DÜSSELDORF / LONDON (IT BOLTWISE) – Actemium, ein Unternehmen der VINCI-Energies-Gruppe, hat seinen neuen Standort in Düsseldorf bezogen und dabei mehrere zuvor regional verteilte Business-Units an einem Ort zusammengeführt. Auf rund 2.000 Quadratmetern entstand im DGNB Gold-zertifizierten Gebäude „Polar“ eine Arbeitswelt, die Einzelarbeit, Austausch und interdisziplinäre Zusammenarbeit gezielt ausbalanciert. In enger Zusammenarbeit mit Kinnarps wurden Ausstattung, Materialkonzept und Raumlogik so geplant, dass sie technische Projekte ebenso unterstützen wie menschliche Bedürfnisse im Alltag. Für die Energiewende- und Digitalisierungsarbeit steht damit nicht nur neue Fläche, sondern eine neue, skalierbare Betriebsgrundlage zur Verfügung.

Actemium hat seinen neuen Düsseldorfer Standort im Gebäude „Polar“ bezogen und damit einen Schritt vollzogen, der in der Projekt- und Beratungspraxis oft unterschätzt wird: die organisatorische Geometrie. Auf rund 2.000 Quadratmetern wurden mehrere zuvor im Rheinland verteilte Business Units in ein gemeinsames Arbeitsumfeld integriert. Das ist mehr als ein Standortwechsel, weil sich damit Informationsflüsse, Abstimmungswege und die tägliche Koordinationslogik verändern. Gerade bei Teams, die an Themen rund um Energiewende und Digitalisierung arbeiten, entscheidet die Art der Zusammenarbeit nicht selten über Geschwindigkeit und Qualität von Ergebnissen.
Im Zentrum des Projekts steht eine Raumstrategie, die unterschiedliche Arbeitsformen bewusst nebeneinander stellt. Entstanden ist eine Mischung aus Einzelbüros sowie Zweier- und Dreierbüros, ergänzt durch Open-Space-Bereiche und flexibel nutzbare Meetingräume. Diese Verteilung folgt einem wiederkehrenden Muster in modernen Workplace-Programmen: ungestörtes Arbeiten wird durch Rückzugsräume gesichert, während Innovation über kurze Wege, spontane Abstimmungen und interdisziplinäre Perspektiven beschleunigt werden soll. Entscheidend ist dabei nicht nur die Verfügbarkeit von Räumen, sondern ihre Nutzungslogik, etwa durch Zonen für konzentrierte Tätigkeit und Bereiche für Austausch.
Die technische Einbettung des Arbeitsplatzes beginnt bereits bei der Gebäudequalität. „Polar“ ist DGNB Gold-zertifiziert, und diese Nachhaltigkeitskategorie wirkt als Rahmenbedingung für Planung und Betrieb. Für Actemium bedeutet das: Die Einrichtung muss nicht nur optisch zum Corporate Design passen, sondern auch im Lebenszyklusgedanken funktionieren, von Materialwahl bis zur Nutzungsdauer. In Projekten der technischen Infrastruktur, bei denen oft dauerhaft Wissensarbeit, Dokumentation und Projektsteuerung aufeinander treffen, zahlt sich eine Umgebung aus, die Konzentration ermöglicht und gleichzeitig Zusammenarbeit ohne Reibungsverluste unterstützt. Damit wird der Standort auch zur Plattform für späteres Wachstum.
Konkrete Herausforderungen lagen laut Projektorganisation vor allem in der Abstimmung der Bedürfnisse über alle Mitarbeitenden hinweg. Wenn mehrere Teams mit unterschiedlichen Arbeitsrhythmen zusammenkommen, entsteht schnell ein Zielkonflikt zwischen „maximaler Vernetzung“ und „maximaler Ruhe“. Actemium adressiert das, indem das Design nicht nur eine Fläche schafft, sondern ein Regelwerk aus Bürotypen und Kollaborationsorten bereitstellt. Kinnarps brachte dabei eine industrielle Gestaltungssprache über Farben und Materialien ein und verband sie mit dem Corporate Design von Actemium zu einem stimmigen Gesamtkonzept. Solche Design-Constraints sind besonders relevant, wenn Arbeitsbereiche später skaliert oder verändert werden sollen.
Für die Nachhaltigkeitsanforderungen war Gestaltungsfreiheit nicht im Widerspruch, sondern im Prinzip sogar ein Hebel. In technischen und energiewirtschaftlichen Organisationen wird Nachhaltigkeit häufig in zwei Ebenen gedacht: Energie- und Ressourcenverbrauch im Betrieb sowie Material- und Herstellungsqualität über Jahre. Actemium legte laut Projektbeschreibung großen Wert auf langlebige, hochwertige Materialien, die ressourcenschonend hergestellt werden. Das ist für die Praxis relevant, weil Workplace-Entscheidungen sonst zu schnellen Ersatzzyklen führen können. Kinnarps konnte diesen Ansatz in eine Einrichtung übersetzen, die zugleich Platz für Standardisierung bietet und dennoch individuelle Arbeitsbedürfnisse berücksichtigt.
Der Umzug ist zudem klar als Wachstumsoption ausgelegt. Da Düsseldorf im Herzen von Nordrhein-Westfalen liegt, wird der Standort von vielen Mitarbeitenden regelmäßig genutzt; gleichzeitig wurden weitere Büros für künftiges Wachstum vorgesehen. Das ist betriebswirtschaftlich bedeutsam, weil Platzplanung in Beratung und Projektarbeit selten „fertig“ ist: Neue Kundenanforderungen, Personalaufbau und veränderte Projektzuschnitte wirken in die Raumplanung hinein. Mit einer modularen Struktur aus Einzel- und Teamarbeitsplätzen sowie flexiblen Meetingflächen kann Actemium Kapazitäten nachsteuern, ohne jedes Mal ein komplettes Workplace-Programm neu aufzusetzen. Genau diese Skalierbarkeit ist ein Wettbewerbsfaktor im War for Talent.
Im Marktvergleich ist das Vorgehen nicht isoliert. Große Workplace-Anbieter wie Steelcase oder Herman Miller treiben seit Jahren die Verbindung aus ergonomischer Ausstattung, modularen Flächen und softwaregestützter Nutzung voran. Actemiums Ansatz wirkt dabei als pragmatische Synthese aus Corporate-Design-Bausteinen und funktionaler Raumlogik: Statt nur auf Trendbegriffe zu setzen, wird ein konkretes Ziel verfolgt – die Bündelung von Business Units bei gleichzeitiger Sicherung von Konzentrationsfähigkeit. Branchenanalysen ordnen solche Projekte zunehmend als „Operating Model“-Themen ein: Der Arbeitsplatz wird Teil des Leistungsprozesses, nicht nur eine Kulisse.
Aus Expertensicht zeigt sich bei solchen Rollouts häufig ein Muster: Organisationen profitieren besonders, wenn der Workplace nicht erst nach der IT-Transformation „nachgezogen“ wird, sondern beide Ebenen zusammen geplant werden. Dazu gehört auch die Daten- und Sicherheitsrealität im Alltag. In modernen Büros finden sich heute häufiger „Near-Real-Time“-Austauschformate, etwa Präsentationen, Whiteboard-Protokolle und digitale Konferenztechnik – und damit steigt die Bedeutung von Datenschutz und Zugriffskontrollen. Gerade bei Projektdaten, Kundendokumentationen und sicherheitsrelevanten Informationen sollten Bereiche für Gespräche und Zusammenarbeit so gestaltet sein, dass Vertraulichkeit im Raumalltag unterstützt wird, etwa durch akustische Abschirmung und kontrollierte Zonen für sensible Abstimmungen.
Technisch betrachtet bleibt Workspace-Design eng mit Workflow-Design verknüpft. Eine erfolgreiche Mischung aus Einzelbüros, Teamräumen und Open Space reduziert Reibungsverluste in der Projektkommunikation: Fragen werden schneller geklärt, Entscheidungen lassen sich in passenden Formaten bündeln, und die Dokumentation kann ohne ständiges Unterbrechen erfolgen. Historisch betrachtet sind Unternehmen von klassischen Großraumbüros über verschobene Zonen bis hin zu hybriden Konzepten gegangen – weil reine Open-Space-Modelle oft die konzentrierte Arbeit zu wenig schützen. Actemium greift diese Lernkurve auf, indem es beide Extreme bewusst kombiniert: Rückzug für Tiefe, Austausch für Breite. Für IT-nahe Projektrollen ist das besonders spürbar, weil dort Kontextwechsel hohe Kosten verursachen.
Der wichtigste Zukunftseffekt dürfte weniger im unmittelbaren „Look and Feel“ liegen, sondern in der Betriebsfähigkeit des Standorts. Wenn Business Units zentralisiert werden, entstehen neue Schnittstellen, die sich später in Prozessen, Rollen und Teamgrößen wiederfinden. Mit den vorgesehenen weiteren Büros kann Actemium Kapazitäten erhöhen, ohne die Grundlogik zu zerstören. Außerdem wächst die Wahrscheinlichkeit, dass Wissen schneller zirkuliert: Mentoring, Projektübergreifende Reviews und interdisziplinäre Workshops können räumlich leichter organisiert werden. Für Mitarbeitende kann das die Attraktivität als Arbeitgeber erhöhen, während für Führung und Betriebsrat eine nachvollziehbare Grundlage entsteht, um auf veränderte Arbeitsbedarfe zu reagieren.
Auch wenn der Umzug bereits erfolgt ist, wirkt er über Monate nach. Die Kommunikation im Team habe sich deutlich verbessert, heißt es aus dem Projektumfeld – ein Hinweis darauf, dass die Raumstrategie tatsächlich in den Arbeitsalltag hineinwirkt. Künftig wird sich zeigen, wie gut die flexiblen Meetingräume belegt sind, ob Rückzugszonen in stressigen Phasen ausreichen und wie sich die Kombination aus Design und Prozessdisziplin auf die Projektlaufzeiten auswirkt. Unternehmen, die ähnlich denken, könnten daraus eine klare Lehre ziehen: Workplace-Programme werden wirksamer, wenn sie Nachhaltigkeit, Sicherheitsanforderungen und skalierbares Prozessdesign als zusammenhängendes System behandeln – nicht als Einzelmaßnahme.
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