LONDON (IT BOLTWISE) – Samsungs Galaxy Watch Ultra2 startet mit 700 US-Dollar bzw. 750 Euro und kostet damit 50 US-Dollar bzw. 50 Euro mehr als das Vorgängermodell. Der Hersteller setzt auf ein hochwertiges, für Tauchen bis 40 Meter zertifiziertes Design, ergänzt aber gleichzeitig mehrere Einschränkungen bei Sensorfunktionen. Im Alltag erreicht das Wear-OS-Modell laut Testeinschätzung rund fünf Tage bei intensiver Nutzung und kann bei deaktivierten Funktionen fast sieben Tage schaffen. Vor allem das Zusammenspiel mit Android und Samsungs eigenem Smartphone-Ökosystem entscheidet, wie viele Gesundheitsfunktionen wirklich nutzbar sind.

Mit der Galaxy Watch Ultra2 adressiert Samsung weniger den klassischen „Fitness-Tracker“-Käufer als vielmehr eine Zielgruppe, die eine Smartwatch wie ein robustes Outdoor-Werkzeug behandelt. Entscheidend ist dabei nicht nur das Design: Laut der Testbasis beginnt die Ultra2 bei 700 US-Dollar bzw. 750 Euro. Das sind 50 US-Dollar bzw. 50 Euro Aufpreis gegenüber dem Vorgänger aus zwei Jahren zuvor – und Samsung verknüpft diesen Preis konkret mit Hardware-Argumenten, unter anderem einer Speicherausstattung, die in der Praxis schnell zum Kaufkriterium wird: Die 64-GB-Variante ist demnach der Standard und die einzige Option.
In der technischen Alltagspraxis fällt die Watch Ultra2 als „Wear-OS-Smartwatch mit Ausdauer“ auf. Bei intensiver Nutzung kommen die Tester auf rund fünf Tage, während sich bei eingeschränkten Funktionen fast sieben Tage erreichen lassen. Das ist für Wear OS im Premium-Segment ein zentrales Qualitätsmerkmal, weil viele Konkurrenzmodelle im selben Funktionsumfang eher deutlich schneller zum Laden zwingen. Auch beim Display zeigt Samsung die typische Ultra-Strategie: heller und mit verbesserten Performance-Eckdaten. Dazu kommt der Premium-Charakter des Bundlings – im Test wird ein zweimonatiger Zugang zu Strava sowie iFIT Premium genannt, der den Einstieg für Sport-orientierte Nutzerinnen und Nutzer spürbar erleichtert.
Beim Funktionsumfang zeigt sich aber auch, dass Samsung Ultra2 nicht als universelle Plattform denkt, sondern als Baustein in seinem Ökosystem. Die Uhr wird als Tauchcomputer bis 40 Meter zertifiziert, und das passt zum „Adventure“-Anspruch. Gleichzeitig nennt der Test mehrere Software- und Hardware-Logik-Fragen, die beim Kauf über die Begeisterung für Features entscheidet: Die Ultra2 nutzt eine proprietäre Befestigung für das Band, wodurch Standardriemen nicht ohne Weiteres kompatibel sind. Zudem funktionieren ECG- sowie unregelmäßige Herzfrequenz- und Hinweise im Kontext von Schlafapnoe-Risiken sowie Blutdruckmessungen nur mit Samsung-Smartphones. Auch die Body-Composition-Werte werden kritisch eingeordnet; die Messgenauigkeit sei wie bei den meisten Consumer-Geräten „fragwürdig“, was vor allem für Nutzer zählt, die solchen Daten im Alltag eine medizinische Relevanz beimessen.
Für die Einordnung im Markt ist außerdem relevant, wie klar sich der Wettbewerb abgrenzt. Auf dem „Ultra-Level“ für Wear OS gibt es laut Test nicht viele direkte Alternativen. Als direkter Konter wird vor allem die Apple Watch Ultra 3 genannt – allerdings mit deutlicher Ökosystem-Realität: Sie arbeite nicht mit einem Android-Telefon und umgekehrt nicht. Damit verschiebt sich die Entscheidung in der Praxis oft von „Welche Uhr ist besser?“ zu „Welche Plattform darf es sein?“. Auf der Android-Seite nennt der Test zwar weitere Wearables, aber mit anderen Schwerpunktsetzungen: Die Huawei Watch Ultimate 2 bietet Trail-Run-Modus und umfangreiche Taucher-Funktionen, etwa ein längeres Tauchband im Lieferumfang sowie eine Basis-Kommunikation unter Tauchern mit demselben Modell; sie ist jedoch nicht auf Android Wear/„Wear OS“ gebaut und verzichtet damit auf bestimmte OS-Vorteile. Auch die Ladezeit wird dort anders gelöst – das Laden dauert etwa eine Stunde. Xiaomi S5 Pro kommt beim Akku „ziemlich nah“ an die Ultra2 heran, bleibt aber laut Test eher weniger für Adventure-Fans gedacht. Daneben wird auch die Galaxy Watch Ultra als pragmatische Alternative positioniert: Sie liege preislich deutlich darunter, biete „einen großen Teil“ der Funktionen, müsse aber mit einer kürzeren Akkulaufzeit leben. Für weniger sportlich-technische Erwartungen nennt Samsung außerdem die Galaxy Watch Classic8 als Option, wenn vor allem ein stilistisch passender Mix gefragt ist.
Aus professioneller Sicht ist genau dieses Spannungsfeld der Kern der Kaufentscheidung. Samsung liefert mit One UI Watch 9 laut Test „feature-rich“ Funktionen und verspricht fünf große OS-Upgrades, was die Ultra2 auch über die ersten Monate hinaus attraktiv macht. Doch die Einschränkungen bei Drittanbieter-Ladezubehör, die inkompatible Bandbefestigung sowie die Blockade bestimmter Sensorfunktionen auf Samsung-Phones sorgen dafür, dass die Uhr nicht nahtlos wie ein „universelles Wearable“ funktioniert. Dazu passen die weiteren Punkte aus dem Test: Die Ultra2 sei mit älteren Galaxy-Watch-Ladegeräten inkompatibel, und Reverse Charging per Galaxy-Telefon wird ebenfalls nicht unterstützt. Wer also vor allem als Trail Runner, Taucher oder Sport-Enthusiast eine tiefe Android-Integration und ein „rund laufendes“ OS-Erlebnis erwartet, findet hier vermutlich das stimmigste Gesamtpaket innerhalb des Samsung-Designs. Wer dagegen maximale Offenheit gegenüber Ökosystemen und Zubehör priorisiert, sollte Alternativen wie Garmin genauer prüfen oder den Kompromiss über die günstigere Galaxy Watch Ultra bewusst eingehen.
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