BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Postbank-Studie „Wohnatlas 2026“ zeigt für 2025: Kaufinteressierte können sich vielerorts wieder auf eine geringere Einkommensbelastung einstellen. Während die Kaufpreise für Wohnimmobilien leicht steigen (+0,6 Prozent), wachsen die durchschnittlichen Haushaltseinkommen nominal deutlich stärker (+9,4 Prozent seit 2024). Für eine 70-Quadratmeter-Bestandswohnung liegt die laufende Kreditbelastung bundesweit bei 17,2 Prozent des Haushaltseinkommens (Vorjahr: 18,4 Prozent). Gleichzeitig sinkt die Mietbelastung nur moderat – sodass der Kauf in Teilen Deutschlands rechnerisch wieder günstiger ausfällt als das Mieten.

Wohnungskauf 2025: Einkommensbelastung sinkt stärker als bei der Miete
Wohnungskauf 2025: Einkommensbelastung sinkt stärker als bei der Miete (Foto: IT BOLTWISE)
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Die eigentliche Schlagzeile steckt in der Differenz zwischen zwei Kostenlinien: Die Postbank stuft die Einkommensbelastung durch den Wohnungskauf 2025 gegenüber dem Vorjahr als rückläufig ein, obwohl die Kaufpreise erstmals wieder leicht zulegen. Laut Studie „Postbank Wohnatlas 2026“, erstellt vom Hamburger Weltwirtschaftsinstitut (HWWI), steigen die Kaufpreise für Wohnimmobilien 2025 um +0,6 Prozent. Gleichzeitig wächst das durchschnittliche Haushaltseinkommen über alle 400 Landkreise und kreisfreien Städte nominal um 9,4 Prozent seit 2024. Dadurch sinkt der rechnerische Anteil des Einkommens, der für die laufende Kreditfinanzierung benötigt wird.

Technisch wird diese Belastung über eine klar definierte Standardrechnung sichtbar gemacht: Für eine 70 Quadratmeter große Bestandswohnung werden Annuitätendarlehen in Höhe von 80 Prozent des Kaufpreises inklusive Grunderwerbsteuer sowie zwei Prozent Notargebühren betrachtet. Der anfängliche Tilgungssatz liegt bei 2,42 Prozent, der Kreditzins wird mit 3,75 Prozent pro Jahr angesetzt. Auf dieser Basis müssen Käufer 2025 im Durchschnitt 17,2 Prozent des durchschnittlichen Haushaltseinkommens für die monatlich laufenden Kreditraten aufbringen (2024: 18,4 Prozent). Damit verschiebt sich der Fokus der Debatte weg von reinen Kaufpreisrunden hin zu Finanzierungs- und Einkommensdynamiken.

Marktseitig zeigt sich, warum viele Haushalte trotz teils angespannter Wohnungsmärkte wieder häufiger das Eigentum in Erwägung ziehen: Die Studie stellt Kauf- und Mietbelastung direkt gegeneinander. Für Mieterinnen und Mieter beträgt der Anteil des Haushaltseinkommens 2025 durchschnittlich 13,5 Prozent für die Nettokaltmiete einer 70-Quadratmeter-Bestandswohnung, im Vorjahr waren es 14,1 Prozent. Der Rückgang fällt bei Mietenden damit deutlich geringer aus als beim Kauf. Das führt zu einer regionalen Übersetzung der Hoffnung: In bestimmten Gegenden belastet der Kauf das Einkommen rechnerisch weniger als das Mieten. Vergleichsrechnungen in der Praxis, wie sie etwa Verbraucherportale oder Immobilienplattformen für ihre Filterkalkulationen nutzen, laufen häufig auf denselben Logiken – nur mit abweichenden Annahmen bei Zins, Nebenkosten und Sanierungsrisiken.

Historisch betrachtet ist diese „Kauf vs. Miete“-Verschiebung bemerkenswert, weil die Finanzierungskosten in den vergangenen Jahren insgesamt stark schwankten und die Wahrnehmung vieler Käufer in der Regel vom Zinsniveau geprägt war. Der Wohnatlas arbeitet deshalb mit einer Schwellenlogik: Die Studie orientiert sich an der Faustregel, dass private Haushalte nicht mehr als 30 Prozent des verfügbaren Einkommens fürs Wohnen ausgeben sollten, weil die Wohnnebenkosten darin enthalten wären. Daraus leitet sie eine praxisnahe Orientierung ab: Wer kauft oder mietet, sollte Nettokaltmieten und Annuitätenzahlungen eher an der 25-Prozent-Marke ausrichten. Unterm Strich ist die Kennzahl für Unternehmen und Berater nützlich, weil sie Finanzierungskomponenten und laufende Kosten in eine gemeinsame Einkommenslogik übersetzt.

In der Markt-Kartierung wird die Entwicklung dann konkret: 30 Prozent der deutschen Haushalte leben in „sehr günstigen Kaufregionen“. Dort reichen weniger als 15 Prozent des durchschnittlichen regional verfügbaren Haushaltseinkommens aus, um laufende Kreditzahlungen für den Kauf einer 70-Quadratmeter-Wohnung aus dem Bestand zu bedienen. Diese Gruppe umfasst 160 Landkreise und kreisfreie Städte. Im Vergleich zu 2024 ist die Zahl solcher Regionen gestiegen: 2025 sind es 160, während es 2024 „nur“ 130 Regionen waren. Das ist ein wichtiges Signal für die Nachfrage, weil Budgetgrenzen oft eher am Einkommen scheitern als am nominalen Kaufpreis.

Gleichzeitig bleibt die Spreizung groß, und genau darin liegt der nächste Marktimpuls. 20 Prozent der Haushalte leben in einer von 38 Regionen, in denen die Kaufpreise im Vergleich als sehr hoch gelten. Dort müssen mindestens 25 Prozent des durchschnittlichen regional verfügbaren Haushaltseinkommens für die laufende Kreditfinanzierung eingesetzt werden. 2024 waren es noch 56 Regionen, in denen 25 Prozent der Haushalte diese Schwelle trafen – die Lage hat sich damit zwar verschärfungsseitig entschärft, aber die „Hitzezonen“ bestehen fort. Besonders auffällig ist der Kontrast zwischen Kauf- und Mietbelastung in teuren Metropolräumen: In den „Big 7“ sowie in Urlaubsregionen bleibt der Anteil für den Kauf überdurchschnittlich.

Regulatorisch und risikotechnisch ist die Interpretation für Unternehmen heute zweigeteilt. Erstens beeinflussen Annahmen zu Nebenkosten wie Grunderwerbsteuer und Notarkosten die Vergleichbarkeit, weil diese Posten je nach Bundesland variieren und damit auch die Anforderung an Eigenkapital bzw. die effektive Kreditquote. Zweitens wirkt die Einkommenskennzahl in Kreditprozessen indirekt als Stabilitätsmaß: Wer in Regionen mit hoher Belastungsquote finanziert, läuft eher Gefahr, bei Einkommensschwankungen oder Zinsänderungen schneller an Grenzen zu stoßen. In Deutschland kommen hier zusätzlich Vorgaben aus dem Risikomanagement und der allgemeinen Kreditwürdigkeitsprüfung hinzu, weshalb datenbasierte Transparenz wie im Wohnatlas auch für Banken- und FinTech-Modelle relevant bleibt.

Für die Zukunft lässt sich aus dem Muster eine belastbare Entwicklung ableiten: Wenn Einkommen und Kreditlogik weiter auseinanderlaufen, kann Eigentum in mehr Regionen wieder in Reichweite rücken – selbst wenn Kaufpreise nicht stark fallen. Die Studie nennt als Ausnahmen weiterhin Regionen, in denen Käufer besonders stark belastet werden, etwa der Landkreis Nordfriesland mit 45,7 Prozent. In den größten Städten bleibt der Kauf ebenfalls teuer, während die Mietbelastung häufig „unter 25 Prozent“ bleibt, aber dennoch spürbar ist. Für 2025 zeigt sich laut Studie zudem eine größere Mehrbelastung durch den Kauf gegenüber der Miete in Hamburg (+16,9 Prozentpunkte), Potsdam (+16,8), München (+16,5) und Berlin (+15,0). Für Entwickler von Kredit- und Haushaltsrechnern bedeutet das: Modelle sollten stärker regionalisieren, Zinsannahmen versionieren und neben Einkommen auch Nebenkosten- und Tilgungsszenarien automatisiert ausspielen, um die nächste Bewertungsrunde präzise zu unterstützen.


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