AMSTERDAM / LONDON (IT BOLTWISE) – Catawiki meldet für 2025 einen Nettogewinn von 5,8 Mio. Euro und treibt den Umsatz um 9% auf 111 Mio. Euro voran. Das bereinigte EBITDA erreicht 11,2 Mio. Euro und markiert damit neue Rekordwerte bei Gewinn und Marge. Im ersten Halbjahr 2026 setzt das Unternehmen den Trend fort: Umsatz +28% im Vergleich zum Vorjahr sowie steigende Erstbieter-Zahlen. Im Fokus stehen dabei vor allem Luxusgüter, Pokémon-Karten und Edelmetalle – flankiert durch neue Live-Auktionsfunktionen.

Catawiki zieht 2025 eine Bilanz, die in der Online-Auktionsbranche nach mehr klingt als nur nach „mehr Verkäufen“. Der Plattformbetreiber meldet einen Nettogewinn von 5,8 Mio. Euro und ein bereinigtes EBITDA von 11,2 Mio. Euro – beides Rekordwerte. Gleichzeitig wächst der Umsatz um 9% auf 111 Mio. Euro, wobei die Marge bei rund 10% des Umsatzes liegt. Auffällig ist auch die Dynamik: In der zweiten Jahreshälfte beschleunigte sich das Umsatzwachstum auf nahezu 20%. Für 2026 deutet das erste Quartal auf Kontinuität hin, denn der Umsatz steigt dort um 28% im Vorjahresvergleich.
Technisch betrachtet entsteht der Hebel hinter solchen Zahlen nicht allein aus Marketing, sondern aus dem Zusammenspiel von Katalogqualität, Preisfindung und einer wettbewerbsfähigen Benutzerführung. Catawiki arbeitet dabei mit einem Auktionsmodell, das auf Expertise setzt: Hunderte hauseigene Expert: innen prüfen und kuratieren Objekte über viele Kategorien hinweg. Genau diese „Qualitäts-Schicht“ wirkt wie ein Vertrauensturbo, weil Sammler für seltene oder erklärungsbedürftige Artikel besonders sensibel für Authentizität sind. Ergänzt wird das durch Produktisierung: Mit Catawiki Live verfolgt das Unternehmen Auktions-Interaktionen in Echtzeit, inklusive Live-Kommentierung und direktem Austausch mit Expert: innen.
Im Marktumfeld steht Catawiki damit nicht im luftleeren Raum. Plattformen wie eBay setzen stark auf Reichweite und skalierte Transaktionsvolumina, während klassische Auktionshäuser zunehmend digitale Auktionsformate und hybride Vertriebswege ausrollen. Catawiki positioniert sich enger auf „besondere Objekte“ und versucht, diese Nische mit daten- und prozessgetriebenen Auktionsmechaniken zu besetzen. Die gemeldeten Nutzer-Signale stützen diese Strategie: Im ersten Quartal 2026 erreicht das Unternehmen laut Meldung einen Höchststand bei neuen Nutzer: innen, insbesondere steigt die Zahl der Erstbieter: innen um 70% gegenüber dem Vorjahr. Das deutet darauf hin, dass die Plattform nicht nur Stammkundschaft bindet, sondern auch Neukäufe über bessere Einstiegspunkte begünstigt.
Der Wachstumsmotor lässt sich bei den Kategorien ziemlich klar ablesen. Luxusobjekte mit Anlagecharakter – darunter Uhren, Schmuck und Wein – bleiben volumenmäßig die beliebtesten Kategorien weltweit. Auf der Umsatzebene sticht hervor, dass Luxusuhren die umsatzstärkste Kategorie auf der gesamten Plattform bleiben. Parallel wächst die Nachfrage nach Edelmetallen: Das wird in der Meldung als Hinweis auf eine verschobene Konsumneigung interpretiert – weg von kurzfristigem Konsum hin zu „greifbaren Sachwerten“, gerade wenn Konjunktur und Stimmung in Europa nachlassen. In diesem Kontext wird eine Cartier-Halskette mit 46.500 Euro Verkaufspreis als Beispiel genannt, während für Deutschland besonders Rolex-Titel stark nachgefragt sind.
Nostalgie und Sammlertrends liefern zusätzlich einen starken Volumen- und Engagement-Impuls. Besonders deutlich fällt laut Meldung der Anstieg bei Pokémon-Karten aus: +60% im Jahresvergleich, in Spanien sogar +195%, in Portugal +100% und in Österreich +65%. Der Käuferhintergrund ist dabei relevant, weil jüngere Zielgruppen andere Kaufmuster und häufigere Impulszyklen haben als klassische Sammler: innen. Auch seltene Artikel zeigen, dass die Preisfindung über das Auktionsformat funktioniert: Eine seltene Pokémon-Box der Erstauflage erzielte 25.500 Euro. Daneben nennt die Meldung Disney-Sammlerstücke sowie Musikmemorabilia als dynamische Wachstumsklassen, je nach Land teils deutlich stärker als jede andere Kategorie.
Aus Enterprise-Sicht ist bei solchen Plattformen entscheidend, wie das Unternehmen Handel in mehreren Ländern performant abwickelt – also nicht nur „Umsatz“, sondern auch die technische Lieferkette dahinter. Die Internationalisierung zeigt sich in den gemeldeten lokalen Vorlieben: In Italien bleibt Wein nach Volumen die wichtigste Kategorie, während in Portugal eine japanische Kunst-Nachfrage um 135% wächst. In den Niederlanden legen Musikmemorabilia um 126% zu. Solche Unterschiede sprechen für eine flexible Katalog- und Suchlogik, die regionale Trends in der Darstellung berücksichtigt. Gleichzeitig spielt die „Live“-Komponente hinein: Echtzeit-Auktionen senken die Latenz zwischen Interesse und Handlung, was insbesondere bei Trendkategorien mit schneller Aufmerksamkeitsspanne (z. B. Karten, Merchandising) einen Vorteil bringen kann.
Ein weiterer Punkt ist die Risikoseite: Je mehr Transaktionen, desto größer wird die Angriffsfläche für Betrug, Fälschungsrisiken und Manipulationen im Auktionsprozess. Gerade bei Premium- und Sammlerobjekten müssen Prozesse zur Verifikation, zur Betrugsprävention und zur Nachverfolgung von Aktivitäten sehr robust sein. Auch Datenschutz ist im Kontext einer europäischen Plattform zentral, weil Nutzerprofile, Zahlungsinformationen und Verhaltensdaten zusammenkommen. Catawiki profitiert zwar vom Vertrauen durch Expert: innenauswahl, muss aber parallel sicherstellen, dass technische Systeme wie Live-Interaktionsfeatures und die Nutzung von Nutzerdaten (z. B. für Personalisierung) regulatorisch sauber bleiben. Das ist besonders relevant, wenn Märkte in Richtung „jüngere Käufergruppen“ weiter wachsen.
Der Ausblick für 2026 ist damit nicht nur ein Wachstumssatz, sondern eine Roadmap-Logik: Catawiki will das Modell international skalieren und die Position als Marktplatz für besondere Objekte in Europa weiter festigen. Die gemeldeten Frühindikatoren aus Q1 2026 – Umsatz +28% sowie steigende Erstbieterzahlen – sprechen dafür, dass die Kombination aus Katalogqualität, kategorischem Trend-Momentum und besseren Interaktionsmechaniken funktioniert. Für Entwickler: innen und Technologiepartner liegt die Chance vor allem in der Weiterentwicklung von Auktions-Engines, Live-Features und Betrugs-/Qualitäts-Workflows. Wenn sich die Live-Auktionen bei Nachfrage nach Echtzeitbestätigung als stabil erweisen, dürfte der „Käufer-zu-Gebot“-Takt künftig zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor werden.
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