LONDON (IT BOLTWISE) – Scientific Figure stellt zwei kostenlose Vorlagen-Bibliotheken bereit, um die Erstellung von Graphical Abstracts und Konferenzpostern zu vereinfachen. Das Angebot startet am 15. August 2026 und verzichtet auf ein Abonnement. Für die grafischen Abstracts liefert die Bibliothek sechs Layout-Strukturen; für Poster werden standardisierte Konferenzformate als Ausgangspunkt genutzt. Damit soll sich der Aufwand für formale Gestaltung deutlich reduzieren, sodass Forschende schneller bei der inhaltlichen Präzision ankommen.

Wissenschaftliche Kommunikation hat längst eine visuelle Dimension, aber die Hürde sitzt oft nicht in der Forschung, sondern in der Darstellung. Genau hier setzt das am 15. August 2026 gestartete Vorlagenangebot von Scientific Figure an: Das Unternehmen stellt zwei kostenlose Bibliotheken bereit, die beim Erstellen von Graphical Abstracts und wissenschaftlichen Postern helfen sollen. Im Kern geht es um eine Zielgruppe, die nicht zwingend über Profi-Design-Software oder die dafür nötige Einarbeitung verfügt. Die Neuerung ist deshalb weniger ein weiteres Tool für Design-Crunch, sondern eine strukturierte Startschablone für wiederkehrende Formate im akademischen Alltag.
Technisch betrachtet liegt die Stärke der Idee im Prinzip „Layout zuerst, Inhalte danach“: Für Graphical Abstracts stellt Scientific Figure sechs verschiedene Layout-Strukturen bereit. Solche grafischen Kurzzusammenfassungen werden zunehmend von Fachzeitschriften gefordert, weil sie die Kernbotschaften eines Paper-Vorhabens in kurzer Zeit lesbar machen sollen. Statt dass Forschende jedes Mal neu definieren müssen, wie Textblöcke, Abbildungen und Kernaussagen zueinander stehen, liefert die Bibliothek ein vorgegebenes Grundgerüst. Das reduziert nicht nur den manuellen Gestaltungsaufwand, sondern schafft auch eine Konsistenz, die in der Review- und Publikationspraxis häufig wichtig ist: Wenn das Layout auf das Wesentliche optimiert ist, bleibt mehr Aufmerksamkeit für die Aussagequalität.
Die zweite Bibliothek adressiert Poster als zentrales Medium auf Fachtagungen. Hier orientiert sich das Angebot an gängigen Standard-Konferenzformaten, damit die erstellten Poster den räumlichen und technischen Anforderungen vor Ort entsprechen. In der Praxis bedeutet das: Wer ein Poster entwirft, muss Dimensionen, Proportionen und Lesbarkeit über die typische Distanz hinweg im Blick behalten. Wenn diese Entscheidungen nicht jedes Mal aus dem Stand getroffen werden müssen, verschiebt sich die Arbeit weg von typografischen Detailfragen und hin zur inhaltlichen Hierarchie. Laut Beschreibung soll die Bereitstellung standardisierter Layouts außerdem vermeiden, dass Anwender Formatvorgaben und Proportionen manuell festlegen müssen.
Auch beim Zugang wählt Scientific Figure laut eigener Darstellung bewusst einen niedrigschwelligen Ansatz. Die Bibliotheken sind vollständig kostenlos nutzbar, und für die Verwendung der Vorlagen ist kein Abonnement erforderlich. Genau diese Abgrenzung ist im Markt relevant, weil Design-Workflows in vielen Teams häufig über bezahlte Software, Lizenzen und wiederkehrende Lernkurven laufen. Gerade in Instituten, in denen Studierende, Postdocs oder wissenschaftliche Mitarbeitende kurzfristig für Präsentationen produzieren müssen, kann ein kostenloser Vorlagenbaukasten den Prozess spürbar beschleunigen. Der Ansatz setzt damit auf Demokratisierung: Nicht jeder muss Gestaltungskompetenz „einkaufen“, um trotzdem zu professionell wirkenden Ergebnissen zu kommen.
Im Produktversprechen werden außerdem typische Problemstellen beim Visualisieren wissenschaftlicher Daten direkt angesprochen: Ohne technische Ressourcen oder gestalterische Erfahrung wirkt die Ausgabe oft entweder überladen oder zu unklar. Die Vorlagenbibliotheken sollen dieses Muster durch einen strukturierten Rahmen durchbrechen, in den Nutzerinnen und Nutzer nur noch die individuellen Forschungsergebnisse einfügen. Spannend ist dabei, dass die Kommunikation nicht nur auf Graphical Abstracts und Poster beschränkt bleibt, sondern im Umfeld der Nutzung auch die schnelle Integration vorbereiteter Elemente betont. Die Beschreibung nennt dabei 14 kostenlose Business-Vorlagen und erwähnt, dass sich Inhalte wie Zeitstrahle, Agenden oder Mindmaps mit wenigen Klicks in Präsentationen übernehmen lassen. Für Teams, die häufig zwischen Paper, Vortrag und Poster wechseln, kann diese Wiederverwendbarkeit den Overhead reduzieren.
Ein zentraler Gedanke hinter dem Angebot ist der Fokus auf strukturelle Entscheidungen im Designprozess. In der Darstellung des Unternehmens führt der Gründer John Barrett aus, dass die Wahl der Struktur die maßgebliche Entscheidung im gesamten Gestaltungsprozess sei. Damit greift Scientific Figure ein klassisches Problem auf: In der wissenschaftlichen Praxis wird Design leicht als „Endpolitur“ behandelt, obwohl Layouts die Lesbarkeit und damit die Überzeugungskraft beeinflussen. Wenn die formale Komposition bereits in erprobten Layouts steckt, können Forschende stärker auf die logische Anordnung ihrer Ergebnisse achten – also darauf, was zuerst gelesen wird, welche Aussage im Zentrum steht und wie Bild- und Textinformationen zusammenspielen.
Für den Markt bedeutet ein solcher Schritt vor allem eines: Er verschiebt die Kosten- und Lernkurve im Design-Workflow. Anstatt dass jede neue Aufgabe eine Neuentwicklung im Layout-Engineering auslöst, liefert die Bibliothek eine „Startfolie“ für das nächste Paper- oder Posterformat. Das kann die Hürde für konsistente Kommunikation senken und die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass Visualisierungen mit klaren Hierarchien entstehen. Gleichzeitig bleibt die technische Komplexität für Anwender geringer, weil die Aufgabe nicht in Richtung komplizierter Design-Setups läuft, sondern in Richtung inhaltlicher Anpassung. Ob das Angebot langfristig auch in etablierten Review-Prozessen als Referenzrahmen akzeptiert wird, hängt davon ab, wie gut die Layouts in unterschiedlichen Journals und Konferenzkontexten funktionieren – aus Anwendersicht dürfte jedoch bereits jetzt der praktische Nutzen im Vordergrund stehen: schneller produzieren, weniger nachformatieren, mehr Zeit für die Aussage.
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