LONDON (IT BOLTWISE) – XRP notiert bei rund 1,07 US-Dollar und bleibt damit etwa 72% unter dem Allzeithoch von 3,84 US-Dollar aus Januar 2018. Der SEC-Fall ist laut den Angaben im Text seit August 2025 abgeschlossen, Börsen haben XRP wieder gelistet. Gleichzeitig steigt die Umlaufmenge: Von rund 34 Mrd. XRP am Peak bis heute etwa 63 Mrd. prägt vor allem das Angebot den Kursdruck. Zudem gibt es laut Quelle weder Staking für XRP noch eine große, systematische Sperr-Logik, während Bitcoin Halvings und Ethereum Staking stark verknappen.

Warum XRP trotz SEC-Abschluss und Ripple-Wachstum nicht an Bitcoin-Niveaus anschließt
Warum XRP trotz SEC-Abschluss und Ripple-Wachstum nicht an Bitcoin-Niveaus anschließt (Foto: IT BOLTWISE)
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XRP wird in den letzten Jahren immer wieder im gleichen Atemzug mit Bitcoin und Ethereum genannt – aber der Kurspfad wirkt bis heute wie eine Parallelwelt. Während Bitcoin seinen starken zyklischen Aufstieg zuletzt erneut unter Beweis stellte und Ethereum mit Spot-ETFs zusätzliche institutionelle Nachfrage anzieht, hängt XRP bei rund 1,07 US-Dollar fest. Der Text legt als Ausgangspunkt fest, dass XRP damit weiterhin etwa 72% unter dem 2018er-Allzeithoch von 3,84 US-Dollar liegt. Entscheidend ist dabei nicht nur die Preiszahl, sondern der Mechanismus dahinter: In der Quelle werden mehrere Treiber nebeneinandergelegt – Angebot, fehlendes Staking, unterschiedliche Wertübertragung zwischen Ripple-Ökosystem und Token – und genau diese Kombination erklärt, warum der Markt den Aufholprozess nicht im selben Tempo bewertet.

Technisch betrachtet beginnt die Argumentation mit der Token-Ökonomie. Am historischen Peak im Januar 2018 seien laut Quelle etwa 34 Milliarden XRP im Umlauf gewesen, die den Token auf einen Marktwert von rund 130 Milliarden US-Dollar gehoben hätten. Heute seien es dagegen etwa 63 Milliarden XRP. Wenn man das gleiche Preisniveau von 3,84 US-Dollar erneut erreichen wollte, müsste – vereinfacht über den Marktwert gedacht – die Marktkapitalisierung auf ungefähr 242 Milliarden US-Dollar wachsen. Dazu kommt ein weiterer Supply-Effekt: Ripple lasse laut den Angaben pro Monat bis zu eine Milliarde XRP aus einem Escrow-Konstrukt frei, sperre aber anschließend wieder einen Großteil. Auch wenn dadurch nicht automatisch „alles“ unkontrolliert auf den Markt gelangt, entsteht ein grundsätzliches Angebotsprofil, das Kursanstiege erschwert, sobald keine starke Nachfrage entsteht, die das zusätzliche Angebot überkompensiert.

Der Text setzt an dieser Stelle einen Kontrast zu den Mechanismen, die Bitcoin und Ethereum Preisimpulse liefern. Bitcoin besitzt Halvings: Alle etwa vier Jahre sinkt dabei die Blockprämie für Miner, wodurch die Rate neu erzeugter Coins abnimmt. Laut Quelle führten diese „Fenster“ historisch jeweils dazu, dass der BTC-Preis über die Phase hinweg anziehen konnte, bis schließlich Käufer erschöpft waren und nach Peaks jeweils deutliche Korrekturen folgten. Ethereum funktioniert anders: Es gibt kein Halving, aber Staking bindet Coins in Validierung und erzeugt eine Rendite. Zusätzlich verbrennt Ethereum laut dem Text einen Teil der Transaktionsgebühren („burn“), was die Netto-Inflation weiter drückt. XRP hingegen verfügt in der Darstellung über keine Staking-Option für Tokenhalter; außerdem „brennt“ das XRP Ledger pro Transaktion nur 0,00001 XRP. Selbst wenn sehr viele Transaktionen laufen würden, wäre die Größenordnung der Burn-Wirkung demnach zu klein, um relevante Teile der zirkulierenden Menge dauerhaft aus dem Markt zu ziehen.

Parallel zur Token-Ökonomie adressiert der Artikel auch den regulatorischen Treiber – und erklärt damit, warum XRP zwar wieder handelbar wurde, aber dennoch nicht automatisch dem Bitcoin-/Ethereum-„Institutionenpfad“ folgt. Die Quelle erinnert daran, dass die SEC XRP 2020 als nicht registrierte Sicherheit eingeordnet haben soll und dass US-Börsen XRP daraufhin delisteten. Nach einer späteren Gerichtseinschätzung, wonach bestimmte Verkäufe auf Exchanges nicht als Sicherheit eingeordnet wurden, kamen Börsen-Relistings zurück; der Text nennt zudem, dass der SEC-Fall im August 2025 abgeschlossen worden sei. Das sorgt kurzfristig für Liquidität und erleichtert Käufe. Doch selbst mit geöffneten Handelsmöglichkeiten, so die Kernaussage, endet die Wachstumslogik nicht bei der Freigabe – denn ohne ausreichend starke Nachfrage und ohne knapperes Angebot bleiben XRP-Preissprünge limitiert. Genau hier landet der Text bei der These, dass XRP nicht „5% short“ aus Zufall hinter dem 2018er-ATH zurückbleibt, sondern systematisch durch die Kombination aus Umlaufmenge und fehlendem strukturellem Locking.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Beziehung zwischen Ripple als Unternehmen und dem Token XRP. Der Artikel stellt klar: XRP vermittelt laut Quelle keinen direkten Anspruch auf Ripple. Ripple sei zudem privat organisiert; das operative Geschäft und seine Erträge fließen in erster Linie in die Unternehmensstruktur und damit indirekt – aber eben nicht so, dass ein klarer Mechanismus automatisch Nachfrage nach XRP erzeugt. Um das zu belegen, nennt der Text mehrere Bausteine aus dem Ausbau des Zahlungs- und Finanzgeschäfts. Ein Großteil der beschriebenen Akquisitionen und die nachgelagerte Infrastruktur würden demnach vor allem über den Stablecoin RLUSD laufen, während XRP vor allem Netzwerkgebühren über das Ledger zahlt. Besonders wichtig ist dabei die Logik der Settlement-Wahl: Der Text argumentiert, dass Banken und institutionelle Fonds bei der Abwicklung möglichst geringe Wertschwankungen brauchen. Daher sei RLUSD als settlement asset naheliegender als XRP, das laut Darstellung im Jahresverlauf stark schwanken kann. Selbst wenn dadurch Ripple-Geschäft wächst, übersetzt sich dieses Wachstum nicht automatisch in eine Token-Nachfrage, die den Preis dauerhaft stützt.

Für die Frage, was XRP dennoch in Richtung eines neuen Hochs drücken könnte, benennt die Quelle zwei Stoßrichtungen: entweder ein massiver Zufluss in die Marktbewertung oder ein strukturelles „Verknappen“ des handelbaren Angebots. Der Artikel nennt als ersten Ansatz den Lending-Mechanismus im XRP Ledger: Wenn Tokenhalter XRP in Vaults sperren, könnten daraus gelagerte Rückflüsse und feste Renditen entstehen. In der Darstellung wartet das Feature seit Januar auf Validator-Approval, und nur ein Teil der „Trusted Validators“ habe es gegen die notwendige Mehrheit bisher unterstützt. Der zweite Ansatz wäre laut Text ein Wechsel im Settlement-Design: Wenn XRP RLUSD als Abwicklungsasset in Ripple-Tokenisierungsdeals ersetzen würde, würde das die Nachfrage mechanisch erhöhen. Allerdings bleibt das Problem bestehen, dass Institutionen keine volatile Settlement-Asset-Logik akzeptieren würden – weshalb der Text davon ausgeht, dass XRP nur dann zum passenden Asset werden kann, wenn ein relevanter Anteil der Token tatsächlich dauerhaft gebunden oder anderweitig stabilisiert wird.

Am Ende ordnet der Artikel die Situation auch für Anleger-Ebene ein – allerdings weniger als klassische Kursprognose, sondern als Methodikfrage. Er führt die bekannte „4%-Regel“ an, die als pauschales Modell für Entnahmen aus einem Portfolio in schlechten Jahren problematisch wird, weil sie eine systematische Veräußerung im Abschwung erzwingt. Stattdessen beschreibt die Quelle eine Alternative: eine monatliche Einkommensbasis aus Dividenden, Zinsen und Sozialleistungen, die die Fixkosten abdeckt, sodass Entnahmen weniger durch Marktstress getrieben werden. Für die Einordnung von XRP heißt das zwar nicht, dass der Token „unattraktiv“ ist – aber es unterstreicht, dass Kursbewegungen allein selten das ganze Bild liefern. Wer XRP mit Bitcoin und Ethereum vergleicht, muss aus Sicht des Artikels zugleich Supply-Mechaniken, Governance- und Settlement-Strukturen sowie die Frage betrachten, ob Wertflüsse tatsächlich in Token-Nachfrage übersetzen. Genau diese Kette erscheint im aktuellen Narrativ bei XRP noch nicht in dem Maß geschlossen, das die großen Preissprünge der vergangenen Jahre getragen hat.


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