LONDON (IT BOLTWISE) – Ein Kultmärchen aus den 1980er-Jahren ist vorübergehend kostenlos abrufbar und holt damit Kindheitserinnerungen zurück. Im Mittelpunkt steht „Mit dem Teufel ist nicht gut zu spaßen“, in dem Luzifer auf der Erde für Ordnung sorgen will. Das Stück mischt Fantasy mit klarer Gesellschaftskritik und setzt dabei auf turbulente Figurenkonstellationen. Wer das Märchen sehen möchte, bekommt es zeitlich begrenzt in einer Mediathek.

Wer heute nach einem kostenlosen Streaming-Termin sucht, landet erstaunlich schnell bei einem Klassiker aus den 1980er-Jahren: „Mit dem Teufel ist nicht gut zu spaßen“. Das Märchen arbeitet mit einer doppelten Ebene. Auf der Oberfläche geht es um Abenteuer, Schuld und Strafe, aber der Kern bleibt eine zeitlose Beobachtung menschlichen Fehlverhaltens. In der Story wird nicht einfach „gut“ gegen „böse“ ausgespielt, sondern die Frage gestellt, wie schnell die Moral unter Druck kippt.
Die Handlung beginnt bei einem jungen Mühlerssohn namens Peter, der nach dem Tod seines Vaters unter der Kontrolle einer habgierigen Stiefmutter steht. Diese treibt Peter ausgerechnet an die Front – weit weg vom eigenen Zuhause –, um sich Hof und Mühle zu sichern. Dadurch erhält das Märchen eine unerwartet harte soziale Dimension: Besitzdenken und Machtmissbrauch sind hier nicht nur Hintergrund, sondern der Motor, der Gewalt und Leid in die Handlung zieht. Während Peter versucht zu überleben, beobachtet Luzifer das Geschehen und erkennt, dass seine üblichen Pläne auf der Erde an Grenzen stoßen.
Luzifer und der Teufelsgehilfe Janek übernehmen dabei die Funktion, die im Märchen normalerweise anderen Figuren vorbehalten bleibt: das Chaos zu sortieren. Luzifer will Dorota holen, um sie für ihre Sünden zur Rechenschaft zu ziehen – allerdings nicht, weil er plötzlich „lieb“ wird, sondern weil er die eigenen Grenzen des Bösen erreicht. Janek versucht derweil, Peter zu finden, um ihm trotz des düsteren Settings noch eine realistische Chance auf Hilfe zu geben. Genau diese Spannung ist filmisch reizvoll: Das Urböse wird nicht als bloßes Schreckgespenst inszeniert, sondern als Akteur, der selbst Handlungslogik entwickelt.
Technisch betrachtet wirkt der Film auch heute noch erstaunlich anschlussfähig, weil er auf klar erkennbare Muster setzt: wiederkehrende Konfliktlinien (Familie, Abhängigkeit, moralischer Verfall) und eine Bildsprache, die Figurenpsychologie über sichtbare Gesten vermittelt. Damit lässt sich der Stoff im Streaming-Zeitalter leichter in den Alltag holen als viele sperrige Klassiker, die nur für Cineasten funktionieren. Außerdem zeigt die damalige Märchentradition, dass Fantasy nicht zwangsläufig eskapistisch sein muss; sie kann ebenso ein Werkzeug sein, um Machtstrukturen indirekt zu kritisieren – mit Unterhaltung als Transportmittel.
Auch die Rezeption belegt, dass die Mischung aus Humor, Turbulenz und Gesellschaftskritik funktioniert. Das Märchen erhielt 1985 eine Auszeichnung im Bereich für Kinder und junge Zuschauende. Für viele Zuschauer ist außerdem der Gedanke zentral, dass der Teufel hier auf die Erde kommt, um „Recht und Ordnung“ wiederherzustellen – nur eben aus einer Perspektive, die alles andere als neutral ist. In dieser Umkehr steckt eine typische Märchenlogik: Wenn selbst der Gegenspieler eingreift, dann hat die menschliche Freiheit offenbar ein Maß überschritten, das nicht mehr von Selbstkontrolle getragen wird.
Für alle, die jetzt einschalten wollen, gilt: Der Film ist zeitlich begrenzt kostenlos in einer Mediathek verfügbar. Gleichzeitig ist er nach der beschriebenen Ausstrahlung auf Streamingportalen zunächst nicht dauerhaft abrufbereit gewesen. Wer den Klassiker nicht verpasst, sollte deshalb auf den konkreten Zeitraum achten. Und wer ohnehin gern ältere TV- und Filmunterhaltung nutzt, kann das Märchen als Einstieg in eine ganze Reihe weiterer Produktionen nehmen, die ebenfalls aus derselben Märchenwelt stammen – etwa mit Titeln wie „Galoschen des Glücks“, „Frau Holle“ oder „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“.
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