BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Das Samsung Galaxy Z Fold 8 überzeugt vor allem im Alltag: Es ist spürbar kompakter, liegt breiter in der Hand und wirkt mit einer fast unsichtbaren Displayfalte deutlich gereifter. Samsung setzt beim Faltdesign auf eine Kombination aus Titanlegierung-Folie und einer integrierten Titanplatte, die den Knickbereich mechanisch abstützt. Trotz eines kleineren Akkus erreicht das Fold 8 im Ausdauertest eine Laufzeit von 11 Stunden und 53 Minuten und schlägt damit das größere Fold 8 Ultra. Damit verschiebt sich der Nutzen für Streaming, E-Books und digitale Magazine deutlich zugunsten des kleineren Modells.

Faltbare Smartphones leiden seit Jahren unter einem Zielkonflikt: Die Geräte sind teuer, die Technik ist komplex, aber im Alltag bleibt der Mehrwert häufig im Inneren versteckt. Nach der Beschreibung des Tests entfaltet das große Potenzial des Samsung Galaxy Z Fold 8 damit nicht automatisch, weil der Nutzer es „nur“ selten aufklappt, sondern weil Samsung das äußere Erlebnis spürbar verbessert. Das Fold 8 erscheint geschlossen im 16:10-Seitenverhältnis wie ein edles Notizbuch und verzichtet auf das bisherige „schmale Fernbedienungs“-Gefühl, das das Tippen auf dem Außendisplay unangenehm gemacht hat.
Konkret wird das neue Design über zwei Maße greifbar. Das Außendisplay schrumpft zwar in der Diagonale auf 5,5 Zoll, gewinnt aber durch die gewonnene Breite an Alltagstauglichkeit: Bedienwege wirken flüssiger, ohne dass sich die Finger krümmen müssen. In der Hand setzt sich diese Ergonomie auch gegen das Fold 8 Ultra ab, das Samsung stärker beim länglichen, bekannten Ansatz lässt: 6,5 Zoll außen und ein 8-Zoll-Innendisplay, das als Multitasking-Plattform gedacht ist, aber geschlossen mit 201 Gramm beim Fold 8 und 214 Gramm beim Ultra deutlich spürbar ist. Wer das Smartphone vor allem in der Gesäß- oder Handtasche „mit sich tragen“ will, findet in der kleineren Variante nach den Testergebnissen deshalb die passendere Balance.
Technisch greift Samsung in diesem Modelljahr beim sichtbarsten Kritikpunkt ein: der Furchenbildung in der Displaymitte. Unter dem Namen „Titanium Flexible Display“ kombiniert der Hersteller eine hauchdünne Titanlegierung-Folie mit einer direkt im Display integrierten Titanplatte. Ziel ist eine deutlich höhere Steifigkeit im Faltebereich: Laut Herstellerangaben soll die Konstruktion 20-mal steifer sein als herkömmliche Polymer-Folien. Im Alltagstest zeigt sich dann auch das, was Nutzer sonst nur schwer einschätzen können: Die Knickfalte ist visuell und haptisch nahezu verschwunden. Beim Streichen über die Oberfläche wirkt die Delle kaum noch, und eine neue Antireflexionsbeschichtung reduziert Spiegelungen spürbar. Beim größeren Ultra bleibt der Effekt hingegen weniger stark, sodass der „glatte“ Eindruck stärker dem Fold 8 zugutekommt.
Ein zweiter Vorteil ergibt sich aus dem Seitenverhältnis im geöffneten Zustand. Obwohl das Fold 8 Ultra ein deutlich größeres Innendisplay bietet, beschreibt der Test beim Medienkonsum ein Paradox: Das Fold 8 stellt klassische 16:9-Breitbildvideos fast gleich groß dar. Der Grund liegt im aufgeklappten Format des Fold 8, das zu einem 4:3-Bildschirm mit 7,6 Zoll aufspannt, vergleichbar mit den Proportionen eines iPad mini. Bei Trailern, YouTube-Clips oder ähnlichen Inhalten fallen schwarze Balken im 16:9-Format beim Fold 8 sehr schmal aus, während das „quadratische“ Display des Ultra mehr ungenutzte Fläche zeigt. Damit wird das scheinbar kleinere Gerät im konkreten Nutzungsprofil plötzlich zum besseren Streaming- und Lesegerät, während das Ultra eher dort punkten kann, wo der größere Bildschirm mit weniger Balkenfläche „arbeiten“ muss und wo der Sound-Mehrwert als Gegenargument genannt wird.
Unter der Haube bleibt Samsung nah am Leistungsversprechen: In beiden Modellen arbeitet der Hochleistungschip Snapdragon 8 Elite Gen 5 mit 12 Gigabyte Arbeitsspeicher, unterstützt durch One UI. Der Test bewertet das Systemverhalten beim Multitasking als „absolut butterweich“, inklusive paralleler Apps ohne spürbare Ruckler. Entscheidend wird jedoch das Thema Energieeffizienz, weil die Geräte zwar ähnliche Plattformen nutzen, sich aber bei Akkugröße und realer Laufzeit unterscheiden. Das normale Fold 8 kommt mit 4.800 Milliamperestunden aus, das Ultra mit 5.000 Milliamperestunden, dennoch erreicht das Fold 8 im Ausdauertest 11 Stunden und 53 Minuten. Das Ultra liegt damit nach dieser Darstellung knapp eine Stunde darunter und leidet vor allem unter dem Energiehunger des riesigen Bildschirms.
Auch die Kamera-Strategie folgt einer interessanten Linie „weniger Hardware, mehr Software“. Beim Fold 8 setzt Samsung nach den Angaben auf ein Dual-Kamera-Setup: 50-Megapixel-Hauptkamera plus 50-Megapixel-Ultraweitwinkel; ein optischer Tele-Zoom fehlt. Das Ultra dagegen bietet eine 200-Megapixel-Hauptkamera und zusätzlich eine 10-Megapixel-Dreifach-Telelinse. Im Praxistest kippt das Ergebnis jedoch bei mittleren Zoomstufen: Bis etwa vierfach liefert das günstigere Fold 8 schärfere und detailreichere Bilder, obwohl das Ultra „mehr“ Sensorhardware mitbringt. Als Erklärung nennt der Test, dass beim Ultra seit Jahren derselbe 10-Megapixel-Sensor für den Zoom eingesetzt werde und dieser inzwischen technisch als überholt gilt; erst bei extremen Vergrößerungen ab rund dem Zehnfach-Zoom kann das Ultra mit seiner physischen Brennweite die Oberhand gewinnen. Für Tageslicht-Aufnahmen bewegen sich beide Modelle laut Test insgesamt auf Flagship-Niveau.
So positiv die Kernpunkte wirken, so klar benennt der Alltagstest auch Schwächen. Das kantige Design drückt bei der täglichen Nutzung ohne Schutzhülle in die Ecken der Handflächen, und beim Scharnier gibt es eine spürbare Veränderung: Das „stramme“ Titanium-Scharnier des Fold 8 macht ein stufenloses Aufstellen über 90 Grad nahezu unmöglich, weil das Display dann meist sofort vollständig aufklappt. Dazu kommt, dass die IP48-Zertifizierung in dieser Preisklasse als Enttäuschung beschrieben wird, während Wettbewerber bereits staub- und wasserdichte Konzepte nach IP68 oder IP69 anbieten. Ebenfalls deutlich ist der Preisdruck: Das Galaxy Z Fold 8 startet bei 1.999 Euro (256 Gigabyte) und geht bis 2.599 Euro für 1 Terabyte, während das Fold 8 Ultra laut Test bis zu 2.799 Euro verlangt.
Am Ende ergibt sich daraus ein klares Fazit für Käufer mit realistischen Nutzungsprofilen. Das Galaxy Z Fold 8 wird in der Darstellung als konsequentester Schritt seit Jahren beschrieben: weg vom „schmalen Außendisplay“-Dogma, hin zu einem breiteren, handlichen Format, das mit Titan im Faltdesign die sichtbarste Schwäche der Faltgenerationen adressiert. Für Menschen, für die das Smartphone vor allem als digitales Arbeitstool dient und die das große Display zwar nutzen, aber nicht ständig offen vorfinden, ergibt sich laut Test ein echter Alltagsmehrwert ohne zusätzlichen Ballast. Wer dagegen priorisiert, dass Multitasking und maximale Arbeitsfläche geschlossen „so groß wie möglich“ sein müssen, bekommt im Fold 8 Ultra eine teure, aber passende Alternative.
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