LONDON (IT BOLTWISE) – Microsoft ordnet Windows 11 als vergleichsweise speicherhungrig ein und verknüpft die anstehenden Performance-Tools mit einem sofort umsetzbaren Tipp. Viele Autostart-Apps können den Rechner beim Hochfahren spürbar ausbremsen. Die empfohlene Maßnahme: Unnötige Programme im Autostart deaktivieren und per Task-Manager nach „Startup impact“ priorisieren. So lassen sich Boot-Zeit und bei mobilen Geräten oft auch der Akkuverbrauch verbessern.

Windows 11: So beschleunigen Sie den PC durch optimierte Autostarts
Windows 11: So beschleunigen Sie den PC durch optimierte Autostarts (Foto: IT BOLTWISE)
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Microsoft macht in einem aktuellen Support-Hinweis deutlich, dass Windows 11 im Alltag mehr Systemressourcen bindet als viele Nutzer erwarten. Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen an neuen Performance-Tools, die übermäßigen Ressourcenverbrauch reduzieren sollen. Bis diese Verbesserungen greifen, gibt es aber einen Hebel, der in der Praxis sehr oft Wirkung zeigt: das Autostart-Management. Denn wenn beim Login nicht nur das Betriebssystem, sondern auch mehrere Hintergrundprogramme parallel anlaufen, entstehen genau die Engpässe, die sich dann als „langsamer PC“ anfühlen – beim Start genauso wie in den ersten Minuten danach.

Der einfachste Weg führt über die Einstellungen: In der App „Einstellungen“ navigiert man zu „Apps“, öffnet den Bereich „Startup“ und schaltet Apps ab, die der Rechner nicht direkt beim Booten oder nach dem Anmelden benötigen. Microsoft fasst den Kerngedanken dabei recht direkt zusammen: Zu viele Autostart-Programme können den Rechner verlangsamen. Zusätzlich spielt der Energiehaushalt eine Rolle, insbesondere auf mobilen Windows-Geräten. Wenn weniger Prozesse unmittelbar nach dem Start gestartet werden, muss die CPU weniger aggressiv hochtakten; das kann den Akkuverbrauch senken und damit die Gesamtleistung verbessern, weil das System nicht ständig zwischen Rechenarbeit und Energiesparmechanismen pendeln muss.

Technisch betrachtet ist der „Settings“-Ansatz jedoch nur der erste Schritt. Für Nutzer, die wirklich verstehen wollen, welche Anwendungen beim Start dominieren, lohnt sich der Blick in den Task Manager, weil er mehr als nur „An/aus“ bietet. Microsoft verweist darauf, dass man über Rechtsklick auf den Startknopf oder per Tastenkombination Ctrl + Shift + Esc in den Task Manager gelangt. Dort gibt es den Abschnitt „Startup apps“, in dem Windows die Programme auflistet, die automatisch starten. Der entscheidende Unterschied: Neben dem Namen zeigt Windows, ob ein Programm aktiviert ist, und wie groß sein gemessener Beitrag zum Startprozess ist – also der „Startup impact“.

Genau diese Kennzahl macht die Bewertung im Alltag greifbarer. Ein deaktiviertes Programm erscheint mit „None“-Impact, während bei aktivierten Apps je nach Datenlage „Not measured“ stehen kann, wenn Windows noch nicht genug Informationen gesammelt hat. Für Messwerte klassifiziert Microsoft die Auswirkungen in Low, Medium und High. Low bedeutet dabei weniger als 300 Millisekunden CPU-Zeit und weniger als 292 KB Datenträgeraktivität während des Starts. Medium liegt im Bereich von 300 Millisekunden bis einer Sekunde CPU-Zeit beziehungsweise zwischen 292 KB und 3 MB I/O. High wird vergeben, wenn die CPU-Zeit mehr als eine Sekunde beträgt oder die Datenträgeraktivität über 3 MB liegt. Wichtig ist: „High“ heißt nicht automatisch „schlecht“ und „Low“ nicht automatisch „harmlos“. Sicherheits- oder Monitoring-Tools können unmittelbar nach dem Login sinnvoll sein, ebenso können Treiberkomponenten oder Client-Software nötig sein, damit Funktionen korrekt bereitstehen.

Praktisch empfiehlt es sich, nicht wahllos alles zu deaktivieren, sondern nach Nutzungsprofil zu sortieren. Wenn Sie eine App mit „High“-Impact selten direkt nach dem Anmelden brauchen, ist das Abschalten häufig der beste Trade-off zwischen Komfort und Geschwindigkeit. Umgekehrt kann es sinnvoller sein, eine Anwendung mit „Low“-Impact zu behalten, wenn sie genau die Funktion bereitstellt, auf die Sie im täglichen Betrieb angewiesen sind. Ein weiterer Vorteil: Das Deaktivieren wirkt ohne Deinstallation. Sie können später jederzeit in den Task Manager zurückgehen und die Anwendung wieder aktivieren, wenn sich herausstellt, dass sie doch früher oder an anderer Stelle gebraucht wird.

Wer darüber hinaus bewusst selbst steuern möchte, wie Programme ins Autostart-Verhalten gelangen, kann auf einen zweiten Mechanismus setzen: Windows bietet für Autostart-Einträge spezielle Shell-Verknüpfungen. Microsoft beschreibt, dass Anwendungen, die nicht als Autostart-Aufgaben registriert sind, über die Explorer-Ansicht hinzugefügt werden können. Der Ablauf: Mit Win + R öffnet man das Ausführen-Menü und gibt „shell: appsfolder“ ein. Das öffnet ein Explorer-Fenster mit den installierten Anwendungen auf dem PC. Lässt man dieses Fenster geöffnet, startet man erneut „Ausführen“ und verwendet „shell: startup“ für das jeweilige Benutzerkonto. Im zweiten Explorer-Fenster sieht man dann genau die Programme, die beim Anmelden automatisch gestartet werden sollen. Per Drag-and-drop kann man eine Anwendung aus dem ersten Fenster in den Startup-Ordner ziehen, wodurch Windows eine Verknüpfung nutzt, um die App beim nächsten Login automatisch zu starten.

Daneben existiert auch „shell: common startup“, mit dem Startup-Programme für alle Nutzer auf dem Gerät greifen, nicht nur für das eigene Konto. Für gemeinsam genutzte PCs ist das oft nützlicher als die klassische Heim-Variante, weil dadurch konsistente Funktionen etwa für Admin-Tools oder zentral bereitgestellte Dienste möglich sind. Insgesamt zeigt Microsoft damit: Windows gibt mehr Kontrolle über Startverhalten, als der einfache „Startup“-Schalter in den Einstellungen vermuten lässt. Und genau diese feinere Steuerung wird besonders relevant, wenn PCs länger im Einsatz sind und sich im Hintergrund zunehmend Software ansammelt – Browser-Extensions, Sync-Clients, Teams-/Messaging-Komponenten, Update-Assistenten oder verschiedene Sicherheitsprodukte.


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