzt damit die bisherige BEV-Riege um eine siebensitzige Option mit Fokus auf Alltagstauglichkeit und Reichweite. Die Dimensionen sind in der Klasse ein starkes Argument, denn mit 4.874 Millimetern Länge und 2.965 Millimetern Radstand übertrifft der Peaq das Verbrenner-Pendant Kodiaq um 116 Millimeter. Während viele Wettbewerber sich auf „kompakte Familien-EV“ konzentrieren, richtet Skoda den Peaq explizit auf Nutzer aus, die selten nur zwei Sitze, sondern regelmäßig echte dritte Sitzreihen und Gepäckvolumen brauchen.
Technisch baut Skoda den Peaq auf dem Modularen E-Antriebs-Baukasten (MEB+) auf, nutzt also eine Plattformstrategie, die skaliert und Fertigungsaufwand reduziert. Beim Innenraum zeigt sich der Anspruch an „Alltag plus Komfort“: In der fünfsitzigen Variante nennt Skoda bis zu 935 Liter Kofferraumvolumen, ergänzt durch einen 37-Liter-Frunk, der vor allem für Ladekabel und kleinere Alltagsgegenstände gedacht ist. Für die Antriebsseite stehen drei Kernkonfigurationen bereit: ein 150-kW-Heckantrieb mit 63-kWh-Batterie (59 kWh netto), ein 210-kW-Heckantrieb bzw. ein 220-kW-Allradantrieb mit 91-kWh-Batterie (86 kWh netto). Die Spannweite reicht dabei von „mehr als 450 Kilometern“ bis „über 640 Kilometern“ nach WLTP, abhängig von Motor und Akku.
Bei den Energiesystemen rückt vor allem bidirektionales Laden (V2L, V2H, V2G) in den Vordergrund. Das ist mehr als ein Marketing-Feature: V2X macht das Auto in bestimmten Szenarien zum „mobilen Stromspeicher“, etwa um Haushaltslasten zu puffern oder Lastspitzen zu glätten. Skoda koppelt diese Fähigkeit an One Pedal Driving, zusätzlich nennt der Hersteller eine serienmäßige Wärmepumpe der nächsten Generation. Aus technischer Sicht ist das relevant, weil Wärmepumpen im Winterhalbjahr typischerweise den Effizienzgrad steigern und damit die reale Reichweite stabiler halten helfen als rein elektrisch beheizte Konzepte. Für die Praxis bedeutet das: Der Peaq zielt weniger auf ein einzelnes „Labor-Rating“, sondern auf die Systemeffizienz im Betrieb.
Im Markt ist der Peaq vor allem ein Preissignal an Käufer, die bisher zwischen Premium-Elektro-SUVs und „größeren“ Markenmodellen abwägen mussten. Der Einstieg erfolgt mit dem Peaq Selection 60 (Heckantrieb, 150 kW / 204 PS, 63 kWh) ab 49.900 Euro. Darüber liegt der Selection 90 bei 57.900 Euro und die sportlichere Sportline-Variante bei 54.800 Euro für die 60er-Variante sowie 62.800 bzw. 65.300 Euro für die 90er-Modelle. Damit positioniert sich Skoda gegenüber etablierten Konkurrenten wie Tesla (etwa im Umfeld großer SUV der eigenen Modellpalette) und gegenüber dem deutschen Premium-Umfeld, das in der Regel mit höheren Preisniveaus, aber auch mit ausgebauten Servicepaketen punkten will. Branchenexperten berichten, dass genau diese Preisspreizung und die konsequente 7-Sitzer-Ausrichtung der entscheidende „Trade-off“ sein könnten: mehr Raum für Geld, aber mit klaren Erwartungen an Ladeinfrastruktur und Assistenznutzung.
Für den Wettbewerb ist außerdem Skodas Software- und Bedienansatz wichtig. Im Innenraum kommt ein Android-basiertes Infotainmentsystem zum Einsatz, das erstmals vertikal angeordnet auf 13,6 Zoll setzt. In einem Markt, in dem viele Fahrzeuge zunehmend „Handy-ähnliche“ Bedienlogiken übernehmen, ist die Frage weniger, ob Apps laufen, sondern wie Datenflüsse kontrolliert werden. Gerade bei Connected Services und Karten-/Sprachfunktionen gilt: Unternehmen und Käufer achten zunehmend auf Transparenz, Rechteverwaltung und sichere OTA-Updates. Ergänzend zur DSGVO-Perspektive (personenbezogene Fahrzeugdaten, Nutzungsprofile) sind auch Sicherheitsaspekte relevant: Ein bidirektionales System erweitert die Angriffsfläche, weil Schnittstellen zur Ladehardware entstehen. Entsprechend braucht ein Hersteller klare Rollenmodelle, Protokollhärtung und ein belastbares Update- und Patch-Konzept.
Auch das Designpaket trägt zur Marktwirkung bei. Skoda führt die neue Designsprache „Modern Solid“ ein und nennt einen Luftwiderstandsbeiwert von 0,249, unter anderem durch bündig eingelassene, elektrisch ausfahrbare Türgriffe und eine aktive Kühlklappe an der Front. Hier zeigt sich der historische Trend der letzten Jahre: In der Elektromobilität entscheidet Aerodynamik stärker über Reichweite als in vielen Verbrenner-Entwicklungen. Für die Sportline-Variante liefert Skoda schwarze Exterieur-Details, 20-Zoll-Leichtmetallräder und optional ein schwarzes Dach; zudem kommt ein größeres Panoramadach (über 2,1 Quadratmeter) mit „Dynamic Shade Control“, das die Transparenz in neun Segmenten steuern kann. Ein weiteres Detail an der Windschutzscheibe sind Aeroscheibenwischer mit direkt integrierten Waschdüsen, mit denen der Hersteller den Flüssigkeitsverbrauch um etwa 50 Prozent reduzieren will.
Ab der Markteinführung Ende September lässt sich der Peaq über Ausstattungspakete flexibel konfigurieren. Skoda strukturierte Aufpreisgestaltung über Pakete statt über ein starres „Alles-oder-nichts“-Modell: Bei den Sportline-Varianten sind etwa „Clever“ und „Plus“ ab Werk vorgesehen. „Clever“ umfasst dabei unter anderem Travel Assist sowie eine gekühlte 25-W-Qi2-Ladefläche für zwei Smartphones. Das Paket „Plus“ ergänzt Voll-LED-Matrix-Scheinwerfer, ein beleuchtetes „Tech-Deck-Face“ und eine 360-Grad-Kamera. Darüber hinaus stehen für alle Modelle „Advanced“ mit Augmented-Reality-Head-up-Display und intelligentem Parkassistenten sowie „Maxx“ als Komfort- und Technikpaket zur Auswahl. Besonders relevant: Skoda nennt für „Maxx“ adaptive DCC-Dämpfung, AGR-Komfortsitze mit Massagefunktion, eine Wellness-App sowie ein gemeinsam mit Sonos entwickeltes Premium-Soundsystem mit 16 Lautsprechern und 755 Watt. Im Zusammenspiel mit der MySkoda-App gibt es zudem einen „Camp-Modus“, der bei Übernachtungen im Auto Belüftung und Temperatur stabil hält.
Für die Zukunft deutet das Gesamtpaket auf einen klaren Kurs: Der Peaq ist nicht nur ein neues Fahrzeug, sondern eine Blaupause für eine breitere BEV-Plattformierung. Technisch ist das Zusammenspiel aus MEB+-Baukasten, großer Batterieauswahl, Wärmepumpe, V2X und vertikalem Infotainment-Layout ein Muster, das Skoda über mehrere Baureihen hinweg replizieren kann. Gleichzeitig wird die Marktrelevanz davon abhängen, wie schnell Ladeinfrastruktur und regulatorische Rahmenbedingungen in der Praxis „mitwachsen“: V2G ist in vielen Ländern noch stark an Regeln, Tarife und Netzbetreiberprozesse gebunden. Unternehmen in der Zuliefer- und Ladeökosystem-Schicht bekommen damit Chancen, etwa bei Schnittstellen-Testing, Sicherheitszertifizierung und Service-Design für Roaming/Ladeprofile. Kurz: Der Peaq zielt auf ein reifes Systemerlebnis—und eröffnet Entwicklern sowie IT-Verantwortlichen in der Fahrzeugflotte neue Aufgaben rund um Sicherheit, Datenkontrolle und nahtlose Energienutzung.
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