LONDON (IT BOLTWISE) – Microsoft testet in den Windows-Insider-Builds 26100.9267 und 26200.9267.9267 sowie 26200.9267 mehrere Anpassungen für Windows 11 24H2 und 25H2. Besonders auffällig ist die Rückkehr einer frei positionierbaren Taskleiste, die zukünftig unten, oben, links oder rechts sitzen kann. Gleichzeitig ergänzt Microsoft kleinere Taskleiste-Szenarien, flexiblere Startmenü-Optionen und neue Such-Einstellungen. Dazu fällt das Kommandozeilenprogramm WMIC komplett aus dem System weg.

Microsoft spielt in den aktuellen Windows-Insider-Builds für Windows 11 24H2 und 25H2 gleich an mehreren Stellen an der Nutzeroberfläche. Die Versionsnummern 26100.9267 und 26200.9267 wurden laut Veröffentlichung am 14. August 2026 verteilt, zunächst Schritt für Schritt im Release-Preview-Kanal. Im Kern geht es um weniger „Lock-in“ bei der Desktop-Optik: Die Taskleiste soll wieder dort landen dürfen, wo Nutzer sie seit Jahren individuell einrichten wollen. Dass das Thema nicht nur kosmetisch ist, zeigt sich daran, wie stark Microsoft die Einstellungen über mehrere Menüs verzahnt.
Die wohl größte Änderung betrifft die Taskleiste selbst. Nach dem Test soll sie künftig am unteren, oberen, linken oder rechten Rand des Bildschirms erscheinen können. Der Weg dorthin führt über Einstellungen > Personalisierung > Taskleiste > Verhalten der Taskleiste > Position der Taskleiste. Zusätzlich führt Microsoft eine kleinere Darstellung ein: Damit sinken sowohl die Höhe der Taskleiste als auch die Größe der Symbole, während die Kernbereiche wie Start, Suche und der Systembereich erhalten bleiben. Interessant sind dabei die Randbedingungen: Bei einer Positionierung links oder rechts gelten laut Build zunächst Einschränkungen, weil Suchfeld und kompakte Taskleiste vorerst nur am oberen oder unteren Bildschirmrand funktionieren.
Auch Startmenü und Suche werden in Richtung „feiner steuerbar“ ausgebaut. Beim Startmenü steht Nutzern künftig die Wahl zwischen einer kleinen, einer großen und der automatischen Darstellung offen. Darüber hinaus lassen sich die Bereiche für angeheftete Apps, zuletzt verwendete Inhalte und alle Anwendungen jeweils unabhängig voneinander ein- oder ausblenden. Microsoft ordnet zudem die Terminologie neu: Der bisherige Bereich „Empfohlen“ heißt künftig „Zuletzt verwendet“. Damit reagiert das System auf ein typisches Nutzerverhalten, das im Alltag eher aus wiederkehrenden Workflows als aus dauerhaft kuratierten Empfehlungen besteht.
Für die Windows-Suche ergänzt Microsoft mehrere Stellschrauben. Eine neue Option erlaubt es, Web- und Microsoft-Store-Vorschläge neben lokalen Ergebnissen zu deaktivieren. Damit verändert sich die Zusammensetzung der Trefferliste, insbesondere auf Systemen, auf denen Nutzer häufig lokale Dateien, Apps oder Einstellungen suchen und bei zusätzlichen Vorschlägen mehr Ablenkung als Nutzen sehen. Daneben soll Windows beim Öffnen von Dateien schneller reagieren, was in der Praxis häufig an der Kombination aus Indexierung, Ergebnisberechnung und UI-Latenz hängt. Parallel dazu liefert Microsoft noch eine Funktion, die häufig genutzte Ordner berücksichtigt, damit das System bei späteren Suchvorgängen gezielter vorhersagt.
Unter der Oberfläche wird zudem eine ältere Kommandozeilen-Komponente entfernt: Das WMIC-Programm (Windows Management Instrumentation Command-line) fliegt laut Plan aus Windows 11 24H2 und 25H2 heraus. Neue Installationen waren die Anwendung bereits standardmäßig nicht mehr losgeworden bekommen, aber optional ließ sie sich bislang noch als Feature nachinstallieren. Diese Nachinstallationsmöglichkeit soll in Zukunft ebenfalls entfallen. Die zugrunde liegende WMI-Technologie bleibt jedoch erhalten, weil sich die Änderung ausschließlich auf das WMIC-Tool bezieht. Für Administratoren bedeutet das in erster Linie: Scripts, die WMIC direkt aufrufen, müssen künftig auf Alternativen umgestellt werden, während Management- und Inventarisierungsfunktionen weiterhin über WMI-gestützte Wege funktionieren.
Rein aus Anwendungssicht ist die Mischung aus frei positionierbarer Taskleiste, kleineren Layout-Varianten und flexiblerem Startmenü mehr als ein „Design-Refresh“. Sie reduziert den Aufwand, das System an unterschiedliche Monitor-Setups anzupassen, etwa bei Mehrschirm-Betrieb, vertikalen Displays oder Konfigurationen, in denen oben mehr Platz für Workflow-Elemente bedeutet. Gleichzeitig adressiert die Suche-Granularität konkrete Ärgerpunkte: Wer lokale Ergebnisse priorisiert, bekommt eine klarere Kontrolle darüber, welche Quellen in der Trefferliste auftauchen. Und auf der Admin-Seite schafft die WMIC-Entfernung Planungssicherheit, weil klar wird, welche Tools langfristig nicht mehr auf dem Standardweg verfügbar sein werden.
Insgesamt signalisiert der Build, wohin Microsoft derzeit bei Windows 11 steuert: mehr Anpassbarkeit im Alltag, weniger Ballast in der Toolchain. Die Nutzerreaktionen im Insider-Umfeld fallen in dem Kontext auffällig positiv aus, insbesondere wegen der Rückkehr der frei positionierbaren Taskleiste und der Aussicht auf eine Annäherung an die breite Veröffentlichung. Wer im Produktivbetrieb testet, sollte allerdings beide Seiten prüfen: die UI-Einstellungen für Taskleiste und Suche sowie die Abhängigkeiten im Skript-Bereich, falls irgendwo WMIC noch Bestandteil von Automationen ist. So lassen sich die neuen Optionen testen, ohne dass gleichzeitig unerwartete Brüche in bestehenden Workflows passieren.
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