TOKYO / LONDON (IT BOLTWISE) – JAXA organisiert am 11. September 2026 einen hybriden internationalen Workshop zur Verbrennungsforschung im All. Im Fokus stehen Sicherheitsanforderungen für menschliche Mondmissionen, darunter die Frage, wie sich Feuer- und Brandphänomene unter veränderten Gravitationsbedingungen zuverlässig beherrschen lassen. Ergänzend wird diskutiert, wie KI und Raumexperimente neue Wege für effizientere und zugleich umweltfreundlichere Verbrennungstechnologien eröffnen. Der Call adressiert Forschende und Industrie, die sich auf die post-ISS-Ära nach 2030 vorbereiten wollen.

Am 11. September 2026 öffnet JAXA die Türen zu einem hybriden internationalen Workshop, der Verbrennungsforschung konsequent mit dem nächsten Ziel verbindet: menschliche Erkundung des Mondes und der schrittweise Übergang in die Zeit nach der ISS. Die Veranstaltung findet in Tokio im „X-NIHONBASHI TOWER“ (7F, 2-1-1 Muromachi, Chuo-ku) statt und kombiniert einen On-site-Teil mit Online-Zugang. Für Teilnehmende ist die Teilnahme kostenfrei; gleichzeitig ist die Registrierung erforderlich und endet, sobald die geplanten Kontingente erreicht sind – 60 vor Ort und 400 online.
Dass das Thema „Space Combustion Research“ gerade jetzt so breit aufgesetzt wird, hängt eng mit den Erkenntnissen aus Mikrogravitation zusammen. Der Workshop knüpft ausdrücklich an Verbrennungsforschung an, die in Mikrogravitätsumgebungen erarbeitet wurde – mit Bezug auf Experimente an Bord der Internationalen Raumstation ISS. In der Praxis bedeutet das: Unter reduzierter Gewichtskraft verhalten sich Strömungen, Flammenausbreitung und Wärmeübertragung anders als auf der Erde. Genau diese Effekte sind für die Brand- und Feuersicherheit relevant, wenn Menschen später auf der Mondoberfläche arbeiten, lange Systeme betreiben und Notfallabläufe zuverlässig funktionieren müssen.
Ein zentraler Strang der Agenda widmet sich deshalb nicht nur physikalischen Verbrennungsphänomenen, sondern auch den Konsequenzen für Sicherheit und Betrieb. Diskutiert werden Herausforderungen, die sich aus der Sicherstellung der Feuerprävention und -reaktion bei menschlicher Mondexploration ergeben. Dabei geht es weniger um theoretische Brandbilder, sondern um eine belastbare wissenschaftliche Grundlage: Welche Randbedingungen müssen für verlässliche Vorhersagen gemessen und modelliert werden, und wie lassen sich diese Erkenntnisse später in technischen Standards, Sensorik- und Abschaltlogiken übersetzen? Der Workshop adressiert außerdem „Combustion Phenomena under Lunar Gravity“ – also das Verhalten von Flammen und reaktiven Prozessen unter Bedingungen, die nicht nur eine Abschwächung von Gravitation darstellen, sondern das Gesamtsystem der Umwandlung von Energie und Stoffflüssen neu gewichten.
Neben der Sicherheitsdimension legt JAXA den Schwerpunkt auf die Weiterentwicklung der Verbrennungstechnologien selbst. Geplant sind Beiträge mit Blick auf „next-generation combustion technologies“ mit hoher Effizienz und niedrigem Umwelteinfluss. In diesem Kontext ist interessant, wie der Workshop den Weg von Raumexperimenten hin zu technologieorientierten Verbesserungen denkt: Mikrogravitationsstudien liefern oft präzisere Daten zu Grundmechanismen, weil störende Konvektionseffekte und Schwerkraft-getriebene Strömungen reduziert sind. Damit lassen sich Modelle trainieren und validieren, die wiederum die Auslegung von Prozessen und Systemen unterstützen. Besonders in Kombination mit KI-Methoden entsteht daraus ein Spannungsfeld aus Datenqualität, Modellierbarkeit und praktischer Transferierbarkeit.
Genau hier setzt ein weiterer Schwerpunkt an: die Integration von Künstlicher Intelligenz in Raumexperimente. Der Call benennt ausdrücklich, dass KI und Raumversuche zukünftige Innovationen in der Verbrennungstechnologie und der Verbrennungswissenschaft vorantreiben sollen. Das kann in der Praxis mehrere Rollen haben: KI kann bei der Auswertung komplexer Messdaten helfen, Muster erkennen, die in hohen Rauschpegeln experimenteller Umgebungen sonst schwer zu extrahieren wären, und zudem bei der Generierung oder Auswahl von Experimenten unterstützen, um in begrenzten Missionsfenstern schneller zu Ergebnissen zu kommen. Auch für die Modellierung ist KI häufig relevant, etwa wenn physikbasierte Ansätze durch datengetriebene Komponenten ergänzt werden, um Vorhersagen über neue Betriebspunkte zu verbessern.
Schließlich richtet der Workshop den Blick „post-ISS“ und damit auf die Zeit nach 2030. In der Ankündigung ist davon die Rede, dass Verbrennungsforschungsplattformen sowohl in Low Earth Orbit (LEO) als auch darüber hinaus eine Rolle spielen werden. Für die internationale Zusammenarbeit ist das entscheidend, denn LEO-Umgebungen sind nicht nur logistisch näher an vielen Experimentierprogrammen, sondern bieten auch eine Brücke zu operativen Missionsarchitekturen. Der Workshop will deshalb zukünftige Richtungen der Kooperation diskutieren, damit Verbrennungsforschungsplattformen nachhaltig genutzt werden können – mit klarer Verbindung zwischen wissenschaftlicher Kontinuität, Sicherheitszielen und technologischer Skalierung.
Wer teilnehmen möchte, findet eine klar formulierte Zielsetzung: „Anyone interested“ ist willkommen, sofern die Themen in Reichweite der eigenen Expertise liegen. Sprachlich ist der Workshop überwiegend Englisch geplant, inklusive einer Sitzung auf Japanisch; zudem sind KI-generierte Untertitel für beide Sprachfassungen vorgesehen. Damit adressiert die Veranstaltung nicht nur etablierte Verbrennungsforscher, sondern auch Entwicklerteams und wissenschaftliche Begleitungen, die sich mit Experimentdesign, Datenauswertung und Modell- bzw. KI-Integration beschäftigen. Die Mischung aus Mikrogravitation, Mondgravitation, KI-gestützter Analyse und LEO-Infrastruktur macht den Workshop zu einer Plattform für alle, die die nächsten Schritte in der Raumfahrttechnik datenbasiert und sicherheitsorientiert mitgestalten wollen.
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