LONDON (IT BOLTWISE) – AMD skizziert mit Zen 7 (2028) und Zen 8 (2030) die nächsten EPYC-Generationen und koppelt sie eng an neue KI-Rack-Architekturen. Für Zen 7 nennt das Unternehmen einen neuen Prozessknoten im <2-nm-Bereich, dazu Unterstützung für DDR6-ähnliche Speicherschnittstellen und EPYC AI Compute Extensions (ACE). Gleichzeitig aktualisiert AMD die GPU-Roadmap bis MI500 (2027) und MI600 (2028) mit HBM4e sowie für Kupfer- und optische Anbindungen ausgelegten Designs. Im Zentrum steht damit weniger ein einzelner Chip-Sprung als eine durchgängige Plattformstrategie für skalierbare KI-Deployments.

Mit Zen 7 und Zen 8 stellt AMD einen Roadmap-Block in Aussicht, der vor allem die EPYC-Plattformen als Basis für KI-Workloads weiter ausbaut. Zen 7 soll dem Zeitplan zufolge auf das Jahr 2028 zielen und in die 7.-Gen-EPYC-Familie „Florence“ einfließen. Zen 8 wiederum ist als 2030er Nachfolger für die 8.-Gen-EPYC-Reihe „Ravenna“ eingeplant. Für Unternehmen mit Rechenzentrums-Planung ist dabei entscheidend, dass AMD die Architekturankündigung nicht isoliert betrachtet, sondern direkt mit Speicher-, Plattform- und Rack-Szenarien verknüpft, also mit der Ebene, auf der Performance und Energieeffizienz im Betrieb messbar werden.
Technisch rückt bei Zen 7 vor allem der Plattformunterbau in den Vordergrund: Das Design soll auf einem „next-gen node“ gefertigt werden, womit im Text ein Segment unter 2 nm in den Raum gestellt wird (genannt werden Beispiele wie TSMCs A16 oder A14). Dazu kommt die Speicherstrategie. Zen 7 soll laut AMD die nächsten Standards in MRDIMM sowie den LPDDR-Baureihen unterstützen, sehr wahrscheinlich also DDR6. Spannend ist auch die Systemabstützung: Zen 7 soll auf bestehenden SP7- und SP8-Plattformen laufen. In der Darstellung trennt AMD dabei die Zielrichtung nach SP7 für hohe Core-Counts und Performance sowie SP8 für optimierte Performance pro System/$ – eine Formulierung, die klar auf Kosten- und Skalierungsfragen im Rechenzentrumsbetrieb abzielt.
Für KI-Umgebungen wird der Architekturwechsel zudem über eine neue Funktionsschicht konkret: AMD nennt Zen-7-basierte EPYC-CPUs als erste EPYC-Familie mit Unterstützung für ACE (AI Compute Extensions). ACE ist als Teil der x86 EAG verortet, einer Kooperation zwischen Intel und AMD, die laut Beschreibung die x86-Ökosysteme „stärken“ soll. Praktisch bedeutet das: Es geht um standardisierte Matrix-Acceleration-Funktionen, die KI-Berechnungen (insbesondere Matrixoperationen, die in vielen KI-Workloads dominieren) konsistenter nutzbar machen sollen, ohne dass jede Anwendung komplett neu an proprietäre Beschleunigerlogik angepasst werden muss. Für Enterprise-Kunden ist das relevant, weil Software-Stacks auf solchen Standardisierungen meist langfristiger stabil bleiben und sich Portierungsaufwand reduziert.
Parallel zur CPU-Roadmap rollt AMD die Rack- und Systemplanung weiter. EPYC Florence soll als Host-CPU für die nächste KI-Racklösung „Ferrara“ dienen. Ergänzend nennt AMD eine agentische „Sandbox“-Umgebung auf Ferrara-Basis namens „Fidenza“, die auf großskalige KI-Deployments in einer per Watt optimierten Ausrichtung zielt. Gleichzeitig bleibt AMD dabei, Ferrara nicht als Ersatz für „Helios“ zu verkaufen: Stattdessen kommt 2027 eine aktualisierte Helios-500-Racklösung mit EPYC „Verano“-CPUs, Instinct MI500-GPUs und Pensando-„Como / Monza“-Chips. Das deutet auf eine Koexistenz mehrerer Generationen in der Produktlandschaft hin – ein Muster, das Rechenzentren oft bevorzugen, weil es Migrationsfenster schafft statt harte Komplettwechsel zu erzwingen.
Bei der GPU-Seite konkretisiert AMD die Zeitschiene deutlich. Die Instinct-MI500-Serie soll 2027 starten und auf CDNA 6 setzen. Als Speichermodul wird next-gen HBM4e genannt. Dazu kommen Designs, die sowohl für „copper-“ als auch „optical-ready“ Anbindungen ausgelegt sind – also für unterschiedliche Wege, wie Daten zwischen Knoten und in skalierenden KI-Racks transportiert werden. Im Text wird zudem ein Wettbewerbsszenario angedeutet, indem MI500 in die gleiche Grafikklassen-Diskussion eingeordnet wird, in der NVIDIAs „Rubin Ultra“ auf „Kyber“-Racks erscheinen soll. Für AMD ist das Kernargument damit nicht nur Rohleistung, sondern die Fähigkeit, die GPU auch in der Systemarchitektur so zu betreiben, dass Bandbreite und Latenz den Skalierungseffekt nicht ausbremsen.
Die nächste GPU-Generation, MI600, soll laut Darstellung 2028 folgen. AMD nennt dafür eine CDNA-Next-Architektur, die wiederum als Gegenposition zu NVIDIAs „Feynman“-Chips beschrieben wird. MI600 soll in Helios-600-Lösungen integriert werden, gemeinsam mit EPYC „Ferrara“-CPUs und Pensando „Palma / Levanzo“-Chips. In Summe entsteht damit ein Bild, in dem AMD für KI-Racks ein „end-to-end“-Designprinzip verfolgt: CPU-Generationen treiben neue Speicher- und Beschleunigungsfähigkeiten, GPUs liefern HBM4e-basierte Beschleunigung, und die Plattform- und Interconnect-Ebene wird früh so mitgedacht, dass spätere Skalierungsschritte nicht an der Infrastruktur hängen bleiben.
Zen 8 positioniert AMD als bereits in Entwicklung befindlichen Nachfolger, der die 8.-Gen-EPYC-Familie „Ravenna“ antreiben soll. Der Text betont dabei ausdrücklich, dass AMD die Roadmaps nicht nur „beschleunigt“, um der wachsenden KI-Nachfrage gerecht zu werden, sondern einen erweiterten Zeit- und Technologiefahrplan mitbringt: mehr Performance, bessere Effizienz und zusätzliche Features. Für Entscheider heißt das, dass Planungszyklen im Rechenzentrum künftig stärker an Plattform- statt nur Chipgenerationen ausgerichtet werden müssen. Wer etwa heute Architekturentscheidungen rund um SP7/SP8, Speicherklassen wie DDR6-ähnliche Standards und ACE-Unterstützung fällt, bekommt damit eine messbare Grundlage für spätere Rack-Generationen wie Ferrara und Helios-600 – und kann Software- und Integrationsaufwände über mehrere Stufen hinweg strukturierter planen.
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