HAMBURG / LONDON (IT BOLTWISE) – Eine aktuelle Marktstudie zeigt: 7 von 10 Banken rechnen mit steigenden laufenden Kosten durch die neue Retail Investment Strategy (RIS). Gleichzeitig sind viele Institute noch in einer frühen Phase, denn erst etwa jedes fünfte hat ein konkretes Umsetzungsprojekt gestartet. Besonders bremsend wirkt die Ungewissheit über finalisierte Rechtstexte sowie der erwartete Anpassungsaufwand in IT- und Beratungsprozessen. Die Studie legt damit offen, wie viel Handlungsdruck bereits jetzt in der Wertpapier-Compliance entsteht.

Die Retail Investment Strategy (RIS) kommt für Banken nicht als stichtagsgenaue Detailkorrektur, sondern als strukturelles Compliance-Programm. Genau das spiegelt eine exklusive Marktstudie der PPI AG wider, bei der das Marktforschungsinstitut forsa im Auftrag befragt hat. In den Ergebnissen steckt ein klares Muster: 7 von 10 Instituten erwarten höhere laufende Kosten, aber viele warten noch auf die finalen Rechtstexte. Zum Zeitpunkt der Erhebung hatte demnach erst die Hälfte aktiv mit den neuen Anlegerschutzregeln begonnen, nur jedes fünfte Institut arbeitete bereits an einem Umsetzungsprojekt. Gleichzeitig rechnen nahezu zwei Drittel mit einem hohen Anpassungsaufwand.
Aus Sicht der operativen Planung ist besonders relevant, warum die Fortschritte so unterschiedlich ausfallen. Als Hauptgrund für die Zurückhaltung nennen die Banken den hohen Unsicherheitsgrad der regulatorischen Vorgaben: 71 Prozent sehen genau hier das größte Risiko. Denn die Veröffentlichung der abschließenden Rechtstexte lag zum Erhebungszeitpunkt noch nicht vor. Diese Verzögerung wirkt sich nicht nur auf juristische Bewertungen aus, sondern auch auf die technische Umsetzung: Wenn Preisbildungslogiken, Dokumentationsanforderungen und Kontrollmechanismen erst später eindeutig werden, verschiebt sich die Priorisierung im Programm- und Portfoliomanagement. Hinzu kommt Skepsis gegenüber Geschäftseffekten.
Laut Studie hoffen nur 16 Prozent der Befragten auf neue Geschäftsfelder oder Wettbewerbsvorteile durch die geplanten Regeln. Gut zwei Drittel erwarten sogar einen geringen oder sehr geringen Einfluss der RIS auf das Privatkundengeschäft. Damit entsteht ein Spannungsfeld: Regulatorisch sind die Anpassungen zwingend, wirtschaftlich bleibt der Nutzen für viele Institute zunächst schwer greifbar. Für die Branche ist das nicht neu, aber die Tonlage erinnert an frühere MiFID-Zyklen. Experten betonen, dass Unklarheit über Auslegungsdetails zu einer vorsichtigen „Wartetaktik“ führen kann, bei der Ressourcen eher in das Minimum fließen als in eine robuste Zielarchitektur.
Technisch konkret wird die RIS an mehreren Stellen, die in Banken typischerweise eng miteinander verzahnt sind: Zuwendungen beziehungsweise „Provisionen“, die Geeignetheitsprüfung und neue Marketingregelungen. Im Zentrum steht außerdem ein neues Preisbildungsverfahren namens „Value for Money“. Das ist in der Praxis mehr als eine Preismetrik: Es erfordert, dass Daten über Kosten, Leistungen und Produktmerkmale in ein konsistentes Bewertungsmodell überführt werden, das sich bis in die Beratungsprozesse ausspielen lässt. Die Studie zeigt zudem, dass vor allem Produktanbieter (67 Prozent) großen Aufwand für die Umsetzung dieses Preisbildungsverfahrens erwarten.
Ein weiterer Hebel ist die Zuwendungs- und Geeignetheitslogik, weil sie Compliance-Risiken direkt adressiert, aber auch Beratungs-Workflows stark beeinflusst. Knapp die Hälfte der Studienteilnehmer bewertet den erforderlichen Aufwand in Bezug auf Zuwendungen und Geeignetheitsprüfung als eher hoch oder sehr hoch. Daraus ergibt sich technisch häufig eine Mischung aus Anpassungen an Datenpipelines, Regeln/Policy-Engines, Beratungs-UI und Dokumentationsstrecken. In größeren Instituten bedeutet das typischerweise: Modell- und Regeländerungen müssen versioniert werden, Prozesse brauchen Audit-Trails und Systemlandschaften werden an neue Kontrollpunkte gekoppelt. Der Aufwand ist daher nicht nur „fachlich“, sondern auch IT-gestützt.
Interessant ist zudem, dass „Finfluencer“ offenbar kaum als Umsetzungstreiber auftauchen. Keines der 50 befragten Institute arbeitet demnach mit ihnen zusammen. Das spricht dafür, dass das größte Risiko derzeit nicht in der Marketingkanalwahl liegt, sondern in der regulatorisch geforderten Nachweisführung entlang der Wertschöpfungskette. Trotzdem kann die RIS später auch im Marketing indirekt Kosten verursachen, etwa wenn Content-Governance, Freigabeprozesse und Verhaltensregeln in Kampagnen- und Veranstaltungsabläufe integriert werden müssen. In Summe zeichnet die Studie also ein Bild von Compliance-getriebener Software- und Prozessarbeit, nicht von kurzfristigem Kampagnenmanagement.
Marktseitig liefert die Studie außerdem eine Timing-Realität: Die Untersuchung wurde im Februar und März 2026 durchgeführt, also bevor die finalen Rechtstexte erschienen. Die RIS wird europaweit als neue Finanzmarktrichtlinie eingeordnet; sie soll nach Publikation 30 Monate später in Kraft treten. Für Banken heißt das: Zwischen Unsicherheitsphase und Aktivierungsphase liegt ein Zeitraum, in dem Projekte erst „scheinbar“ pausieren können, aber in Wirklichkeit Architektur- und Datenentscheidungen vorbereiten sollten. Wie aus der MiFID-II-Umsetzung bekannt sei, kosten notwendige Anpassungen an IT- und Beratungsprozessen Zeit und Ressourcen. Genau diese Erfahrung wird in der Studie als Argument gegen reines Abwarten aufgegriffen.
Als organisatorische Konsequenz plädiert MiFID-Expertin Sandra Reinhard dafür, die „Wartetaktik“ zu ändern. In ihrer Einschätzung ist es empfehlenswert, sich frühzeitig mit den Vorgaben zu beschäftigen und klare Prioritäten nach Aufwand- und Nutzengesichtspunkten zu setzen. Vergleicht man das mit den Ansätzen großer Beratungshäuser und Systemintegratoren wie Deloitte oder Accenture, wird ein ähnliches Muster sichtbar: Viele etablieren früh ein Compliance-Zielbild, definieren fachliche Use Cases und leiten daraus eine technische Roadmap ab, selbst wenn einzelne Rechtsauslegungen noch finalisiert werden. Der Unterschied liegt oft darin, wie stark man in der Zwischenzeit bereits in „hard code“ investiert versus wie viel man über flexible Policy-Schichten abfängt.
Der methodische Unterbau der Studie stützt die Aussagen: Befragt wurden 50 Finanzinstitute in computergestützten Telefoninterviews (CATI) mithilfe eines strukturierten Fragebogens. Diese Art Datenerhebung kann zwar keine tiefen technischen Details pro Institut liefern, ist aber gut geeignet, um ein branchenweites Stimmungsbild zu erfassen. Für Entscheider ist das nützlich, weil es die Verteilung zwischen „Abwarten“, „erste Beschäftigung“ und „Projektstart“ sichtbar macht. Daraus lässt sich ableiten, dass das Thema in der Umsetzung inzwischen als Budget- und Kapazitätsfrage ankommt. Wer jetzt nachzieht, riskiert weniger Lasttests in der Architekturphase und mehr Druck in der Implementierungs- und Abnahmephase.
Für die Zukunft erwarten viele Institute eine Fortsetzung als „RIS-Readiness-Index“ auf Basis der bisherigen MiFID-Readiness-Arbeiten. Interessant ist dabei die mögliche Wirkung auf Entwickler und Anbieter: Wer Compliance-Funktionalitäten wie Dokumentations-Workflows, Policy-Engine-Logik oder Produktbewertung („Value for Money“) modular bereitstellt, bekommt eine realistische Chance, sich stärker in die Zielarchitektur zu integrieren. Gleichzeitig steigt die Bedeutung von Datengovernance, Rollen- und Rechtekonzepten sowie nachvollziehbaren Kontrollketten, weil Regulatorik nicht nur umgesetzt, sondern auch überprüfbar nachgewiesen werden muss. Vor allem die Regulierungsperspektive erhöht den Druck auf Privacy- und Sicherheitskonzepte, etwa wenn Beratungsdaten oder Produktparameter in neue Systeme überführt werden. Damit ist klar: RIS wird weniger ein „Regelheft“-Projekt als ein Ausdauerprogramm für sichere, versionierbare Compliance-Software.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- NIEDLICHER BEGLEITER: Eilik ist der ideale Begleiter für Kinder und Erwachsene, die Haustiere, Spiele und intelligente Roboter lieben. Mit vielen Emotionen, Bewegungen und interaktiven Funktionen.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "RIS-Studie: Banken zögern bei neuen MiFID-Regeln wegen Kosten und Aufwand" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "RIS-Studie: Banken zögern bei neuen MiFID-Regeln wegen Kosten und Aufwand" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »RIS-Studie: Banken zögern bei neuen MiFID-Regeln wegen Kosten und Aufwand« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!