LONDON (IT BOLTWISE) – Im globalen Markt für faltbare Smartphones hat sich die Rangliste verschoben: Huawei liegt im zweiten Quartal 2026 mit 48 % deutlich vorn, während Samsung bei 15 % landet. Gleichzeitig wachsen die kleineren Player schneller als der Markt selbst, besonders Honor mit einem Plus von 82 % gegenüber Q2 2025. Die Entwicklung macht klar, dass es im Foldable-Segment nicht nur um neue Modelle geht, sondern auch um regionale Skalierung und Preis-/Design-Positionierung. Für Samsung wird damit schon das nächste Quartal entscheidend – und Apple könnte langfristig die nächste Kraftprobe liefern.

Samsung verliert die „globale Foldable-Battles“-Spitze zwar nicht über Nacht, aber die aktuelle Quartalsauswertung macht die Richtung unmissverständlich: Huawei führt den Weltmarkt für faltbare Smartphones im zweiten Quartal 2026 mit 48 % Marktanteil an, ein Plus gegenüber 45 % im selben Zeitraum des Vorjahres. Samsung kommt dagegen auf 15 % der weltweiten Foldable-Verkäufe zwischen April und Juni. Gerade weil Samsung als etablierter Hersteller in der allgemeinen Smartphone-Landschaft sehr präsent ist, wirkt der Abstand auf den ersten Blick ungewöhnlich – die Ursache liegt laut Marktlogik vor allem in der regionalen Verteilung des Foldable-Geschäfts, insbesondere in China.
Der Kern des Problems ist dabei weniger die grundsätzliche Fähigkeit, faltbare Geräte in Serie zu bringen, sondern die Größe im Segment. In typischen chinesischen Quartals- oder Jahresrankings tauchte Samsung zuletzt selbst in den Topbereichen nicht mehr durchgehend auf; Huawei hingegen verkauft in diesem Markt offenbar mehr Foldables als mehrere konkurrierende Marken zusammen. Damit rückt ein Mechanismus in den Vordergrund, den viele Unternehmen unterschätzen: Foldables sind zwar technologisch ausgereift genug, um in den Massenmarkt zu wandern, aber sie bleiben in der Nachfrage noch stark konzentrationsgetrieben. Wenn ein Anbieter in dem einen großen Absatzraum deutlich stärker skaliert, kippt die globale Statistik schnell, selbst wenn andere Regionen wie Indien oder Europa weiterhin solide zu Samsung passen.
Auch die Verfolgerstruktur zeigt, dass der Markt im Q2 2026 keineswegs „statisch“ war. Motorola landet mit 13 % auf Platz drei, Honor folgt sehr dicht mit 12 % und einem Marketing-/Produktmix, der spürbar Momentum erzeugt. Honor ist dabei der deutlichste Beschleuniger: Die Foldable-Lieferungen springen im Jahresvergleich um 82 % von Q2 2025 auf Q2 2026. Motorola dagegen verliert im gleichen Zeitraum 28 % seiner Foldable-Volumen. Als Auslöser wird eine wenig überzeugende Preisstruktur der Razr 70-Serie genannt, die in Europa und den USA offenbar zu teuer positioniert war – ein klassisches Dilemma in diesem Segment, in dem Käufer häufig entweder aus „Neugier“ oder aus „Alltagsnutzen“ entscheiden und die Preisschwelle spürbar mit hineinspielt.
Samsung wächst zwar ebenfalls, aber nicht im entscheidenden Maß, um Huawei vom Thron zu stoßen. Die Entwicklung wird dem Erfolg der Galaxy Z Flip 7 und vor allem der Galaxy Z Fold 7 zugeschrieben, die im Vergleich zu ihren Vorgängern offenbar deutlich besser ankommen. Gleichzeitig spielt bei Huawei der Mix aus Neuheit und Kontinuität eine Rolle: Die starken Zahlen werden unter anderem mit einem neuen Modell, dem Pura X Max, verbunden. Ergänzend werden ältere Serien wie das Mate X7 sowie das Pura X genannt, die in mehreren Kernmärkten „gesunde“ Nachfrage halten. Für Samsung ist die Botschaft damit zweischneidig: Neue Hardware zählt, aber die Markenwirkung entsteht auch dadurch, dass mehrere Generationen parallel eine stabile Nachfragebasis bilden.
Auf der Gesamtmarktebene relativiert sich der Eindruck von „Krise“ zusätzlich. Im Smartphone-Bereich geht es laut Zahlen insgesamt um 8 % gegenüber dem Vorjahr nach unten. Im Foldable-Teilsegment liegt der Rückgang dagegen nur bei 2 % Jahr-zu-Jahr. Das ist kein Freifahrtschein, aber in einer schrumpfenden Gesamtumgebung ist es ein Hinweis darauf, dass Foldables zumindest ihre relative Aufmerksamkeit halten oder sogar leicht ausbauen können. Für Samsung wirkt diese Konstellation wie ein Zeitfenster: Das Unternehmen hat eine Reservierungsaktion für die nächsten Geräte gestartet, darunter Galaxy Z Fold 8 und Z Flip 8. Solche Kampagnen sind nicht nur Marketing, sondern dienen in der Praxis auch als Nachfrage-Signal an Vertrieb und Lieferkettenplanung.
Genau in diesen Übergang zwischen Quartalen fällt der nächste Hebel: Für Q3 2026 wird erwartet, dass die 3,4 Millionen Einheiten aus Q2 2026 wieder anziehen. Treiber sind die erwarteten Releases rund um Galaxy Z Fold 8, Galaxy Z Fold 8 Ultra und Galaxy Z Flip 8. Gleichzeitig heißt es in den Prognosen, Samsung könne bereits in diesem Quartal Huawei überholen und „Nummer eins“ werden. Langfristig dürfte die Spitze aber nicht gefestigt sein. Der Blick richtet sich dabei auf Apple: Es wird davon ausgegangen, dass Apple im Foldable-Bereich voraussichtlich 2027 die Nummer eins werden könnte. Interessant ist dabei der Zusammenhang mit dem Marktwachstum: Während die Gesamtverkäufe von Smartphones weiter sinken sollen, wird für den Foldable-Markt ein kräftiges Wachstum von 38 % Jahr-zu-Jahr erwartet.
Für Entscheider und Produktmanager ergibt sich daraus eine klare Agenda. Erstens müssen Foldables nicht nur technisch überzeugen, sondern auch regional skalierbar sein, weil sich globale Rankings sonst durch einzelne Hotspots verschieben. Zweitens sollte die Preispolitik besonders im Mid-to-Premium-Einstieg sehr präzise ausbalanciert werden, sonst trifft die Wirkung wie bei Motorola direkt auf die Volumen. Drittens zeigt der Honor-Sprung mit Magic V6, dass Design- und Stilführerschaft in diesem Markt reale Nachfrage schaffen kann, selbst wenn ein Unternehmen insgesamt kleiner ist. Und viertens wird Samsung trotz Reservierung und Modelloffensivem Start seine Position nur dann halten, wenn die nächste Generation nicht nur nach „Launch-Hype“, sondern nach wiederkehrender Kaufbereitschaft über mehrere Monate performt.
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