LONDON (IT BOLTWISE) – Can Tho setzt auf eine Strategie bis 2030, um im Provincial Innovation Index dauerhaft unter die Top 5 zu kommen. Grundlage sind die PII-Werte von 2025 mit insgesamt 46,21 Punkten und Rang 10 landesweit. Als Bremsklötze gelten ein staatlich geprägtes, teils unflexibles Innovationsumfeld, Ressourcenfragmentierung und zu geringe Vernetzung der relevanten Akteursgruppen. Im Zentrum stehen ein KI-Ökosystem, Public-Private-Partnership-Modelle und ein regionales Koordinierungszentrum, das die Kräfte bündeln soll.

Can Tho nimmt sich bis 2030 ein ehrgeiziges Ziel vor: dauerhaft unter die Top 5 im Provincial Innovation Index zu rutschen. Ausgangspunkt ist die Messung aus dem Jahr 2025, in der die Stadt auf 46,21 Punkte kam und damit im landesweiten Vergleich Rang 10 unter 34 untersuchten Einheiten belegte. Gleichzeitig ordnete die Auswertung Can Tho innerhalb des Mekong-Deltas als führende Kraft ein. Damit ist die Richtung klar, aber die Herausforderung ebenso: Rang 10 bedeutet, dass es bereits funktionierende Teilbereiche gibt, während die Hebel für einen Sprung in die Spitzengruppe noch nicht sauber genug ineinandergreifen.
Die Daten liefern dafür eine belastbare Diagnose. Bei den Institutionen erzielte Can Tho 65,87 Punkte und landete damit auf Rang 4. Auch beim Sektor Wissen und Innovation reichte es mit 37,25 Punkten immerhin zu Rang 6; bei der Messung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wirkung kamen 57,44 Punkte zustande und damit zu Rang 9. Das Muster wirkt zunächst paradox: Wo Strukturen und Wirkung anscheinend besser funktionieren, bremsen offenbar die „Verbindungsstellen“ im Innovationssystem. Genau diese Lücke benannte ein Expertengremium Ende Juli 2026 als zentrale Innovationsbarrieren: ein durch staatliche Steuerung geprägtes, teils unflexibles Ökosystem, eine starke Fragmentierung der vorhandenen Ressourcen sowie eine unzureichende Vernetzung der fünf zentralen Akteursgruppen in der Innovationslandschaft.
Für die Umsetzung ist deshalb nicht nur „mehr Technologie“ entscheidend, sondern die Architektur der Zusammenarbeit. Die Strategie bündelt ihre drei zentralen Hebel explizit in KI-Ökosystem, PPP-Modelle und ein regionales Koordinierungszentrum. Technisch betrachtet zielt ein KI-Ökosystem darauf, Datenflüsse, Kompetenzen und industrielle Anwendungspfade so zu orchestrieren, dass KI-Entwicklung nicht als Einzelprojekt endet. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Pilotvorhaben in skalierbare Services überführt werden – etwa indem Unternehmen, Forschung und Verwaltung entlang wiederholbarer Use-Cases zusammenarbeiten. Genau hier setzt auch das zweite Element an: PPP-Modelle sollen Investitionen in zukunftsweisende Technologien absichern, ohne dass öffentliche Mittel allein die Finanzierung tragen müssen. In vielen Innovationsprogrammen ist das der entscheidende Unterschied zwischen „Förderlogik“ und „Umsetzungslogik“: Sobald Private ein Risiko- und Umsetzungsversprechen geben, steigt meist auch der Druck auf klare Schnittstellen, messbare Outputs und Betriebsperspektiven.
Ergänzend soll ein regionales Koordinierungszentrum die bisher fragmentierten Ressourcen bündeln und als zentrale Kontakt- und Steuerungsinstanz fungieren. Dazu passt der Plan für ein Wissensdreieck, das den Austausch zwischen Forschung, Lehre und wirtschaftlicher Anwendung verstetigen soll. In der Praxis bedeutet das häufig: gemeinsame Programme für Qualifizierung, einheitliche Kriterien für die Bewertung von Projekten und eine Pipeline, über die Ergebnisse aus Forschung schneller in produktionsnahe Tests gelangen. Für Can Tho ist das besonders relevant, weil die PII-Daten zwar auf überdurchschnittliche Ergebnisse in Wirkung und Institutionen hindeuten, die Gesamtperformance aber offenbar an der „Systemkopplung“ hängt. Wenn Ressourcen fragmentiert sind, entstehen nicht selten parallele Initiativen – mit unterschiedlichen Datenzugängen, Zieldefinitionen und Prioritäten – die sich dann gegenseitig Zeit und Budget kosten.
Auch die zeitliche Staffelung ist auf die Umsetzung ausgerichtet: Für den Zeitraum 2026 bis 2030 sollen Wissenschaft, Technologie und die digitale Transformation als primäre Motoren des regionalen Wachstums fungieren. Der Plan positioniert die digitale Transformation dabei nicht nur als technischen Prozess, sondern als strukturelle Neuausrichtung der regionalen Wirtschaft. Das ist insofern mehr als ein Schlagwort, als KI-Anwendungen typischerweise neue organisatorische Rollen erfordern – vom Datenmanagement bis zur Integration in bestehende Prozesse. Can Tho setzt daher auf die gezielte Förderung von KI-Anwendungen und auf die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren. Genau diese Kopplung adressiert gleich mehrere der zuvor genannten Barrieren: Unflexible staatliche Steuerung wird nicht durch „weniger Staat“, sondern durch klarere, koordinierende Strukturen und mehr Einbindung privater Umsetzungskapazitäten adressiert; Fragmentierung soll durch Bündelung und gemeinsame Programme sinken; die Vernetzung soll durch das Koordinierungszentrum und das Wissensdreieck dauerhaft gesichert werden.
Ob das reicht, hängt letztlich an messbaren Umsetzungsmechanismen. Der Zielkorridor „Top 5“ setzt voraus, dass Can Tho nicht nur einzelne Kennzahlen verbessert, sondern vor allem das Zusammenspiel der Kategorien stärkt – also die Lücke zwischen Institutionen und Wissen, zwischen Input und messbarer Wirkung. Unternehmen konsequent in das Zentrum des Innovationsprozesses zu rücken, ist dabei ein logischer Schritt, weil Unternehmen am Ende die Skalierung und den Betrieb verantworten müssen. Neben den strategischen Bausteinen wird es deshalb darauf ankommen, wie schnell aus dem KI-Ökosystem ein belastbares Programm entsteht: mit wiederholbaren Pilotpfaden, einer sauberen Governance zwischen öffentlichen und privaten Partnern und einer Art „Projekttrichter“, der nicht bei Ausschreibungen endet. Wenn Can Tho diesen Übergang in den Jahren 2026 bis 2030 schafft, ist die Chance realistisch, den Sprung von Rang 10 in Richtung Top 5 im Provincial Innovation Index substantiell vorzubereiten.
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