LONDON (IT BOLTWISE) – PepsiCo bringt seine Fountain-Getränkesysteme als B2B-Stack aus Sirup, Technik und Service in Restaurants, Kinos und Stadien. Für Betreiber ist das besonders dann interessant, wenn sie auf kleinem Raum hohe Volumina ausgeben und dabei Planbarkeit bei Liefermengen und Wartung erreichen wollen. Gleichzeitig steigt mit der Digitalisierung der Anlagen die Erwartung an Daten, Hygiene und Ausfallsicherheit. Der Wettbewerb um Exklusivverträge mit Coca-Cola verschärft diesen Prozess noch weiter.

Im Gastraum wirkt ein Fountain-System oft wie Kulisse: Eine Edelstahltheke, Zapfhähne mit glänzendem Metall, dazu das leise Zischen, wenn ein Becher unter den Auslauf kommt. Für Betreiber ist es jedoch ein laufendes Produktions- und Liefermodell. PepsiCo Foodservice Fountain Solutions bündelt genau diese B2B-Welt aus Marken-Sirup, Kohlensäure-Handling und Schankanlagentechnik, die Getränke nicht als Flasche anliefert, sondern direkt am Point of Sale trinkfertig macht. Damit werden Entscheidungen über Vertragslaufzeiten, Wartung, Qualität und Software-Funktionen praktisch Teil des Tagesgeschäfts.
Kern des Ansatzes ist die Umstellung von „Getränk kaufen“ auf „Ausschankfähigkeit kaufen“. PepsiCo beschreibt sein Programm als Kombination aus Bag-in-Box-Sirup, Dispensing- und CO2-gestützten Schankanlagen sowie Service- und Wartungsleistungen. In der Praxis hängen Bag-in-Box-Kartons typischerweise im Keller oder hinter der Theke an die Leitungen der Anlage. Über Mischkammern wird konzentrierter Sirup mit karbonisiertem Wasser aus CO2-Zylindern zu einem trinkfertigen Getränk aufbereitet und dann über ein Ventilsystem ausgeschenkt. Das reduziert Lagerflächen für Fertigwaren und macht den Durchsatz planbarer.
Technisch ist das Modell dabei nicht nur „Kühlen und Zapfen“, sondern eine kontrollierte Kette aus Messung, Dosierung und Hygiene. Ein typischer Dispenser umfasst ein Kühlmodul, einen Karbonisator für CO2, eine Mischsektion sowie mehrere Zapfventile, um unterschiedliche Markenvarianten konsistent auszuschenken. Je nach Ausprägung reicht die Bedienung von klassischen Hebeln bis zu Touch-Interfaces, über die Betreiber etwa zwischen regulären, zuckerreduzierten oder aromatisierten Varianten wählen. Für die gleichbleibende Sensorik ist entscheidend, dass Mischungsverhältnis und Temperatur stabil bleiben und dass Leitungen regelmäßig gespült werden.
Genau hier setzt auch das Serviceversprechen von PepsiCo an: Neben der Siruplieferung gehören in vielen Setups Beratung, Installation und Schulung des Bedienpersonals dazu. In Verträgen wird außerdem häufig Wartung und Qualitätskontrolle über Serviceeinsätze geregelt, um Abweichungen durch falsche Einstellungen oder nachlassende Hygiene zu vermeiden. Aus Betreiberperspektive ist das eine wichtige Risikokomponente. Wenn ein Mischverhältnis driftet oder Ventile/Leitungen verschmutzen, leidet nicht nur der Geschmack; im Extremfall kann es zu Beanstandungen kommen, die bis zu Behördenterminen reichen. Deshalb spielen Auditierbarkeit und dokumentierbare Prozesse eine wachsende Rolle.
Im Markt ist der Wettbewerb klar: Coca-Cola ist im Fountain-Bereich der bedeutendste Gegenpol. In Nordamerika und bei großen Ketten entscheidet sich häufig in mehrjährigen Exklusivmodellen, welche Marken im Laden oder in der Arena verfügbar sind. Solche Vereinbarungen betreffen nicht nur den Sirup, sondern auch die Schankanlagentechnik, Marketingzusagen und die Verfügbarkeit von „grünen“ Produktvarianten wie zuckerreduzierten oder spezifisch aromatisierten Linien. Branchenbeobachter berichten zudem, dass der Wechsel zwischen PepsiCo und Coca-Cola in einzelnen Märkten weniger durch Technik als durch Konditionen und Markenstrategie getrieben wird.
Analysten ordnen Fountain zusätzlich als Instrument zur Markenpräsenz ein: Getränke werden nicht im Supermarkt wahrgenommen, sondern im Erlebnis-Kontext von Essen, Kino oder Sport. Dadurch wird die Marke in Konsummomenten wiederholt sichtbar, oft zu Stoßzeiten mit hohem Durchsatz. In einem Brancheninterview beschreibt eine Operations-Managerin sinngemäß, dass Teams die Bag-in-Box-Wechsel in sehr kurzer Einarbeitungszeit lernen und parallel Parameter wie Brix- bzw. Mischkennwerte prüfen müssen, damit Pepsi und zugehörige Varianten zuverlässig „gleich“ schmecken. Für Betreiber ist dieser Punkt betriebswirtschaftlich relevant, weil der Getränkemix in vielen Häusern stark zum Deckungsbeitrag beiträgt.
Vergleicht man Fountain mit Flaschen- oder Dosengetränken, zeigt sich vor allem der Unterschied im Margen- und Prozessprofil. Fountain ist ein technisches B2B-Angebot: Sirup und Konzentrate werden in größeren Gebinden geliefert, die Abfüll- und Mischleistung findet am Point of Sale statt. Für PepsiCo bedeutet das wiederkehrende Lieferströme über den Foodservice-Kanal und eine stärkere Bindung an Betreiberprozesse. Für Gäste entsteht dagegen eine subjektive Unterscheidbarkeit: Einige schätzen den „frisch gezapften“ Charakter und die Möglichkeit zum Nachfüllen, andere bevorzugen die definierte Konsistenz einer versiegelten Flasche. PepsiCo nutzt diese Wahrnehmung, etwa über Kombiangebote rund um Menüs und Refill-Optionen.
Regulatorisch und für die Lebensmittelsicherheit bleibt das System anspruchsvoll. Je nach Markt gelten nationale Hygiene- und Lebensmittelvorschriften, die sowohl die Rezeptur der Sirups als auch Installation und Betrieb der Anlagen betreffen. Audits nach internationalen Standards wie HACCP und gegebenenfalls ISO 22000 sind entlang der Lieferkette üblich, damit Risiken aus Lagerung, Mischung und Kontamination systematisch kontrolliert werden. Für Gastronomiebetriebe kommt hinzu, dass die Fountain-Station als eigener Hygieneabschnitt in internen Prüfungen auftaucht und bei behördlichen Kontrollen begutachtet werden kann. Gerade in den USA sind solche Abläufe für Betreiber oft routinisiert, aber sie bleiben kosten- und zeitrelevant.
Digitalisierung und Datenbasierung verstärken den Trend zu „betrieblich steuerbaren“ Getränkeausschank-Prozessen. In neueren Installationen rüstet die Branche Schankanlagen zunehmend mit Sensorik und Konnektivität aus: Füllstände von Sirup, CO2 und Wasser können elektronisch überwacht werden, Serviceeinsätze werden ausgelöst, bevor Ausfälle den laufenden Betrieb stören. Branchenberichte nennen diese Daten zudem als Grundlage für Konsum- und Nachfrageanalysen, etwa welche Produkte zu welchen Tageszeiten laufen und wie gut neue Varianten oder Promotions angenommen werden. Für Betreiber kann das die Planung von Marketingaktionen und Bestellungen präzisieren, weil Absatzmuster weniger geraten und mehr gemessen werden.
Nachhaltigkeit wird in diesem Kontext zweischneidig betrachtet. PepsiCo verweist darauf, dass Fountain-Lösungen Verpackungsvolumen pro ausgeschenktem Liter senken können, weil große Sirupkartons und CO2-Flaschen statt vieler Einzelgebinde eingesetzt werden. Gleichzeitig entstehen neue Energie- und Wasserverantwortungen am Standort: Kühlen und Karbonisieren benötigen Strom, und Wasser wird im Prozess benötigt. Über Trainings und technische Updates versucht PepsiCo, Foodservice-Partner zu einem effizienten Betrieb anzuleiten, etwa durch regelmähige Wartung von Kühlaggregaten und Leckagekontrollen. Genau diese Betriebssicherheit entscheidet auch, ob Einsparungen tatsächlich im Alltag ankommen.
Für die Zukunft wird der Druck auf Exklusivität, Qualität und „programmierte“ Varianten steigen. Der globale Trend zu Zuckerreduktion führt dazu, dass Nachfrage nach „Zero“- oder „Light“-Varianten sowie aromatisiertem Wasser wächst. PepsiCo reagiert mit Reformulierungen und neuen Fountain-Produkten, die weniger Zucker, alternative Süßungsmittel oder Funktionalzusätze enthalten; gleichzeitig müssen Dispenser entsprechend programmiert und Gäste transparent informiert werden. Der Wettbewerb mit Coca-Cola und der margenorientierte Umbau großer Standorte bedeuten: Wer Fountain-Systeme betreibt, braucht robuste Prozesse, schnelle Störungsbehebung und saubere Datenhoheit. Für Entwickler und Betreiber ergeben sich daraus Chancen in Richtung Monitoring, Hygiene-Workflows und servicefähiger, cloud-naher Betriebslogik.
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