FRANKFURT / LONDON (IT BOLTWISE) – De.mem treibt die eigene Story Richtung nachhaltiger Finanzierung: Der Chairman Harry De Wit berichtet von erreichtem finanziellen Break-even und kontinuierlich positiven operativen Cashflows. Gleichzeitig hebt er die Bedeutung wiederkehrender Erlöse hervor, die inzwischen mehr als 90 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen sollen. Als operative Basis nennt er Membrantechnologien aus eigener Entwicklung am Standort Singapur sowie ein Geschäftsmodell mit langfristigen, serviceorientierten Verträgen. Für Investoren sind damit vor allem die nächsten Schritte bei Internationalisierung und dem Ausbau der häuslichen Trinkwasserlösungen entscheidend.

De.mem: Chairman Harry De Wit erhöht Anteil und setzt auf Break-even, Cashflow und Membrantechnik
De.mem: Chairman Harry De Wit erhöht Anteil und setzt auf Break-even, Cashflow und Membrantechnik (Foto: IT BOLTWISE)
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De.mem rückt mit gleich mehreren Hebeln gleichzeitig in den Fokus: Der Chairman Harry De Wit beschreibt in einem Investor-Relations-Interview, dass das Unternehmen in den vergangenen Jahren nicht nur beim Umsatzwachstum vorangekommen sei, sondern auch beim Schritt in eine nachhaltigere Ergebnisqualität. Im Zentrum steht für ihn das Erreichen des finanziellen Break-even sowie die Entwicklung hin zu wachsenden positiven Cashflows. Parallel dazu meldet er, dass seine persönliche Beteiligung an De.mem über die Jahre hinweg kontinuierlich ausgebaut wurde – zuletzt auf rund 12 Prozent. Für das Marktbild ist das mehr als eine Insider-Notiz, denn Cashflow-Stabilität gilt in Wachstumsbranchen oft als klare Voraussetzung dafür, Investitionen nicht dauerhaft über externe Finanzierung abzuwickeln.

Konkrete Zahlen setzt De Wit dabei als Beleganker: Für die ersten sechs Monate des Kalenderjahres 2026 nennt De.mem Rekord-Zahlungseingänge von 20 Mio. AUD und einen positiven operativen Cashflow von 928.000 AUD. Aus technischer Sicht sind solche Kennzahlen kein Ersatz für Produktperformance – aber sie spiegeln, ob sich Projekte in die Zahlungsrealität übersetzen. Genau diese Übersetzung beschreibt De Wit als Lernkurve des Unternehmens: Nach seiner Darstellung weist De.mem seit ein bis zwei Jahren positive operative Cashflows und ein positives EBITDA aus. Wenn beides zusammenkommt, verändert sich die Art, wie ein Unternehmen skaliert: Organisches Wachstum kann schneller vorangetrieben werden, weil die Finanzierungslast im Tagesgeschäft sinkt und die Planbarkeit steigt.

Der zweite Schwerpunkt des Interviews liegt auf der Frage, was De.mem aus dem Wettbewerb herausziehen soll – und hier setzt der Chairman bei zwei Bausteinen an: eigener Membrantechnologie und einem Geschäftsmodell, das weniger stark von einmaligen Projektaufträgen abhängen soll. Laut De Wit entwickelt und produziert das Unternehmen an seinem Standort in Singapur eine Reihe neuartiger Membrantechnologien. Genannt wird dabei explizit die Hohlfasermembran-Technologie, die weiterentwickelt wurde, unter anderem mit Graphenoxid. Solche Material- und Oberflächenmodifikationen sind in der Membranfiltration häufig entscheidend, weil sie Permeabilität, Selektivität und Lebensdauer beeinflussen können – und damit letztlich, ob sich ein System als Serviceprodukt über längere Zeit wirtschaftlich betreiben lässt.

Im gleichen Atemzug ordnet De Wit das Modell in Erlöslogik und Risiko ein: De.mem soll sich über Jahre gezielt auf wiederkehrende Umsatzsegmente fokussiert haben, die inzwischen mehr als 90 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen. Dazu zählen langfristige, leasing-ähnliche Verträge zur Bereitstellung von Wasseraufbereitungsanlagen, Serviceverträge sowie der Verkauf von Spezialchemikalien, Membranen und Verbrauchsmaterialien. Der Vorteil dieser Verzahnung liegt auf der Hand: Ein Service- und Verbrauchsmittelanteil sorgt dafür, dass Kunden nicht nur initial kaufen, sondern über den Lebenszyklus wiederholt Wert generieren. Für Investoren heißt das, dass die Visibilität künftiger Cashflows oft höher sein kann, sofern die Servicequalität und die Beschaffungslogistik stabil bleiben.

Auch strategisch verknüpft De Wit die vergangenen zwei Jahre mit einer operativen Handlungsmöglichkeit: Das Erreichen des finanziellen Break-even versetzt das Unternehmen seiner Darstellung nach in die Lage, organische Wachstumsinitiativen zügiger zu skalieren. Zusätzlich eröffnet es die Option, Fremdkapital für Akquisitionen aufzunehmen – ein Punkt, der in der Bewertung klassischer Wasser- und Anlagenmärkte häufig unterschätzt wird. Denn wer rein aus operativen Mitteln nicht schnell genug wachsen kann, muss entweder warten oder verwässern. De.mem versucht dagegen, die Unternehmensentwicklung so zu strukturieren, dass M&A-Fenster mit einer besseren Eigenfinanzierungsbasis erreichbar werden. Für die Einschätzung zukünftiger Werttreiber wird damit die Frage zentral, wie effizient das Unternehmen seine Wachstumsinitiativen in neue Regionen und Kundensegmente übersetzt.

Als Chancen für die Wertsteigerung nennt De Wit vor allem vier Richtungen. Erstens: die weitere Steigerung des Marktanteils in Kernmärkten, wobei er als Beispiel den Goldbergbau anführt – inklusive Verweis auf namhafte Kundenreferenzen und ein breites Produkt- und Dienstleistungsangebot. Zweitens: die Nutzung neuer Marktchancen, insbesondere bei Rechenzentren. Hier bringt De Wit den Kontext der Künstlichen Intelligenz ins Spiel: Mit dem Ausbau von Rechenzentren entstünden weltweit zusätzliche Anforderungen an wasserbasierte Kühlsysteme; De.mem positioniere sich demnach mit einem „Komplettangebot aus einer Hand“ für die Wasseraufbereitung. Drittens: die Einführung der Membrantechnologie im Bereich der häuslichen Wasseraufbereitung, wobei er auf eine amerikanische NSF-Zertifizierung verweist, die für Anwendungen im Trinkwasserbereich erforderlich sei, und auf erste Vertriebspartnerschaften in Südostasien, darunter Indonesien. Viertens: die internationale Expansion mit Fokus auf Südostasien und Europa, wo De.mem bereits über Standorte in Singapur und Deutschland vertreten sei.

Für die nächsten Jahre formuliert De Wit seine Beobachtungslogik klar: Am Anfang stünden Finanzkennzahlen – konkret, dass De.mem „den Weg in die schwarzen Zahlen“ fortsetzt und nachhaltig Gewinne sowie positive Cashflows erwirtschaftet. Danach nennt er als strategische Meilensteine den fortgesetzten Markteintritt in der häuslichen Wasseraufbereitung und die Expansion als Ergebnis neuer Partnerschaften. Langfristig sieht er besonders die Internationalisierung als entscheidenden Hebel, mit einem Fokus auf Länder, die geografisch an die bestehenden Standorte in Singapur beziehungsweise Südostasien und Deutschland beziehungsweise Europa angrenzen. Ergänzend schiebt er seine Erfahrung als prägende Ressource in die Vision: Durch seine Tätigkeit bei Fresenius Medical Care sei er mit Membrantechnologie vertraut, da dort Hohlfasermembranen für die Nierendialyse produziert würden – De.mem stelle ebenfalls Hohlfasermembranen her, jedoch für andere Anwendungen und Märkte. Diese Brücke zwischen medizinischer Membranimprägnierung und industrieller bzw. konsumnaher Wasseraufbereitung kann helfen, Entwicklungs- und Qualitätsverständnis intern schneller aufzubauen, ersetzt aber nicht den Nachweis der Wirtschaftlichkeit im jeweiligen Kundenbetrieb.

Für Anleger verdichtet sich die Story damit auf eine Frage: Wird aus dem erreichten Break-even und den positiven Cashflows eine wiederholbare Skalierung – technisch über die Membranleistung und operativ über Verträge, Services und wiederkehrende Verbrauchserlöse. Die geplante Internationalisierung sowie der Ausbau in Rechenzentren und im häuslichen Trinkwasserbereich sind dabei nur dann nachhaltig, wenn sich die wiederkehrenden Erlösanteile weiter ausdehnen und die Kundenwartung in der Praxis den versprochenen Nutzen liefert. Sollte das gelingen, kann De.mem seine Finanzierungslast reduzieren, stärker in Technologieentwicklung investieren und strategisch flexibler bleiben. Bleibt die Umsetzung dagegen hinter dem Plan zurück, wird der Markt die Bewertungslogik sehr schnell wieder stärker auf reine Wachstumsraten statt auf Cashflow-Qualität umstellen.


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