STOCKHOLM / LONDON (IT BOLTWISE) – Getinge stärkt mit dem Maquet Magnus seine OP-Infrastruktur für Hybrid-OPs: modular kombinierbar für konventionelle, minimalinvasive und bildgebungsintensive Eingriffe. Im Kern geht es um präzise Höhen- und Neigungsachsen, eine hohe Tragfähigkeit bis rund 454 kg sowie um Positionierungs-Workflows, die wiederholtes Umlagern reduzieren. Für Kliniken bedeutet das vor allem weniger Reibungsverluste im Tagesbetrieb und planbare Wartungs- und Servicezyklen über viele Jahre. Gleichzeitig wird die Entscheidung immer stärker in ein Gesamtbild aus Bildgebung, Lagerungssicherheit und Schnittstellen zum laufenden OP-Betrieb eingebettet.

Im Operationssaal wirkt ein OP-Tisch oft unspektakulär, bis er genau in dem Moment gebraucht wird, in dem alles schnell und kontrolliert passieren muss. Der Maquet Magnus von Getinge zielt dabei weniger auf einen „neuen Griff“ für einen einzelnen Eingriff als auf ein durchgängiges Konzept: eine modulare Tischplattform, die sich je nach Prozedur mit unterschiedlichen Tischplatten und Zubehörteilen zusammenstellen lässt. Damit passt sich die Infrastruktur an unterschiedliche Szenarien an – von allgemeinchirurgischen Eingriffen über minimalinvasive Verfahren bis hin zu hybriden Settings, in denen bildgebende Systeme wie C-Bögen oder Angiografie-Anlagen eng mit dem OP-Ablauf verzahnt sind.
Technisch steht bei solchen Tischen die Kombination aus Mechanik und Steuerlogik im Vordergrund. Der Maquet Magnus ist so ausgelegt, dass die Lagerung nicht nur grundsätzlich möglich ist, sondern in reproduzierbarer Präzision: Höhen- und Neigungsverstellung, Kippszenarien und Trendelenburg-Varianten lassen sich über Fernbedienung oder Handsteuerung ausführen. Entscheidend ist dabei der Bewegungsradius der Tischplatte – inklusive Seitneigung, Anti-Trendelenburg und kontrollierter Übergänge – damit Teams Positionen schnell erreichen und in den nächsten Schritten nicht wieder „suchen“ müssen. In der Praxis entscheidet das darüber, wie flüssig sich Team- und Gerätekoordination in Minuten umsetzen lässt.
Beim Thema Sicherheit und Lastgrenzen wird der Tischerfolg in Zahlen greifbar: Je nach Konfiguration unterstützt der Maquet Magnus Patienten bis rund 454 kg in horizontaler Positionierung. Das ist besonders relevant für Adipositas-Chirurgie, für komplexe Notfälle sowie generell dort, wo die Lagerungsanforderungen hoch sind und zugleich keine Abstriche bei Stabilität gemacht werden sollen. Ergänzend spielt der Hubbereich eine Rolle: Laparoskopische Schritte profitieren von einem niedrigen Setup, während offene Bauchchirurgie typischerweise eine höhere Arbeitshöhe erfordert. Solche Parameter sind nicht nur Komfortfragen, sondern beeinflussen die Zugänglichkeit für Operateurinnen und Operateure.
Ein klarer Kontext liegt im Hybrid-OP: Der Tisch wird dort häufig als Teil einer Gesamtanlage betrieben, in der Chirurgie- und Radiologie-Workflows zusammenlaufen. Getinge positioniert den Magnus deshalb auch im Zusammenspiel mit einer hohen Beweglichkeit und ausreichender Tragfähigkeit, damit selbst schwerere Patientinnen und Patienten sicher gelagert werden können, ohne auf bildgebende Unterstützung verzichten zu müssen. Im Vergleich zu anderen Anbietern im OP-Umfeld, etwa Plattform-Ansätze von Wettbewerbern wie Stryker oder Hillrom (je nach Marktsegment und Beschaffungsstrategie), wird deutlich: Entscheidend ist weniger die Existenz einzelner Funktionen, sondern wie gut sich die Steuerung, die Positionierbarkeit und die Kompatibilität mit bestehenden Bildgebungskomponenten in den konkreten Saal einbetten lassen.
Für den Tagesbetrieb zählt dann der „unsichtbare“ Teil: Zubehör, Verkabelung und Speicherlogik. Zum System gehört ein breites Sortiment an Komponenten wie Kopfplatten, Beinhalter und spezielle Tischplatten, darunter auch Varianten, die auf Bildgebung ausgelegt sind. Für Wirbelsäulen- oder Herzchirurgie existieren spezielle Lagerungslösungen, die nicht nur die Position, sondern auch die Handhabung im Team erleichtern. In vielen Kliniken wird die Konfiguration für einen OP-Plan durch die OP-Leitung festgelegt, um Wechselzeiten zu minimieren. Dazu kommen typische IT- und Medizingeräte-Integrationsfragen: Der Tisch ist oft mit Deckenversorgungseinheiten, Lampen und Dokumentationssystemen verknüpft, wodurch verhindert werden muss, dass Leitungen und Schläuche bei Neigung oder Kipppositionen eingeklemmt werden.
Genau hier trennt sich „Showroom-Technik“ von verlässlicher Infrastruktur: Anästhesistinnen und Anästhesisten achten auf Kabelführung und sicheren Betrieb in allen Bewegungszuständen, während OP-Pflegekräfte stark auf wiederholbare Positionen setzen. Praktisch entstehen daraus Erwartungen an die Steuerung, etwa über Memory-Funktionen, mit denen häufig genutzte Lagerungszustände per Knopfdruck abrufbar sind. In Kombination mit Bildgebung bedeutet das: Patientinnen können präzise im Strahlengang ausgerichtet werden, ohne mehrfach umlagern zu müssen. Diese Reduktion manueller Umlagerungsphasen senkt nicht nur den Zeitdruck, sondern minimiert auch das Risiko, dass Positionen zwischen Team-Schritten variieren.
Aus Marktsicht richtet sich der Maquet Magnus vor allem an Akutkrankenhäuser, Universitätskliniken und Spezialzentren mit mehr als fünf OP-Sälen. Die Investitionsentscheidung fällt häufig auf Vorstandsebene, doch der fachliche Input kommt typischerweise aus chirurgischen Leitungen und den Abteilungen für Medizintechnik. Dort geht es um Kompatibilität: Welche Bildgebung ist bereits vorhanden, welche Implantatsysteme dominieren, und wie lassen sich Workflows so umbauen, dass der Mehrwert im Saal tatsächlich realisiert wird? Gerade in Hybrid-Umgebungen wird die Wirtschaftlichkeit dann als Summe betrachtet – nicht als isoliertes Produkt, sondern als Baustein für weniger Reibung im Betrieb.
Gleichzeitig ist der Magnus kein Austauschprodukt wie Verbrauchsmaterial, sondern Teil eines längerfristig geplanten Infrastrukturprojekts. Für Getinge heißt das: stabilere Service- und Ersatzteilumsätze über einen Zeithorizont von typischerweise deutlich mehr als zehn Jahren, sobald ein Saal einmal standardisiert wurde. Für Kliniken bedeutet das Planungssicherheit durch Wartungsverträge und Schulungen. In solchen Schulungen wird die Alltagstauglichkeit konkret gemacht: Welche Bewegungsgrenzen gelten, welche Lastgrenzen muss das Team im Ablauf beachten, und wie werden Störungen vermieden, bevor sie den OP-Tag beeinflussen. Branchenexperten beschreiben solche Programme häufig als „Change-Management im OP“, weil die Bedienung und Sicherheitslogik in Prozesse übersetzt werden muss.
Damit wird auch klar, warum die Platzierung in der Getinge-Portfolio-Logik wichtig ist: Der Magnus zielt auf komplexe chirurgische Zentren, in denen hochwertige OP-Ausstattung eng mit bildgebender Technik verknüpft ist. Die Getinge-Aktie notiert an der Nasdaq Stockholm; für Anleger ist das OP- und Infrastruktursegment daher oft ein Indikator dafür, wie stark Kliniken in planbare Modernisierung statt in kurzfristige Stückinvestitionen gehen. Aus Expertensicht zeigt sich in Gesprächen mit Beschaffungs- und Medizintechnikverantwortlichen immer wieder ein Muster: Wer Hybrid-OPs dauerhaft betreibt, investiert eher in wiederverwendbare Plattformen mit kompatiblen Schnittstellen als in einzelne „Einmal-Upgrades“. Der Maquet Magnus passt genau in diese Logik.
Für die Zukunft ist besonders relevant, wie stark sich die Anforderungen an KI-gestützte Dokumentation, Bildauswertung und präzisere Workflow-Planung weiterentwickeln. Auch wenn ein OP-Tisch selbst kein KI-System ist, wird die Relevanz steigen, weil Schnittstellen und wiederholbare Lagerungsparameter die Grundlage für konsistente Datenerfassung bilden. Wenn Kliniken später etwa OP-Protokolle stärker automatisiert abgleichen oder Bildgebungsdaten verlässlicher mit standardisierten Lagerungszuständen verknüpfen wollen, wird die Plattformentscheidung von heute spürbar. Unterm Strich ist der Maquet Magnus damit nicht nur eine mechanische Anschaffung, sondern eine Infrastrukturentscheidung, die Sicherheit, Effizienz und Wartbarkeit über Jahre hinweg zusammenbindet.
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