MERRITT / LONDON (IT BOLTWISE) – Der Bitcoin-Miner HIVE Digital Technologies hat über die BUZZ High Performance Computing einen fünfjährigen GPU-Cloud-Vertrag im Volumen von rund 350 Millionen US-Dollar unterzeichnet. Der Deal soll der KI-Cloud-Unit voraussichtlich etwa 70 Millionen US-Dollar an annualisierter Marge einbringen und die geplante Clustergröße auf 2.016 NVIDIA-Blackwell-Ultra-GPUs festlegen. Das Setup entsteht in Bell AI Fabric in Merritt und wird mit Quantum-X800-InfiniBand sowie VAST-Data-Speicherkomponenten betrieben. Für die Umsetzung nennt HIVE Investitionen von rund 185 Millionen US-Dollar und rechnet damit, dass die Infrastruktur im vierten Quartal 2026 anläuft.

HIVE Digital Technologies nutzt seine Datacenter- und Energie-Assets jetzt noch stärker als Grundlage für langfristige KI-Berechnungen: Über BUZZ High Performance Computing hat das Unternehmen einen fünfjährigen GPU-Cloud-Service-Vertrag mit einem Volumen von etwa 350 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Die Gegenpartei bleibt laut Unternehmensangaben anonym; sie wird nur als „investment-grade“ beschrieben. Wirtschaftlich zielt HIVE damit auf planbare Umsätze im GPU-Cloud-Geschäft: Der Vertrag steuert laut Konzernangaben rund 70 Millionen US-Dollar annualisierte Erlöse bei und bringt BUZZ HPC insgesamt auf etwa 180 Millionen US-Dollar annualisierte Einnahmen. Davon sollen zunächst 35 Millionen US-Dollar realisiert werden, während der größere Teil von 145 Millionen US-Dollar erst über die Quartale bis einschließlich des vierten Quartals 2026 in den Betrieb übergeht.
Technisch definiert BUZZ HPC den Kern des neuen Leistungsangebots über ein dediziertes GPU-Cluster, das HIVE für eine schlüssige Bereitstellung der Rechenleistung aufbaut. Geplant ist ein System aus 2.016 NVIDIA-Blackwell-Ultra-GPUs in GB300 NVL72 Rack-Scale-Umgebungen. Dazu kommt eine Netzwerkkomponente, die für KI-Workloads mit hohem Kommunikationsbedarf entscheidend ist: Laut den Angaben setzt HIVE auf Quantum-X800-InfiniBand, also eine Architektur, die im Clusterbetrieb auf geringe Latenzen und hohe Durchsatzraten ausgelegt ist. Für die Speicherung nennt HIVE außerdem VAST-Data als Storage-Baustein. Wichtig für die Umsetzung ist dabei, dass die Konfiguration auf einer NVIDIA-Referenzarchitektur basiert, wodurch sich typische Integrationsrisiken aus der individuellen „Greenfield“-Auslegung reduzieren lassen.
Der Standort- und Betriebskontext gehört ebenfalls zur Story, weil HIVE das neue Cluster nicht irgendwo ansiedelt, sondern an die Bell AI Fabric Facility in Merritt, British Columbia, koppelt. Dort nutzt der Betreiber erneuerbare Wasserkraft und setzt auf ein geschlossenes Flüssigkühlsystem (closed-loop liquid cooling). Für KI-Rechenzentren ist dieser Punkt mehr als nur ein Nachhaltigkeits-Label: Flüssigkeitskühlung kann die thermischen Randbedingungen verschieben, was die Realisierbarkeit größerer Dichten pro Rack beeinflusst. HIVE rechnet außerdem mit einem klaren Zeitfenster: Das System soll noch in diesem Jahr in Betrieb gehen und später im vierten Quartal 2026 live geschaltet werden. Die Investitionsseite beziffert das Unternehmen mit etwa 185 Millionen US-Dollar für den Aufbau der Infrastruktur.
Damit stellt HIVE auch das Finanzierungsmodell in den Vordergrund. Laut Meldung fließt ein initialer Kunden-Deposit von ungefähr 35 Millionen US-Dollar, das etwa 10% des Vertragswerts entspricht. Zusätzlich stützt sich das Projekt auf Mittel aus einer im Juni 2026 emittierten Zero-Percent Convertible Bond-Transaktion sowie auf Equipment-Finanzierungen. Operativ hält HIVE die Infrastruktur in der eigenen Hand: Das Unternehmen behält die Ownership und erwartet, dass die tägliche HPC/AI-Nutzung nach Cluster-Lieferung auf etwa 500.000 US-Dollar steigen kann, sobald das System im vierten Quartal 2026 bereitsteht. Für die Buchführung und Ergebnisplanung ist das relevant, weil die Struktur aus Kundenvertrag, Bauphasen und schrittweiser Inbetriebnahme die Umsatzspiegelung über mehrere Quartale verteilt.
Die neue Vereinbarung ist zudem der zweite große GPU-Cluster-Deal innerhalb von nur zwei Monaten, was das „AI-Pivot“-Narrativ von Bitcoin-Mining-Unternehmen weiter verstärkt. Schon im Juni hatte BUZZ HPC einen drei Jahre laufenden, 220 Millionen US-Dollar schweren souveränen KI-Cloud-Vertrag für Bell und Cohere im selben Merritt-Umfeld unterzeichnet. Dort kamen NVIDIA Grace-Blackwell-Systeme zum Einsatz. In der Summe ergibt sich ein Muster: Miner, die bislang stark von Stromkosten und Mining-Performance abhängen, wandeln Rechenzentrumsflächen und Energieverträge in langfristige Kapazitätsverträge um. Aus der Branche wird diese Umstellung häufig als Weg betrachtet, volatile Einnahmequellen durch planbarere Nachfrage aus dem KI-Umfeld zu ersetzen.
Für den Markt ist entscheidend, wie schnell sich solche Kapazitätszusagen in Umsatz- und Erwartungskennzahlen übersetzen. HIVE berichtete zuletzt quartalsweise Einnahmen in Höhe von 79,1 Millionen US-Dollar, darunter 7,1 Millionen US-Dollar aus BUZZ HPC. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die BUZZ-HPC-Einnahmespur um 47%. Auf Vertragsebene nennt HIVE außerdem eine GPU-Cloud-ARR-Linie von ungefähr 110 Millionen US-Dollar, die aus den bereits abgeschlossenen bzw. gebuchten Kontrakten resultiert. Die unmittelbare Kursreaktion fällt in diesem Umfeld ebenfalls bemerkbar aus: Die Aktie legte am Berichtstag um 4% zu und bewegte sich am Folgetag in der frühen Handelsphase laut Marktübersichten um weitere rund 8% nach oben.
Vergleichbar agieren in der Zwischenzeit mehrere KI- und Infrastrukturspieler, die Rechenleistung über Cloud- oder Colocation-Modelle skalieren. In diesem Umfeld wird Microsoft mit einem sehr großen Cloud-Deal in Verbindung gebracht; zudem standen in der Branche auch großvolumige Rechenzentrums- und Leasing-Konstruktionen anderer Miner im Fokus, darunter Vorhaben mit Anthropic- und Fluidstack-Bezug sowie eine Google-geförderte Joint-Venture-Struktur. Auch wenn die konkreten Details dieser Einzelfälle variieren, zeigt die Parallele vor allem eines: Die Beschaffung von GPU-Kapazität und die schnelle Umsetzung in betreibbare Cluster werden zum Wettbewerbsvorteil. Für HIVE bedeutet der neue Vertrag, dass BUZZ HPC seine Pipeline weiter ausbaut und zugleich die technische Grundlage für wiederkehrende GPU-Deliverables festigt – ein Ansatz, der in den kommenden Quartalen besonders daran gemessen wird, ob die angekündigten Inbetriebnahmen und die erwarteten HPC/AI-Tagesumsätze wie geplant eintreffen.
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