LONDON (IT BOLTWISE) – Microsoft hat Intune im Juli mit Version 2607 aktualisiert und führt erstmals eine native Registry-Erfassung für Windows-11-Geräte ein. Administrierende können Registrierungsdaten direkt in der Intune-Konsole einsehen, ohne eigene PowerShell-Skripte zu bauen. Die Funktion deckt insbesondere HKLM-Pfade ab und zeigt Schlüsselpfade, Wertnamen, Typen und Daten. Ergänzend erweitert das Update Intune um Firmware-Management für Samsung-Geräte über Samsung Knox E-FOTA sowie weitere Sicherheits- und Produktivitätsanpassungen.

Intune 2607 zielt auf einen Punkt, der in vielen Windows-11-Setups seit Jahren frustriert: Wer Registry-Werte in verwalteten Geräten beobachten will, greift bislang oft zu Skripten, um Daten zu sammeln und in Workflows zu integrieren. Mit dem Juli-Update integriert Microsoft diese Arbeitsebene nun nativ in den Geräteverwaltungsdienst. Für IT-Administratoren bedeutet das konkret, dass sie Registrierungsinformationen über die Intune-Konsole verfolgen können, statt eigene PowerShell-Skripte als Nebenkanal zu betreiben. Damit verschiebt sich die Geräteüberwachung von „nachgelagertem Monitoring“ hin zu einem konsistenteren Bestandteil der Verwaltungsoberfläche.
Die neue Funktion ist im Intune Plan 1 enthalten und richtet sich an die typische Praxis, bestimmte Registrierungsstellen als Signal für Software-Status, Konfigurationseinstellungen oder Lauffähigkeit zu interpretieren. Unterstützt werden HKEY_LOCAL_MACHINE-Pfade (HKLM), also genau der Bereich, der in Unternehmenseinstellungen häufig genutzt wird, um systemweite Parameter zu setzen. In den Berichten erscheinen dabei nicht nur Rohdaten, sondern strukturierte Informationen: Schlüsselpfade, Wertnamen, Werttypen und die zugehörigen Daten. Das ist wichtig, weil sich so auch unterschiedliche Datentypen (etwa Zeichenfolgen versus numerische Werte) im gleichen Betrachtungsmodus auswerten lassen, ohne dass man auf separaten Parsing-Schritten aufbauen muss.
Besonders praxisnah wirkt die Unterstützung mehrerer Sammeloptionen, die sich über den Eigenschaftenkatalog steuern lassen. Je nach Bedarf kann Intune einzelne Werte erfassen, alle Werte unter einem bestimmten Schlüssel auslesen oder denselben Wert über mehrere Unterschlüssel hinweg zusammenführen. Genau diese Flexibilität entscheidet oft darüber, ob man für eine Regelprüfung eine gezielte Abfrage bauen kann oder ob man gleich ein komplettes Skript und eigene Auswerte-Logik aufsetzen muss. In der Konsequenz sinkt der administrative Aufwand nicht nur beim erstmaligen Einrichten, sondern auch bei Änderungen: Statt Skriptpflege und Anpassungen an Ausführungs- und Berechtigungsdetails wandert die Registry-Transparenz in den Standardgerätebestand und wird damit „administrationsnah“ nutzbar.
Parallel zur Registry-Erfassung ergänzt Microsoft das Service Release 2607 um native Firmware-Verwaltung für Samsung-Firmware-Updates. Die Anbindung erfolgt über die Integration mit Samsung Knox E-FOTA, wodurch sich Firmware-Versionen für Samsung-Mobilgeräte direkt in der Intune-Umgebung steuern lassen. Damit adressiert das Update zwei typische Engpässe in Mobile-Device-Management-Szenarien: Erstens entstehen Compliance-Lücken häufig nicht durch fehlende Richtlinien, sondern durch uneinheitliche Firmwarestände. Zweitens bindet jede zusätzliche Managementschicht mehr Betriebsaufwand. Wenn der Firmware-Status ohnehin Teil der Geräteverwaltung sein soll, ist eine direkte Steuerung über Intune ein logischer Schritt hin zu einem einheitlichen Operational Model.
Das Juli-Update umfasst zudem weitere Sicherheits- und Konnektivitätsverbesserungen, die in heterogenen Systemlandschaften spürbar werden. Für macOS nennt Microsoft die Option, die MAC-Adress-Randomisierung für WLAN-Profile zu deaktivieren, um in Unternehmensnetzwerken eine konsistentere Geräteidentifikation zu erreichen. Im VPN-Umfeld kommt die Möglichkeit hinzu, Routen in VPN-Profilen zu erzwingen, was vor allem bei segmentierten Netzen und veränderten Zielpräferenzen relevant ist. Ergänzend werden Sicherheitsfeatures für Linux angesprochen: darunter Linux-Antivirus-Einstellungen sowie ein Audit-Modus für Microsoft Defender Antivirus auf Linux-Systemen. Für IT-Teams heißt das: weniger Insellösungen zwischen Plattformen, weil die Update-Engine und die Sicherheitskonfigurationen zunehmend eng aneinander gekoppelt werden.
Auch auf der Produktivitätsseite liefert Microsoft mehrere Detailverbesserungen. Die neue Version der Photos-App (2026.11070.23001.0) soll laut Angabe 2,1-mal schneller starten und zusätzlich SVG unterstützen; außerdem gibt es eine neue OneDrive-Photos-Verknüpfung. Im Datei-Explorer optimiert das Update KB5101684 die Anzeige von Dateigrößen, indem Werte nun in KB, MB oder GB ausgegeben werden und damit im Alltag besser lesbar sind. Gleichzeitig bleibt das Thema Nutzerverknüpfungen in Enterprise-Umgebungen heikel: Da die OneDrive-Photos-Verknüpfung nur persönliche Microsoft-Konten unterstützt, nutzen Organisationen in der Praxis Intune-Reparaturskripte, um den Link zu entfernen, ohne die zugrunde liegenden OneDrive-Anwendungsdateien zu löschen. Unterm Strich zeigt sich hier ein wiederkehrendes Muster moderner Unternehmens-IT: Selbst wenn Microsoft neue UX-Elemente bereitstellt, müssen Admins sie in bestehende Identitäts- und Konto-Strategien einpassen.
Über die Intune-Funktionen hinaus hat Microsoft auch eine größere Azure-Verwaltungsbaustelle geöffnet: Mit Azure Machine Configuration ist die allgemeine Verfügbarkeit für CIS-Benchmark-Audits für verschiedene Linux-Distributionen genannt, darunter Ubuntu, RHEL, AlmaLinux und Rocky Linux. Der Audit-Prozess soll in Azure Policy integriert sein und ohne Drittanbieter-Scanner oder eigene Skripte auskommen. Das ist technologisch bedeutsam, weil CIS-Benchmarks häufig als Standard-Richtlinie dienen und ein konsistenter Audit-Mechanismus die Hürde für wiederkehrende Prüfungen senkt. Als weiteres Puzzleteil wird ein Conditional-Access-Use-Case für Geräteinformationen von Hexnode beschrieben, die im Framework zur Sicherung von Unternehmensressourcen eingesetzt werden können. Damit erweitert sich der Hebel von Geräteverwaltung hin zu Zugriffspolitik.
Finanzielle und betriebliche Einordnung liefert außerdem der Blick auf die Ergebnisse des vierten Geschäftsquartals 2026: Microsoft nennt einen Quartalsumsatz von 90 Milliarden US-Dollar (+18 % im Jahresvergleich), wobei insbesondere Cloud- und Produktivitätssegmente stark gewachsen seien; Azure erreichte eine jährliche Umsatzrate von über 100 Milliarden US-Dollar, und Microsoft 365 Copilot wird mit über 30 Millionen bezahlten Sitzen in Verbindung gebracht. Für Intune-Nutzer heißt das nicht, dass jedes Update automatisch strategisch begründet ist, aber die Größenordnung zeigt, dass Microsoft die Investitionen in Verwaltungs- und Sicherheitsplattformen weiter hochhält. Während Intune 2607 in erster Linie stabile Verwaltungsfunktionen liefert, testet Microsoft parallel Änderungen an der Windows-11-Oberfläche in Insider-Builds, darunter Optionen zur flexibleren Positionierung der Taskleiste und eine vereinheitlichte Update-Erfahrung, die die Häufigkeit von Systemneustarts reduzieren soll.
Für Unternehmen ergibt sich daraus ein klares, operatives Bild: Intune wird stärker zur „Single Source of Truth“ für Gerätezustände, nicht nur als Richtlinienverteiler, sondern zunehmend als Beobachtungs- und Audit-Infrastruktur. Die native Registry-Erfassung reduziert die Komplexität, die entsteht, wenn Monitoring über zusätzliche Skriptketten läuft. Gleichzeitig zeigt die Kombination aus Firmware-Steuerung, plattformübergreifenden Sicherheitsanpassungen und Azure-integrierten CIS-Audits, dass Microsoft Verwaltung zunehmend als durchgängigen Stack denkt – vom Gerät bis zur Zugriffsentscheidung. Wer die nächsten Monate plant, sollte daher besonders prüfen, welche Registry-Schlüssel in ihren Windows-11-Standardsignalen stecken und ob sich die bestehenden Skript-Workflows mit Intune 2607 vereinfachen lassen, ohne dabei Auswertelogik oder Berechtigungskonzepte komplett neu zu entwerfen.
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