LONDON (IT BOLTWISE) – Der Mares Quad Air bringt die Luftreserve direkt auf ein großes Handgelenk-Display: Ein Funksender am Atemregler überträgt den Flaschendruck. Dadurch müssen Taucher nicht mehr ständig zum analogen Finimeter greifen, um ihre Reserve im Blick zu behalten. Besonders beim Sporttauchen mit Luft und Nitrox verspricht das eine schnellere und konsistentere Gasplanung. Wie sich das im Alltag unter Wasser bemerkbar macht, zeigt der Funktionsaufbau des Quad Air.

Wer beim Sporttauchen die eigene Planung enger an der Realität unter Wasser koppeln will, stößt früher oder später auf dieselbe Frage: Wie behält man die Gasreserve im richtigen Moment im Blick, ohne unnötige Bewegungen oder Blickwechsel? Genau hier setzt der Mares Quad Air an. Der Tauchcomputer am Handgelenk kombiniert ein großes, segmentiertes Mehrfeld-Display mit einer Luftintegration, sodass der aktuelle Flaschendruck per drahtloser Verbindung auf den Computer übertragen wird. Das ist weniger ein Komfort-Feature als ein strukturelles Bedienkonzept: Die wichtigsten Entscheidungen sollen dort fallen, wo der Taucher ohnehin hinsieht.
Technisch ist der Ansatz relativ klar: Ein Sender wird am Hochdruckanschluss des Atemreglers montiert. Während der Tauchgang läuft, überträgt er den Flaschendruck drahtlos an den Computer, der ihn zusammen mit Tiefe, Tauchzeit und Dekompressionsinformationen anzeigt. Der Quad Air ist dabei nicht nur „ein weiterer Wrist-Computer“, sondern bewusst als sichtbar größere Bauform konzipiert. Das größere Gehäuse gibt dem segmentierten Mehrfeld-Display mehr Platz für getrennte Datenfelder – etwa aktuelle Tiefe, maximale Tiefe, Restnullzeit und eben auch den Flaschendruck. Für die Praxis heißt das: Informationen werden nicht nur vorhanden, sondern deutlich voneinander abgegrenzt, was gerade in kühlerem Wasser mit dickeren Handschuhen und weniger feinfühligen Berührungen relevant wird.
Im täglichen Unterwasserbetrieb spielt die Anzeige-Philosophie ihre Stärken aus. Unter Wasser zählt jede Sekunde, in der der Taucher Blick, Orientierung und Aufstiegskontrolle gleichzeitig koordinieren muss. Wenn Tiefe und Restnullzeit groß und gut lesbar dargestellt werden, reduziert sich der kognitive Aufwand beim Monitoring. Hinzu kommt die Luftintegration: Statt regelmäßig das analoge Finimeter anzuheben, lässt sich die Gasreserve direkt am Handgelenk ablesen. Das unterstützt vor allem vorausschauendes Verhalten bei längeren Grundzeiten oder bei Bedingungen, die den Gasverbrauch erhöhen können, etwa Strömungstauchgänge. Auch im Team-Betrieb hilft die zentrale Anzeige der eigenen Gasplanung, weil die Abstimmung mit dem Tauchpartner leichter bleibt, ohne dass zusätzliche Blick- oder Greifbewegungen nötig sind.
Die Bedienung folgt laut Konzept einer „wenige Eingriffe, viel Anzeige“-Logik. Vor dem Tauchgang werden Parameter wie das Gasgemisch und Warnstufen eingestellt; während des Tauchens sollen dann nur wenige Tastendrücke nötig sein, um zusätzliche Werte abzurufen. Das passt zur Ausrichtung auf Sport- und fortgeschrittene Taucher, die Struktur mögen, aber keine verschachtelte Menüführung mit vielen Ebenen. Gleichzeitig ist der Funktionsumfang an die typischen Anforderungen im Freizeit-Umfeld gekoppelt: Der Quad Air unterstützt mehrere Tauchmodi inklusive Luft und Nitrox. Für die Auslegung bedeutet das, dass der Computer die Planung und Überwachung über die jeweiligen Parameter hinweg konsistent abbilden will, statt eine „eine Gasart, eine Anzeige“-Welt zu erzwingen. Gerade bei Wiederholungs- oder Urlaubsprofilen, bei denen Routine eine große Rolle spielt, kann diese Berechenbarkeit den Umgang mit dem Display deutlich vereinfachen.
Auch beim Thema Dekompression wird die Displaylogik greifbar. Der Computer stellt Dekompressionsinformationen und Restnullzeiten so dar, dass ein konservatives Tauchprofil visuell unterstützt wird. Im Gegensatz zu Situationen, in denen mehrere Anzeigen gleichzeitig interpretiert werden müssen, zielt der Quad Air auf ein „auf einen Blick“-Prinzip. Für das Aufstiegsverhalten ist das entscheidend: Sicherheitsstopp und relevante Zeitfenster sollen ohne hektisches Suchen nach dem nächsten Wert auskommen. In der Praxis wirkt sich das auf die Qualität der letzten Minuten aus, weil die Aufmerksamkeit weniger auf die Technikschau und mehr auf die Bewegung und Kontrolle über den Aufstieg konzentriert werden kann. Genau dieser Aspekt verbindet sich auch mit der Luftintegration: Gasreserve und Zeit-/Dekompressionslogik sind nicht mehr getrennte Informationsquellen, sondern laufen in einer einzigen Entscheidungsoberfläche zusammen.
Im Marktumfeld steht der Quad Air in einem Segment, in dem Luftintegrations-Tauchcomputer vor allem für Taucher interessant sind, die aus Basismodellen ohne Sender „mehr Verlässlichkeit“ herausholen wollen. Im Vergleich zu Computern ohne Luftintegration bleibt hier der zentrale Unterschied: Der Quad Air zeigt zusätzlich den Flaschendruck per Sender. Gegenüber anderen Luftintegrationsmodellen wie etwa der Mares-Reihe um den Genius wirkt das Konzept des Quad Air stärker auf Übersichtlichkeit und Bedienbarkeit ausgerichtet, während konkurrierende Modelle tendenziell breiter oder anders gedacht sind. Wichtig ist außerdem der Formfaktor: Während klassische Tauchuhren auf Kompaktheit setzen, nimmt der Quad Air bewusst mehr Bauvolumen in Kauf, um Lesbarkeit und Feldaufteilung zu verbessern. Wer ein sehr kompaktes Uhrenformat priorisiert oder Luftintegration grundsätzlich nicht benötigt, wird daher eher zu kleineren Alternativen greifen.
Unterm Strich richtet sich der Mares Quad Air vor allem an Taucher, die beim Sporttauchen Tiefe, Zeit und Flaschendruck gleichzeitig im Blick behalten möchten und Wert auf klar getrennte Anzeigen legen. Die Luftintegration reduziert den Bedarf, regelmäßig vom Handgelenk weg zu den analogen Anzeigen zu wechseln; das kann besonders bei Ausflügen, bei wiederkehrenden Profilen und bei anspruchsvolleren Bedingungen wie Strömung profitieren. Die Grenze liegt weniger in der Funktion als im Tragekonzept: Das größere Gehäuse ist ein Trade-off gegenüber sehr schlanken Modellen. Wer mit minimalistischem Equipment arbeitet oder enge Einsatzumgebungen hat, könnte deshalb ein kleineres Modell ohne Luftintegration bevorzugen. Wer tiefer in Varianten, Senderumfang und konkrete Bundles schauen möchte, sollte die verfügbaren Händlerinformationen heranziehen, weil Konditionen und Paketausführungen je nach Angebot variieren können.
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