CHICAGO / LONDON (IT BOLTWISE) – Packaging Corporation of America setzt mit dem Hexacomb XPS Pallet auf einen leichten Mehrwegträger aus Wabenkarton. Das System kombiniert einen sechseckigen Zellkern mit Papier-Deckschichten und soll so Tragfähigkeit mit weniger Masse verbinden. Für Logistiker und Industrieunternehmen ist besonders relevant, dass sich der Träger auf Palettengrößen sowie Lastprofile zuschneiden lässt. Gleichzeitig bleibt die Lösung nicht für alle Einsatzfälle das Nonplusultra – bei Dauerfeuchte und extremen Stapelzyklen spielen Holz- oder Kunststoffoptionen weiter eine Rolle.

Beim Hexacomb XPS Pallet fällt zuerst ein Detail auf, das in der Praxis häufig den Ausschlag gibt: Der Träger wirkt im Lager zunächst unscheinbar, bis ihn Mitarbeitende anheben und das deutlich geringere Gewicht spüren. Der Hersteller bewirbt genau dieses Handling-Plus – gerade dort, wo Paletten häufiger gedreht, umgesetzt oder manuell positioniert werden. Dahinter steht mehr als eine reine Materialeinsparung: Die Struktur ist so ausgelegt, dass Druckkräfte in einem Wabenverbund verteilt werden und nicht als punktuelle Belastung in ein homogenes Material „durchschlagen“. Für viele Unternehmen ist das der Hebel, der den Wechsel von klassischen Unterlagen spürbar macht.
Technisch betrachtet nutzt Hexacomb eine Wabenkarton-Lösung mit einem sechseckigen Zellkern, der von Papier-Deckschichten eingefasst wird. Diese Kombination ähnelt in ihrer Grundidee dem Leichtbauprinzip aus Sandwichstrukturen: Die Deckschichten übernehmen Zug- und Biegeschub-Anteile, während der Kern Kräfte auf eine größere Fläche streut. Dadurch kann ein Träger trotz geringerer Masse belastbar bleiben – vorausgesetzt, der Einsatzfall passt zur Auslegung. Packaging Corp stellt den XPS Pallet als Mehrwegträger für typische Palettengrößen bereit und ergänzt seitliche sowie untere verstärkte Zonen, damit Flurförderzeuge sauber anfahren können, ohne dass die Struktur an den Einfahrkanten „nachgibt“.
Im Marktumfeld trifft diese Art von Lösung auf zwei parallele Entwicklungen: erstens den Druck, Transport- und Handlingaufwände zu reduzieren, und zweitens den Wunsch nach besser planbaren Materialkreisläufen. Laut Unternehmensangaben kann der Hexacomb XPS Pallet je nach Aufbau zwischen 40 und 60 Prozent Gewicht im Vergleich zu einer typischen Holzpalette einsparen. Das ist nicht nur ergonomisch relevant, sondern beeinflusst auch die Logistikkalkulation, etwa im Exportbetrieb, wo jedes Kilogramm potenziell in die Frachtlogik hineinspielt. Zum Vergleich: Wettbewerber wie CHEP und andere Pooling-Anbieter setzen zwar stark auf standardisierte Systeme, verfolgen dabei aber häufig weiterhin schwerere, robuste Basispools. Hexacomb adressiert dagegen gezielt „gewichtsbewusste“ Schichten innerhalb gemischter Flotten.
Ein weiterer Knackpunkt ist die Anpassbarkeit. Hexacomb Paletten lassen sich auf kundenspezifische Maße und Gewichtsprofile zuschneiden, weil sich die Zellkernstruktur im Rahmen der Fertigung relativ flexibel modulieren lässt. Das kann besonders dann relevant sein, wenn sensible Produkte eine präzise Auflage brauchen oder Hohlräume in der Verpackung vermieden werden sollen. Branchenexperten betonen in diesem Kontext häufig, dass die Kombination aus Palettengeometrie und Umverpackung darüber entscheidet, ob ein Leichtbau im Alltag zuverlässig performt. In der Praxis entstehen damit Träger, die nicht „irgendeinen“ Ersatz für Holz darstellen, sondern eher Teil eines abgestimmten Verpackungs-Engineering-Setups werden.
Auch Nachhaltigkeits- und Compliance-Aspekte spielen bei der Entscheidung eine wachsende Rolle. Papierbasierte Träger können typischerweise über Altpapierströme entsorgt werden und vermeiden damit die Komplexität gemischter Verbundstoffe, die bei Kunststoffen oft zu getrennten Entsorgungspfaden führen. Für Unternehmen in Europa ist dabei die Verpackungsregulatorik im weiteren Sinne relevant – konkret werden Recyclingquoten, Rücknahmepflichten und Produktverantwortung in vielen Märkten operationalisiert. Hinzu kommt ein operativer Vorteil: Wabenkarton trägt in der Regel keine Holzsplitter oder Metallteile mit sich, was in sensiblen Bereichen wie Lebensmittel- oder Pharmalogistik als Qualitätsargument zählen kann. In Umgebungen mit Feuchtigkeit entscheidet jedoch das konkrete Material- und Aufbaukonzept über die Laufzeit.
Wo Grenzen bleiben, zeigt sich vor allem bei extremen Dauerfeuchten, sehr hohen Punktlasten und harten Mehrwegzyklen mit intensiver Staplerbelastung. Hier ersetzt Hexacomb nicht automatisch jede klassische Palette – sondern wird eher als Baustein in einer Mischstrategie verstanden. Laut Darstellung des Herstellers setzen Kunden in solchen Fällen auf Pool-Trennung: schwere Ware bleibt auf Holz, während empfindliche oder volumengetriebene Produkte auf Hexacomb-Trägern laufen. Für Logistikleiter ist das eine praktische Aussage, weil es Investitionen planbarer macht: Man wechselt nicht gleich „alles“, sondern selektiert Prozesse, in denen Gewicht und Handling am stärksten wirken. Genau diese Segmentierung ist es, die in der nächsten Stufe oft über die Wirtschaftlichkeit entscheidet.
Für die nächsten Quartale lässt sich daraus eine klare Branchenimplikation ableiten: Mehrweg bleibt, aber die Palette wird zunehmend zum Engineering-Objekt. Entscheider werden stärker darauf schauen, wie sich Metriken wie Gewicht, Kompressionsverhalten, Ausschussrate und Zykluslebensdauer in die Gesamtverpackung integrieren lassen – statt nur die Stückkosten des Trägers zu vergleichen. Gleichzeitig dürfte der Wettbewerb zwischen Leichtbau-Mehrwegträgern und robusten Pooling-Systemen weiter zunehmen, wobei Anbieter wie CHEP sowie Spezialisten für Kunststoff-Logistikträger ihren Fokus auf standardisierte Flotten und starke Rückführprozesse halten. Hexacomb positioniert sich dagegen als Alternative für Teilbereiche, in denen Papierkreisläufe und ergonomisches Handling besonders viel Nutzen stiften. Für Entwickler und Verpackungsingenieure öffnet das Chancen: CAD-gestützte Trägeranpassung, bessere Lastsimulationen und präzisere Schnittstellen zur Umverpackung werden zum Differenzierungsfaktor.
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