NEUSS / LONDON (IT BOLTWISE) – Yamaha erweitert die MT-07-Baureihe mit der Y-AMT-Variante um ein elektronisch gesteuertes, automatisiertes Sechsganggetriebe. Der CP2-Zweizylinder bleibt nah an den bisherigen Daten: 54,0 kW (73,4 PS) bei 8.750 U/min und 68,0 Nm bei 6.500 U/min. Dazu kommen Yamaha Ride Control, Traktionskontrolle und ein 5-Zoll-TFT-Display mit Smartphone-Anbindung. Für Deutschland nennt der Markt einen Einstieg von 8.524 Euro inklusive Nebenkosten, während die Schaltversion bereits im Bereich um 8.099 bis 8.589 Euro auftaucht.

Die Yamaha MT-07 Y-AMT richtet sich an Fahrer, die das klassische Naked-Bike-Feeling der MT-07 kennen, aber im Alltag weniger mit Kupplung und Schaltvorgängen kämpfen wollen. Der zentrale Unterschied steckt dabei nicht im Motor, sondern im Getriebe: Yamaha kombiniert den bewährten CP2-Zweizylinder mit einem sequentiellen Sechsganggetriebe, dessen Schaltvorgänge über ein elektronisch gesteuertes System ablaufen. Je nach Bedienlogik kann der Wechsel entweder über einen Schalter am Lenker ausgelöst werden oder vollständig automatisiert erfolgen. Genau dieser Ansatz zielt auf Komfort ohne den Charakter der MT-07 zu zerlegen – und macht die Y-AMT damit für Pendler ebenso spannend wie für Kurvenrouten am Wochenende.
Technisch betrachtet nutzt die Y-AMT einen flüssigkeitsgekühlten Zweizylinder-Viertakt-Reihenmotor mit 689 cm³ Hubraum, DOHC und vier Ventilen pro Zylinder. In der aktuellen Euro-5+-Auslegung leistet der Motor 54,0 kW beziehungsweise 73,4 PS bei 8.750 U/min, während das maximale Drehmoment von 68,0 Nm bei 6.500 U/min erreicht wird. Interessant ist hier weniger die Peak-Zahl als die Abstimmung rund um den mittleren Drehzahlbereich: Eine Verdichtung von 11,5:1 und die elektronische Kraftstoffeinspritzung sollen dafür sorgen, dass der Durchzug dort spürbar kräftig ausfällt. Dass vergleichbare Drehmomentwerte auch bei konventionell geschalteten MT-07-Versionen auftauchen, unterstreicht, dass Yamaha den Komfortgewinn primär über das Automatiksystem realisiert statt über eine andere Motorkalibrierung.
Damit rückt die Fahrmodul-Logik in den Vordergrund. Das Y-AMT-Getriebe arbeitet sequentiell mit sechs Gängen und koppelt sich in der Umsetzung an die Fahrmodi der Yamaha Ride Control. Diese Kombination ist für die Praxis relevant, weil Automatikgetriebe nicht nur schalten, sondern die Motorkennlinie und das Drehmomentverhalten in den jeweiligen Betriebszuständen mitbestimmen müssen. Zusätzlich ergänzt Yamaha die Elektronik um Traktionskontrolle und ein 5-Zoll-TFT-Display, das über die MyRide-App mit dem Smartphone kommuniziert. Optional ist zudem eine Garmin-Navigation vorgesehen – ein Detail, das für viele Nutzer den Schritt von der reinen Fahrfunktion hin zum modernen Alltags-Navi-Setup markiert. Im Vergleich zu älteren MT-07-Generationen hebt diese Elektronik-Ausstattung die Y-AMT deutlich nach oben, ohne die Grundstruktur des Naked-Bikes zu verändern.
Auch das Fahrwerk zeigt eher Evolution als Bruch. Der Rahmen arbeitet mit Diamantbauweise, vorne kommt eine Teleskopgabel zum Einsatz, hinten eine Zweiarmschwinge. Die Bremsen setzen auf Doppelscheiben vorne mit 298 mm Durchmesser und eine 245-mm-Scheibenbremse hinten, jeweils mit ABS. In der Klasse der kompakten Naked Bikes sind solche Dimensionen ein plausibler Standard, damit das Motorrad trotz zusätzlicher Systeme stabil verzögert. Die Abmessungen bleiben mit 2.065 mm Länge, 780 mm Breite und 1.110 mm Höhe kompakt; der Radstand liegt bei 1.395 mm, die Mindestbodenfreiheit bei 150 mm. Damit bleibt die Zielsetzung klar: leichtgängiges Handling im Stadtverkehr und kontrollierbares Einlenken auf Landstraßen.
Beim Gewicht und der Ergonomie zeigt sich, wie fein Yamaha die Zusatzmasse kalkuliert. Das fahrfertige Gewicht der MT-07 Y-AMT liegt bei 186 kg inklusive vollem Tank, während die manuell geschaltete Standardversion mit 183 kg angegeben wird. Drei Kilogramm Mehrgewicht sind für das Fahrverhalten vor allem dann spürbar, wenn man sehr dynamisch ums Eck wirft; im Alltag dürfte der Unterschied aber eher gering ausfallen. Auch die Sitzhöhe bleibt konsequent nah am Erfolgskonzept der MT-07: 805 mm erleichtern vielen Fahrern mit mittlerer Körpergröße den Stand – und das ist ein Grund, warum sich das Modell auch bei A2-Einsteigern etablieren konnte. Der 14-Liter-Tank ergänzt das Setup mit einer Reichweite im Bereich von gut 330 km, gestützt durch einen kombinierten Kraftstoffverbrauch von rund 4,1 bis 4,2 l/100 km.
Für den Markt in Deutschland ist vor allem die Preislogik bei Automatikgetriebe spannend. Als Einstieg nennt der Beitrag einen Preis von 8.524 Euro inklusive Nebenkosten für die MT-07-Generation mit Automatik und Euro-5+-Motor. Demgegenüber steht die konventionell geschaltete MT-07, die bei Händlern typischerweise zwischen 8.099 und 8.589 Euro gelistet ist; teils werden Aktionswerte um etwa 7.889 Euro genannt (Stand 18.06.2026). Die Preisspanne signalisiert, dass die Y-AMT nicht nur „irgendeine Automatik“ ist, sondern ein Upgrade-Paket, bei dem das Getriebe samt Elektronik spürbar in den Aufpreis einfließt. Genau in diesem mittleren dreistelligen Bereich bewegt sich auch die Erwartungshaltung vieler Käufer, die Komfortfunktionen nicht völlig geschenkt bekommen wollen, aber auch keinen Premium-Sprung sehen möchten.
Für Fahrer mit Führerscheinklasse A2 existiert zudem eine drosselbare Variante mit auf 35,0 kW begrenzter Leistung. Sie bleibt aber beim Drehmoment bei 68,0 Nm, was die Alltagstauglichkeit stützt, weil sich das flexible Anfahren und Beschleunigen typischerweise stärker am Drehmoment als an der reinen Maximalleistung orientiert. Für eine frühe Motorradkarriere kann das besonders attraktiv sein: Der Wechsel auf das volle Leistungsniveau wird später einfacher, ohne dass das Motorrad bereits „leer“ wirkt. Im direkten Vergleich zur klassischen Schaltversion mit manuellem Sechsgang und 183 kg fahrfertig wird der Unterschied damit vor allem über das Automatiksystem und die zusätzliche Elektronik greifbar. Yamaha hält Leistung, Drehmoment, Tankvolumen und Sitzhöhe weitgehend konsistent, sodass der Komfortgewinn nicht aus einer anderen Motor- oder Rahmenidee kommt, sondern aus der Art, wie der Antrieb im Alltag bedient wird. Für das Naked-Bike-Segment bleibt das ein klarer Fit: 54 kW Leistung und 68 Nm Drehmoment positionieren die MT-07 Y-AMT im mittleren Leistungsbereich, während Verbrauch und Reichweite mit etwa 4,1 bis 4,2 l/100 km sowie über 300 km die Basis der bewährten Allrounder-Formel fortführen.
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