LONDON (IT BOLTWISE) – Theresa Willis Peters koordiniert am UCLA Center for the Art of Performance (CAP UCLA) Programme, die K-12-Schüler mit professionellen Künstlern aus Musik, Tanz und Theater zusammenbringen. Über kostenlose Matinees auf dem Campus und mehrwöchige Unterrichtsreihen in Schulen vermittelt sie nicht nur Inhalte, sondern auch Einblicke in kreative Prozesse. Im Gespräch beschreibt sie, warum diese Begegnungen für Schüler, Künstler und Mitarbeitende langfristige Erinnerungen schaffen. Außerdem nennt sie ihr persönliches Karriereprinzip: gezielt nach dem zu fragen, was einen erfüllt.

Theresa Willis Peters steht sinnbildlich für eine besondere Form von Kulturvermittlung: nicht als Einbahnstraße von Bühne zu Publikum, sondern als Gespräch zwischen professionellen Touring-Artists und K-12-Schülern. Am UCLA Center for the Art of Performance (CAP UCLA) organisiert sie Programme, in denen Kinder und Jugendliche Künstler nicht nur „sehen“, sondern ihre Arbeit verstehen lernen. Der Kern liegt dabei in der Kombination aus Campus-Besuchen und Unterrichtsprojekten, die aufeinander aufbauen und inhaltliche Anker aus dem jeweiligen Auftritt in die Klassenzimmer übertragen.
Ausgangspunkt für ihre Laufbahn war ein studentischer Einstieg: Willis Peters kam über den Student Committee for the Arts an CAP UCLA und fand dort eine Aufgabe, die sie dauerhaft an den Campus band. Wochen nach ihrem Abschluss im Jahr 2003 startete sie dann offiziell als Assistenzkraft im Programmbereich „Design for Sharing K-12“, inklusive administrativer Aufgaben wie Telefonannahme und dem Versenden von Einladungen. Interessant ist, wie konsequent sich daraus eine operative Kompetenz entwickelt hat: Heute arbeitet sie als Performing Arts Education Program Coordinator und gestaltet Abläufe, Auswahlentscheidungen und pädagogische Formate so, dass die Begegnungen für Schulen skalierbar werden.
Technisch und organisatorisch zeigt sich die Arbeitsweise vor allem in der Reise- und Projektlogik der Programme. In der laufenden Saison bringt CAP UCLA Dutzende Schulen in der Stadt zusammen, um kostenlose Matinees mit internationalen Musik-, Tanz- und Theaterkünstlern zu ermöglichen. Die Aufführungen sind dabei kein Selbstzweck: Nach den Shows stellen die Künstler Arbeitsauszüge aus ihrem Repertoire vor und nehmen sich Zeit für Gespräche über Entstehung, Motivation und die berufliche Entwicklung zum professionellen Künstler. Die Schüler erhalten so eine zweite Ebene neben dem künstlerischen Ergebnis – sie lernen, wie Stücke entstehen, und erleben Kunstschaffende als Menschen.
Daneben arbeitet Willis Peters direkt in Schulen, oft über mehrwöchige Residencies oder Intensivphasen, etwa am Robert F. Kennedy UCLA Community School in Koreatown. In diesen Formaten kommen keine abstrakten Lehrkonzepte, sondern handfeste Materialien: Kunst-Supplies in Rollwagen oder Tragetaschen begleiten die Teams ins Klassenzimmer. Dort arbeiten Schülerinnen und Schüler der vierten, fünften und sechsten Jahrgangsstufe in Projekten zu bildender Kunst und kreativen Schreibaufgaben. Dass die Performance-Vorlage inhaltlich als thematischer Anker dient, ist dabei entscheidend: Der Theaterbesuch oder der Tanzabend wird zur Grundlage, die im Unterricht produktiv weiterverarbeitet wird, statt nur als Event „abgehakt“ zu werden.
Auf der Ebene der Motivation beschreibt Willis Peters ihre Aufgabe nicht primär als Programmbetrieb, sondern als Raum schaffen für Touring-Artists „aus aller Welt“. Ihre Formulierung zielt auf einen doppelten Nutzen: Junge Menschen sollen sich mit Künstlern austauschen und gleichzeitig unterschiedliche Perspektiven reflektieren können. Gleichzeitig sieht sie in den Begegnungen eine Art „Joy Machine“ – weil jede Saison neue Geschichten, Fragen und kreative Ergebnisse hervorbringt. Für die Künstler, das pädagogische Personal und die Schulen bleibt das Engagement demnach nicht repetitiv, sondern wird durch die Reaktionen der Kinder und durch die Offenheit der Interaktion immer wieder neu.
Auch ihr Blick auf die K-12-Schüler ist dabei konkret: Willis Peters sagt, sie lasse sich von Ehrlichkeit und Kreativität der Kinder inspirieren. Gerade weil sie offen auf das Programm reagieren, entstehe eine besondere Dynamik – die Kinder betrachten die Welt über ihre Fragen und ihre eigenen Kreationen. Diese Beobachtung verknüpft sie mit dem Schulalltag am RFK Community School und mit der Arbeit der UCLA-Trainierten Lehrkräfte. So entsteht ein Bild, in dem kulturelle Bildung auch dann trägt, wenn die äußeren Rahmenbedingungen von Unsicherheit geprägt sind.
Was sie am UCLA-Umfeld besonders schätzt, beschreibt sie als „eigenes Universum“: Man könne unmöglich alles schaffen, was dort an Wissen, Gesprächen und Expertise vorhanden ist. Gleichzeitig erwähnt sie, dass sich Karrierepfade manchmal schließen, wenn ehemalige Teilnehmende nach ihren Schulprogrammen später selbst an der Universität ankommen und den Kontakt suchen. Einige übernehmen anschließend Praktika oder ehrenamtliche Rollen, andere werden professionelle Künstler oder gehen auf weiterführende Schulen in den USA. Für Willis Peters ist das ein Beleg dafür, dass solche Programme nicht nur kurzfristige Erlebnisse liefern, sondern langfristige Bindungen und Berufswege anstoßen.
Zum Schluss verdichtet Willis Peters ihre Mentoren-Lehre in zwei Sätzen, die als Handlungsanweisung für Beschäftigte und Einsteigende taugen: Erstens solle man gezielt nach dem fragen, was man wirklich will – und dabei klar benennen, was Freude auslöst und worin man erfolgreich sein kann. Zweitens rät sie, in Bewegung zu bleiben: „stay tuned in“, also am Campusgeschehen dranbleiben und über den eigenen Arbeitsbereich hinaus präsent sein. Wer sich aus einer Komfortzone heraus auf das bezieht, was rundherum passiert, baut sich laut ihrem Erfahrungswert ein Netzwerk auf, das weit über die eigene Abteilung hinaus wirkt.
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