ITALY / LONDON (IT BOLTWISE) – Thales Alenia Space hat einen Vertrag mit OHB Italia unterzeichnet, um die Satellitenplattform PRIMA-S für die PRISMA-Second-Generation-Mission zu entwickeln und bereitzustellen. Die Mission soll 2031 starten und eine modernisierte hyperspektrale optische Nutzlast liefern, die Landflächen, Vegetation sowie Binnengewässer und Küstenumgebungen präziser abbilden soll. Das System erweitert damit die italienische Erdbeobachtung um deutlich bessere räumliche Auflösung als beim Vorgänger. Für Unternehmen und Behörden entsteht zugleich ein weiterer Baustein für kontinuierliche Monitoring-Datenströme.

Italiens Erdbeobachtung bekommt mit der PRISMA Second Generation einen nächsten Entwicklungsschritt, bei dem die Satellitenarchitektur nicht nur an die Messanforderungen angepasst wird, sondern auch die operative Flexibilität im Blick behält. Thales Alenia Space meldet, dass das Unternehmen im Rahmen einer industriellen Struktur der italienischen Raumfahrtbehörde gemeinsam mit OHB Italia vorgeht: OHB Italia agiert als Prime Contractor für die Mission und die Systemintegration, während Thales Alenia Space die Satellitenentwicklung und den Plattformaufbau verantwortet. Kernstück ist dabei die PRIMA-S-Plattform, die Thales Alenia Space als Satellitenbus fertigt und liefert, während die hyperspektrale Instrumentierung als Customer Furnished Item von Leonardo bereitgestellt wird.
Technisch betrachtet steht PRIMA-S in einer Multi-Mission-Linie, die auf den HE-R1000 Produktzweig zurückgeführt wird. Das ist für die strategische Einordnung relevant, weil der Bus nicht auf eine einzelne Nutzlastklasse festgenagelt ist, sondern laut Beschreibung sowohl optische als auch Radar-Payloads unterstützen kann. Damit adressiert das Design typische Anforderungen von Low Earth Orbit bis Medium Earth Orbit, wo sich oft der Spagat aus Bildqualität, Bahnprofil und Datenrate ergibt. Im Mittelpunkt der zweiten Missionsevolution steht jedoch das hyperspektrale optische System: Leonardo liefert ein aufgerüsttes Instrument, das höhere Signal-zu-Rausch-Verhältnisse (SNR) erreichen soll und dafür ausgelegt ist, häufigere Umläufe über vielfältige Spektralbänder hinweg zu ermöglichen.
Ein messbarer Qualitätshebel wird dabei direkt benannt: Die Plattform- und Instrumentagilität soll die räumliche Auflösung auf mindestens 10 Meter pro Pixel anheben. Damit wird die Lücke zum ersten PRISMA-Satelliten deutlich geschlossen, der mit 30 Metern pro Pixel spezifiziert war. Für Landnutzung und Umweltmonitoring ist das mehr als eine Marketingzahl, denn bei 10 Metern lassen sich Strukturen mit kleinerer Flächenausdehnung und heterogenere Mischsignaturen in Vegetations- und Gewässerumgebungen besser trennen. Genau diese Anwendungsfelder – Landoberflächen, Vegetation, Binnengewässer sowie Küstenzonen – werden für die zweite Generation als zentrale Zielbilder genannt, wobei die Mission auf kontinuierliche hyperspektrale Datenströme zielt.
Der Programmkontext ordnet die Beschaffung außerdem in eine Linie über frühere Systemstudien ein. Der zweite-Generation-Vertrag soll die Hardwarekonstruktionsphase formalisieren, nachdem Designstudien abgeschlossen wurden; genannt wird dabei auch eine Machbarkeitsstudie von Thales Alenia Space für PRISMA Second Generation. Operativ wird das Ergebnis in bestehende nationale und europäische Datenlandschaften einsortiert: Die PRISMA-2-Daten sollen die italienischen Bildgebungsströme ergänzen und parallel zu Assets wie der IRIDE-Satellitenkonstellation sowie den Radarplattformen COSMO-SkyMed verfügbar werden. Für Nutzer aus Katastrophenschutz, Landwirtschaft und Forschung entsteht daraus ein zeitlich dichterer Blick, weil hyperspektrale optische Messungen mit Radarbeobachtung besonders dann wertvoll sind, wenn Bewölkung oder Beleuchtung die optische Bildgebung einschränken.
Auch organisatorisch ist der Rollenmix klar verteilt: OHB Italia verantwortet als Prime Contractor die end-to-end Systemintegration, Thales Alenia Space deckt die Satellitenengineering- und Plattformbau-Komponente ab, und Leonardo liefert die Kernkomponente des optischen Nutzlastsegments. Dieses Modell ist in Raumfahrtprogrammen häufig, weil es die Spezialisierung entlang der Wertschöpfungskette ausnutzt: Plattformteams optimieren Schnittstellen, Leistungshaushalt, Mechanik und Systemtests, während Nutzlastanbieter die instrumentennahe Signalverarbeitung und Spektralperformance treiben. Für die Programmlogik bedeutet das: Schnittstellen- und Kalibrierungsarbeit werden zu einem zentralen Erfolgsfaktor, insbesondere wenn eine modernisierte Nutzlast mit neuen Leistungsparametern und Zielbandbreiten in einen bereits entwickelten Bus integriert wird.
Der Zeitplan bleibt auf den Markenkern „Bau und Integration bis Start“ fokussiert: Fertigung, Integration und Plattformtests sollen auf ein Zielstartdatum im Jahr 2031 zulaufen. Sobald der Satellit in einer Low Earth Orbit-Phase operationell ist, soll er die beschriebenen kontinuierlichen Datenströme liefern – für Umweltmonitoring, Bewertungen landwirtschaftlicher Flächen, Ressourcenmanagement und Klimaforschung. In der Leitungskommunikation betont Thales Alenia Space zudem, dass die Kooperation mit der italienischen Raumfahrtbehörde und OHB Italia für das Unternehmen eine Gelegenheit ist, seine Fähigkeiten in der Erdbeobachtung auszubauen; Giampiero Di Paolo, Deputy CEO und Senior Vice President für Observation, Exploration, and Navigation, sagte dazu: „This collaboration with the Italian Space Agency and OHB Italia represents a significant opportunity for Thales Alenia Space to advance its capabilities in Earth Observation, benefiting the scientific community and supporting practical applications for improved environmental resource management and better understanding of global phenomena, “ und verwies anschließend auf die Erfahrung mit Earth-Observation-Satelliten wie Copernicus sowie COSMO-SkyMed der ersten und zweiten Generation.
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