LONDON (IT BOLTWISE) – Westbridge Advisory hat für PROPERIUM die Strom- und Gaslieferung eines deutschen Büroportfolios neu strukturiert. Im Zuge einer integrierten Ausschreibung wurden 90 Lieferstellen langfristig neu kontrahiert. Die Stromversorgung läuft ab 1. August 2026 bis Ende 2030, zusätzlich werden ab 2029 rund 4,75 Gigawattstunden pro Jahr betreut. Auch die Gasversorgung für 2029 und 2030 ist mit jeweils etwa 3,44 Gigawattstunden pro Jahr per Festpreismodell abgesichert.

PROPERIUM plant sein Büroportfolio in Mannheim mit einer neu aufgesetzten Energiebeschaffung stabiler für die nächsten Jahre. Der Property Manager hat dabei Unterstützung von Westbridge Advisory erhalten, einem auf Energie- und Nachhaltigkeitsberatung spezialisierten Dienstleister für die Immobilienwirtschaft in Europa. Im Mittelpunkt stand die Umstrukturierung der Strom- und Gaslieferung für ein deutsches Büroportfolioszenario im Rahmen eines integrierten Ausschreibungs- und Vergabeverfahrens. Solche Beschaffungsprozesse sind in der Praxis mehr als reine Preisvergleiche: Sie entscheiden darüber, wie planbar Betriebskosten über Budgetjahre hinweg bleiben und wie eng Energiekennzahlen mit dem Portfoliomanagement verknüpft werden.
Konkret wurden insgesamt 90 Lieferstellen langfristig neu kontrahiert. Die etablierte Struktur setzt sich aus 75 Stromlieferstellen und 15 Gaslieferstellen zusammen. Für den Strombereich wurde die Versorgung vom 1. August 2026 bis Ende 2030 festgelegt, wobei ab 2029 ein betreutes Volumen von rund 4,75 Gigawattstunden pro Jahr erwartet wird. Diese zeitliche Staffelung ist ein typischer Hebel, um Übergangsrisiken zu reduzieren: Während der Portfolioausbau oder Nutzungsänderungen laufen, bleibt die Beschaffungsseite für den Kernzeitraum kalkulierbar. Zusätzlich wurde im Strombereich fest in die Beschaffungsstruktur integriert, dass Herkunftsnachweise mitberücksichtigt werden.
Im Gasbereich greift die Planung ebenfalls über mehrere Jahre, allerdings mit einem anderen Zuschnitt: Die Versorgung für 2029 und 2030 wurde gesichert, jeweils mit einem Volumen von rund 3,44 Gigawattstunden pro Jahr. Für beide Versorgungsarten wurden Festpreismodelle vereinbart. Der zentrale Effekt solcher Modelle liegt in der Reduktion der Abhängigkeit von kurzfristigen Marktbewegungen, weil die Preisbildung nicht in jeder Marktphase neu ausgehandelt werden muss. Gleichzeitig entsteht eine verlässlichere Kalkulationsbasis für ein betreutes Portfolio, in dem Mieterlöse, Instandhaltung und Nebenkosten typischerweise in enger Taktung geplant werden.
Wichtig war dabei aus Sicht der Projektverantwortlichen nicht nur die Vertragsdauer, sondern die operative Verzahnung von Energieeinkauf und Portfolioanforderungen. Sebastian Otto, Managing Director bei PROPERIUM, ordnete die Umstellung als Baustein für langfristige Planbarkeit und operativ verlässliche Abläufe ein. In anspruchsvollen Marktumfeldern seien stabile Vertragsstrukturen und transparente Kosten ein wesentlicher Bestandteil professionellen Portfoliomanagements, so die Einordnung. Diese Perspektive passt zur Realität großer Gewerbeportfolios: Energieverbräuche ändern sich durch Belegungsgrade, technische Optimierungen und manchmal auch durch Flächenzugänge oder -rückgaben. Wer nur auf den Einkauf schaut, verpasst die Mess- und Steuerungsseite; wer nur optimiert, ohne Preis- und Vertragsrahmen, verliert Rechenbarkeit.
Westbridge Advisory begleitete den gesamten Prozess von der Ausschreibung über die Bewertung der Angebote bis zur finalen Vergabe. Das Unternehmen übernimmt darüber hinaus das fortlaufende Energiemonitoring. Für PROPERIUM bedeutet das, dass die Verbrauchsentwicklung systematisch nachverfolgt werden kann, um Abweichungen früh sichtbar zu machen und Effizienzpotenziale im Portfolio zu identifizieren. Technisch betrachtet liegt hier die Schnittstelle zwischen Beschaffungsstrategie und Datenbetrieb: Monitoring schafft die Grundlage, um Verträge später nicht als statische Vorgaben zu behandeln, sondern als Referenzwerte für tatsächliche Verbräuche, Lastprofile und Wirkungen einzelner Maßnahmen.
Rüdiger Salzmann, Geschäftsführer bei Westbridge, betonte zudem die Bedeutung der präzisen Verzahnung von Energieeinkauf, Vertragslaufzeiten und Portfolioanforderungen. Gerade bei gewerblichen Immobilienportfolios entscheidet diese Abstimmung darüber, wie schnell sich operative Entscheidungen in der Kostenrechnung abbilden lassen. Für PROPERIUM wurde demzufolge eine Struktur entwickelt, die langfristige Preissicherheit mit einer belastbaren operativen Grundlage verbindet. Gleichzeitig zeigt der Ansatz, wie sehr professionelle Energie-Beschaffung inzwischen zum Teil der Unternehmenssteuerung geworden ist: Nicht zuletzt Herkunftsnachweise im Strombereich und die Kombination aus Festpreismodellen und Energiemonitoring zielen darauf, Nachhaltigkeitsanforderungen und Planbarkeit nicht gegeneinander auszuspielen.
Ob diese Form der Beschaffungsarchitektur skaliert, hängt in der Praxis von zwei Faktoren ab: der Qualität der Lieferstellen-Datenbasis und der Disziplin im Monitoringprozess. Sobald Verbrauchsentwicklung und Vertragssystematik sauber zusammengeführt sind, lassen sich auch Portfolioanpassungen besser bewerten, etwa wenn Flächen umgebaut werden oder sich Belegungsszenarien ändern. Für den Markt signalisiert der Vorgang vor allem einen Trend: Energieeinkauf wird zunehmend als mehrjährige Programmplanung umgesetzt, nicht als kurzfristiger Einkaufsvorgang. Das erhöht den Wert von spezialisierten Dienstleistern, die Ausschreibung, Vergabe und Betriebsebene in einem Prozess zusammenziehen, und es schafft für Property Manager einen Ausgangspunkt, um Effizienzmaßnahmen mit einer stabileren Kostenlogik zu priorisieren. In diesem Kontext spielt KI als unterstützende Technologie oft eine Rolle, etwa bei der Anomalieerkennung im Monitoring oder bei Prognosen von Verbrauchstrends, ohne dass die hier beschriebenen Vertragsdetails dadurch automatisch ersetzt würden.
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