BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – MBB hat für 2023 einen Konzernumsatz von 914,7 Mio. Euro gemeldet, nachdem 2022 899,9 Mio. Euro erreicht wurden. Das Ergebnis je Aktie stieg von 2,74 Euro auf 3,10 Euro, während das bereinigte EBITDA auf 84,2 Mio. Euro zulegte. Besonders für Anleger im SDAX-Umfeld ist die Kombination aus höherer Profitabilität und einer Nettoliquidität von rund 400 Mio. Euro. Der Markt bewertet den Beteiligungskonzern dabei deutlich über dem Buchwert – und genau dort entscheidet sich, wie viel Potenzial künftig eingepreist wird.

Die MBB-Aktie bleibt im SDAX-Kontext vor allem deshalb spannend, weil die 2023er Kennzahlen kein reines „Ertrags-Feintuning“, sondern eine konsistente Aufwärtsbewegung ausweisen. Der Berliner Beteiligungskonzern steigerte den Konzernumsatz auf 914,7 Mio. Euro, nach 899,9 Mio. Euro im Jahr zuvor. Gleichzeitig wuchs das Ergebnis je Aktie von 2,74 Euro auf 3,10 Euro, also um rund 13 Prozent. Für Anleger ist diese Mischung aus Umsatzwachstum und stärkerem Ergebnis ein Signal dafür, dass das Beteiligungsmodell im deutschen Mittelstandsumfeld zumindest stabil funktioniert, auch wenn einzelne Branchen weiterhin unter Druck stehen können.
Operativ wird die Entwicklung durch das bereinigte EBITDA unterfüttert: MBB bezifferte es für 2023 auf 84,2 Mio. Euro, nachdem im Vorjahr 78,5 Mio. Euro ausgewiesen wurden. Das entspricht einem Zuwachs von rund 7,3 Prozent. Parallel stieg der Konzernjahresüberschuss auf 18,5 Mio. Euro gegenüber 16,3 Mio. Euro im Jahr 2022; daraus ergibt sich ein Ergebnisanstieg von rund 13,5 Prozent. Auffällig ist zudem die EBITDA-Marge: Sie lag 2023 bei rund 9,2 Prozent, nach etwa 8,7 Prozent in 2022. Diese kleine, aber messbare Margenverbreiterung deutet darauf hin, dass MBB die operative Effizienz in den Beteiligungen weiter verbessert hat, statt nur über Umsatzvolumen zu arbeiten.
Die zweite Säule der Story ist die Bilanzqualität, die bei einer Beteiligungsholding oft genauso stark wirkt wie die GuV. Laut den vorgelegten Zahlen verfügte MBB zum 31.12.2023 über liquide Mittel in Höhe von 448,0 Mio. Euro. Dem standen verzinsliche Finanzverbindlichkeiten deutlich darunter gegenüber, sodass sich eine Nettoliquidität von rund 400 Mio. Euro ergibt. Ende 2022 lag diese Nettoliquidität noch bei rund 390 Mio. Euro; der Puffer wurde also weiter ausgebaut. Kombiniert man das mit einer Eigenkapitalquote von rund 57 Prozent (nach etwa 55 Prozent im Vorjahr), entsteht das Bild eines Unternehmens, das weniger auf Fremdkapitalhebel setzt als viele Private-Equity-nahe Modelle. Für den SDAX ist das relevant, weil in Nebenwerten die Schwankungen im Sentiment häufig stärker ausfallen als in großen Indizes.
Aus Investorensicht folgt daraus auch eine nachvollziehbare Ausschüttungslogik. Für 2023 schlug MBB eine Dividende von 1,00 Euro je Aktie vor, nachdem für 2022 0,80 Euro je Aktie gezahlt wurden. Die Erhöhung um 0,20 Euro entspricht rund 25 Prozent. Rechnet man sie ins Verhältnis zum Ergebnis je Aktie (3,10 Euro), ergibt sich eine Ausschüttungsquote von etwa 32 Prozent; im Vorjahr lag sie bei rund 29 Prozent. Entscheidend ist dabei weniger die absolute Dividendenhöhe als die Balance: MBB hält einen erheblichen Teil des Ergebnisses im Konzern zurück, um Beteiligungen weiterzuentwickeln und neue Investitionen vorzubereiten. Genau diese „Verlässlichkeit bei gleichzeitigem Spielraum“ wird von vielen Anlegern gesucht, die Substanzwerte und kein kurzfristig getriebenes Geschäftsmodell bevorzugen.
Damit stellt sich zwangsläufig die Bewertungsfrage, denn MBB wird vom Markt nicht ausschließlich wie ein „Liquiditätstresor“ behandelt. Auf Basis des Ergebnis je Aktie von 3,10 Euro und einer angenommenen Aktienkursgröße von rund 110 Euro ergibt sich ein KGV von etwa 35,5 für das Geschäftsjahr 2023. Der Buchwert je Aktie lag zum 31.12.2023 nach Unternehmensangaben bei rund 45 Euro, während die Aktie zeitweise über diesem Niveau notierte. Daraus resultiert ein Kurs-Buchwert-Verhältnis von rund 2,4. Eine Bewertung deutlich über dem Substanzwert bedeutet: Der Markt zahlt nicht nur für die Bilanz, sondern für Erwartungen hinsichtlich künftiger Wertsteigerungen im Portfolio. Gerade bei Beteiligungsgesellschaften hängt diese Prämie häufig daran, wie gut operative Verbesserungen in den Tochtergesellschaften in nachhaltige Cashflows übersetzt werden.
Strategisch ordnet sich das ins Buy-and-Build-Prinzip ein, das MBB als Beteiligungsholding verfolgt. Dabei geht es weniger um schnelle Exit-Zyklen, sondern um die langfristige Weiterentwicklung von Unternehmen mit Nischenpositionen und einer klaren Wachstumsagenda. 2023 spiegelte sich das in der leichten Umsatzsteigerung und dem Anstieg des bereinigten EBITDA wider. Die hohe Nettoliquidität bietet zusätzlich den finanziellen Handlungsspielraum, um in volatilen Marktphasen Opportunitäten zu nutzen – etwa beim Erwerb neuer Beteiligungen oder beim Ausbau bestehender Engagements. Gleichzeitig bleibt die Kapitalstruktur vorsichtig genug, um nicht in eine zu hohe Abhängigkeit von Fremdfinanzierung zu geraten; die Eigenkapitalquote von rund 57 Prozent und die Nettoliquidität von etwa 400 Mio. Euro wirken hier wie eine Art „Risikopuffer“.
Im Handelskontext wird MBB als SDAX-Wert vor allem von institutionellen und langfristig orientierten Privatanlegern beobachtet. Die Aktie ist unter anderem über Xetra und andere Börsenplätze handelbar; als Kennwerte werden u. a. ein Kurs von 110,00 Euro zum Stand 30.04.2024 und eine Marktkapitalisierung von rund 650 Mio. Euro genannt. Für die nächsten Kapitalmarktereignisse ist als nächstes Earnings-Datum der 30.04.2025 angegeben. Für Anleger, die solche Nebenwerte analysieren, entscheidet am Ende die Kombination aus operativer Entwicklung (Umsatz, EBITDA, Marge), Bilanzstärke (Nettoliquidität, Eigenkapitalquote) und Kapitalallokation (Dividende vs. Reinvestition). Wenn die Margen wie 2023 weiter stabil bleiben und die Portfolio-Weiterentwicklung planbar gelingt, kann die Aktie auch im SDAX-Umfeld ihren „Qualitätsaufschlag“ begründen – andernfalls wird die Bewertungsprämie schnell wieder zum Thema.
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