DEUTSCHLAND / LONDON (IT BOLTWISE) – Anhaltende Hitzewellen verschärfen den Flüssigkeits- und Kreislaufstress im Körper, besonders wenn Getränke mit Koffein oder Alkohol im Spiel sind. In einer 250-ml-Dose stecken laut Bundesinstitut für Risikobewertung etwa 80 Milligramm Koffein. Das BfR stuft eine Einzeldosis bis 200 Milligramm und eine Tagesdosis bis 400 Milligramm grundsätzlich als unbedenklich ein, warnt aber vor den Auswirkungen bei extremer Hitze. Parallel mahnt die DGE zu einer gleichmäßigen Flüssigkeitszufuhr in kleinen Schlucken über den Tag verteilt.

BfR warnt bei Hitze: 80 mg Koffein aus Energy-Drinks kritisch
BfR warnt bei Hitze: 80 mg Koffein aus Energy-Drinks kritisch (Foto: IT BOLTWISE)
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Wenn Temperaturen über längere Zeit deutlich über dem Normalbereich liegen, kippt der Körperhaushalt oft schleichend: Der Kreislauf muss mehr Wärme abführen, Schweiß verdunstet, und damit steigen der Bedarf an Wasser sowie an Salzen und Mineralstoffen. Genau in dieser Phase geraten Getränke, die sonst als „Erfrischung“ wahrgenommen werden, in den Fokus der Risikodiskussion. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) stellt in seinem Warnkontext nicht Koffein generell an den Pranger, sondern ordnet den Wirkstoff entlang der Situation ein: Bei extremer Hitze zählt, was im Körper gleichzeitig passiert – also nicht nur die reine Koffeinmenge, sondern auch Flüssigkeitsstatus, Belastungsgrad und Dauer des Aufenthalts.

Technisch betrachtet wirkt Koffein auf mehreren Ebenen: Es beeinflusst die Erregbarkeit des Nervensystems, kann bei manchen Menschen wachheitssteigernd wirken und verändert damit auch das Trink- und Belastungsverhalten. In der konkreten Alltagszahl nennt der Text den Dreh- und Angelpunkt für Energy-Drinks: Eine 250-ml-Dose enthält etwa 80 Milligramm Koffein. Das BfR nennt als Orientierung eine Einzeldosis von bis zu 200 Milligramm und eine Tagesdosis von 400 Milligramm als unbedenklich – gleichzeitig macht die Warnung klar, dass diese Einordnung bei Hitze nicht einfach „übertragbar“ ist. Denn in Hitze spielt Wasserhaushalt die Hauptrolle: Wer in kurzen Abständen mehrere Dosen trinkt, erhöht nicht automatisch nur die Koffeinaufnahme, sondern verschiebt auch, was sonst für die Kompensation des Flüssigkeitsverlusts nötig wäre.

Die Alternative, die in der Diskussion deutlich benannt wird, beginnt eher am Esstisch als im Getränkeregal. Wassermelonen und Beeren sowie Gurken, Tomaten, Fenchel und Brokkoli werden als besonders geeignet beschrieben, weil sie den Flüssigkeitshaushalt unterstützen. Auch der Text nennt Beispiele, die sich gut veranschaulichen lassen: Radieschen bringen es auf 95 Prozent Wasseranteil, Sellerie, Karotten und Rote Bete liegen bei etwa 88 Prozent. Daneben wird der zweite Baustein betont: Elektrolyte wie Kalium und Magnesium. Gerade bei intensiver Belastung oder langem Aufenthalt in der Hitze kann eine gezielte Zufuhr sinnvoll werden – und mit angemessenen Salzmengen wird zudem erklärt, dass Salz den Zellen hilft, Flüssigkeit besser zu speichern. Interessant ist dabei auch die erwähnte Rolle scharfer Speisen: Chili wird als Beispiel für eine mögliche „kühlende“ Reaktion des Körpers genannt, was zeigt, dass Ernährung in Hitze nicht nur „Volumen“ liefert, sondern auch Stoffwechsel- und Thermoregulationsprozesse beeinflusst.

Beim Thema Flüssigkeitsspektrum rückt außerdem die Frage nach dem richtigen Timing in den Mittelpunkt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt statt Energy-Drinks vor allem Wasser, ungesüßten Kräutertee oder verdünnte Saftschorlen. Entscheidend ist dabei nicht nur „was“, sondern „wie oft“: Flüssigkeit soll in kleinen Schlucken über den Tag verteilt aufgenommen werden, statt große Mengen auf einmal zu trinken. Genau an dieser Stelle zeigt sich, wie Hitze-Management im Alltag oft scheitert: Viele Menschen gleichen Durst in der Mittagssonne nach, statt kontinuierlich nachzutanken. Das kann den Kreislauf belasten, weil der Körper Zeit braucht, um die Flüssigkeit zu verarbeiten und Elektrolyte gleichmäßig zu nutzen. Alkohol wiederum wird im Text klar als ungeeignet beschrieben, weil er die Urinausscheidung anregt und Gefäße erweitert – beides erhöht das Risiko für Kreislaufprobleme.

Damit ist die Debatte um Getränke und Ernährung aber nicht nur ein individuelles Gesundheitsproblem. Parallel läuft auf gesellschaftlicher Ebene die Suche nach strukturierten Schutzkonzepten. Anfang August forderte Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth die Umsetzung eines nationalen Hitzeaktionsplans bis zum Sommer 2027. Der Text ordnet das Vorhaben zugleich historisch und international ein: Als Orientierung wird der „Plan Canicule“ aus Frankreich genannt. Für Deutschland liefert das Robert Koch-Institut (RKI) die Lagebeschreibung: Bis Mitte Juli 2026 verzeichnete es fast 10.000 Hitzetote – deutlich mehr als in den Vorjahren seit 2016. In diesem Kontext wird verständlich, warum die Empfehlungen zu trinken, zu essen und Elektrolyte zu beachten nicht nur „Lifestyle-Tipps“ sind, sondern in Präventionsstrategien hineinspielen. Wer in Pflege, Gesundheitswesen, bei körperlicher Arbeit im Freien oder im öffentlichen Raum Verantwortung trägt, muss Maßnahmen so gestalten, dass sie in Hitzezeiten zuverlässig greifen.

Auch die mentale Dimension wird im Text explizit aufgegriffen: Umweltpsychologen beobachten bei Hitze und Dürre einen Anstieg depressiver Stimmungen, von Angstzuständen und Aggressionen, besonders betroffen seien sozial oder körperlich benachteiligte Gruppen. Das ergänzt die physische Perspektive, weil Stress bei Hitze nicht nur aus Temperatur entsteht, sondern auch aus Schlafmangel, Belastung im Alltag und eingeschränkter Erholung. In der Praxis heißt das: Ernährung und Flüssigkeit sind zwar zentrale Hebel, doch sie wirken innerhalb eines Gesamtsystems aus Wohlbefinden, sozialer Unterstützung und Zugang zu Abkühlung. Genau deshalb passt die im Text erwähnte Idee zusammen, Lebensmittel so auszuwählen, dass sie Erschöpfung lindern und Prozesse unterstützen können, die mit Immunstabilität und Entzündungsneigung zusammenhängen – auch wenn solche Formulierungen in populären Ratgebern oft in den Vordergrund treten und im Detail je nach Studie unterschiedlich ausfallen können.

Schließlich macht der Text deutlich, dass Hitze nicht an Stalltoren und Feldgrenzen Halt macht. In der Agrarwirtschaft setzt Hitzestress laut Angaben bei Kühen ab 20 Grad ein, bei Schweinen ab 22 Grad und bei Hühnern ab 24 Grad Celsius. Eine im August veröffentlichte Studie des Forschungsinstituts für Nutztierbiologie (FBN) wird so zusammengefasst, dass bereits moderater Hitzestress bei Milchkühen zu Entzündungszeichen und einer Beeinträchtigung der Immunabwehr führen kann. Daraus leiten sich konkrete Managementpflichten ab: Tierhalter müssen für ausreichende Beschattung und Frischwasser sorgen. Besonders drastisch wird die Lage in Frankreich beschrieben, wo Ende Juni bis zu drei Millionen Hühner infolge der Hitze gestorben sein sollen. Auch in Norddeutschland sei ein deutlicher Anstieg der Tierverluste registriert worden, und Hitzestress begünstige zudem die Ausbreitung von Krankheiten; in Süddeutschland seien bereits über 100 Betriebe von einem neuen Rindervirus betroffen. Für Entscheidungsträger in Landwirtschaft und Versorgungsketten ergibt sich daraus ein klarer, technisch-operativer Punkt: In Hitze ist Kühlung, Wasserbereitstellung und Monitoring kein „Nice-to-have“, sondern Teil der Risikoreduktion.

Für die nächste Planungssaison verschiebt sich damit die Perspektive: Hitzeprävention ist sowohl ein medizinisches als auch ein organisatorisches Thema. Für Unternehmen mit Außendienst, Logistik oder Produktion im Freien bedeutet das, Getränke- und Essensangebote am Arbeitsort stärker nach physiologischen Kriterien auszurichten – etwa durch Wasser, ungesüßte oder verdünnte Optionen, und durch Elektrolyt-orientierte Unterstützung bei entsprechender Belastung. Gleichzeitig sollten Mitarbeitende klare Regeln bekommen, wann Energy-Drinks unpassend sind und warum Alkohol bei Hitze besonders ungünstig wirkt. Auf politischer Ebene schafft der geforderte Hitzeaktionsplan bis Sommer 2027 zudem die Folie, in der solche Empfehlungen von der individuellen Ebene in Standards für Schutz, Infrastruktur und Kommunikation überführt werden können. Am Ende geht es bei all den Zahlen und Warnhinweisen um eine einfache Kette: Flüssigkeit und Elektrolyte stabil halten, Belastung dosieren, Risiken durch stimulierende oder entwässernde Getränke begrenzen.


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