LONDON (IT BOLTWISE) – Der Mutterkonzern von ZOTAC, Inno3D und Manli warnt vor einer weiteren Verschärfung der Grafikkarten-Knappheit. In seinem Halbjahresbericht 2026 nennt PC Partner steigende Komponenten- und insbesondere Grafikspeicher-Kosten als Haupttreiber. Die Verschlechterung der Verfügbarkeit soll sich besonders auf Einsteiger-Grafikkarten auswirken. Dadurch erwartet das Unternehmen höhere VGA-Card-Kosten und einen weiteren Preisdruck in der zweiten Jahreshälfte 2026.

PC Partner warnt: Grafikkarten werden 2026 weiter teurer und knapper
PC Partner warnt: Grafikkarten werden 2026 weiter teurer und knapper (Foto: IT BOLTWISE)
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PC Partner, der Mutterkonzern hinter ZOTAC, Inno3D und Manli, liefert mit dem Halbjahresbericht 2026 eine eher nüchterne Diagnose für den PC-Markt: Die anhaltenden Lieferengpässe wirken nicht nur auf die Verfügbarkeit, sondern schlagen inzwischen deutlich in den Kostenketten durch. Laut Unternehmensangaben bleiben die Rahmenbedingungen im Geschäftsjahr 2026 insgesamt anspruchsvoll, weil Komponentenversorgung und Beschaffung weiterhin nicht stabil auf dem Niveau laufen, das für planbare Preis- und Absatzkurven nötig wäre. Dass der Markt dadurch zusätzlich abkühlt, ist ein typischer Nebenmechanismus: Wo Hardware teurer wird oder länger dauert, verschiebt sich die Kaufentscheidung häufig auf später.

Technisch und wirtschaftlich betrachtet liegt der Hebel dabei nicht allein bei der GPU selbst, sondern bei den wiederkehrenden Knappheiten entlang der gesamten Grafikkarten-„Bills of Materials“. PC Partner stellt für die zweite Hälfte des Jahres 2026 insbesondere steigende Kosten für Grafikspeicher in Aussicht. Wenn die Kosten für den GDDR- oder GDDR-artigen Speicher (je nach konkreter Kartenklasse) steigen, wirkt das direkt auf die Herstell- und Einstandspreise der VGA Cards; daraus folgt zwangsläufig ein Preisdruck bei den Verkaufspreisen. Zusätzlich rechnet das Unternehmen damit, dass die Verfügbarkeit in der zweiten Jahreshälfte 2026 weiter sinkt – ein Faktor, der bei Shortage-Märkten meist schneller auf die ASP-Entwicklung (Average Selling Price) durchschlägt als auf die absolute Nachfrage.

In den eigenen Geschäftszahlen zeichnen sich diese Effekte laut Bericht bereits ab. So wurden im ersten Halbjahr 2026 rund 18 % weniger Grafikkarten der Marken ZOTAC, Inno3D und Manli verkauft als im zweiten Halbjahr 2025. Gleichzeitig stieg der Preis pro Karte um fast 11 %. Für den Markt ist diese Kombination ein klares Signal: Es wird weniger Menge bewegt, aber die verbleibende Nachfrage konzentriert sich auf höher bepreiste Konfigurationen. Genau diese Verschiebung ist für OEMs, Systemintegratoren und den Handel relevant, weil sie die Planbarkeit von Bundles erschwert und Margen stärker über Einkaufszeitpunkte statt über stabile Stückkosten zu steuern versucht.

Für die zweite Hälfte des Geschäftsjahres 2026 erwartet PC Partner zudem, dass entry-level-Grafikkarten mit besonders starken Engpässen konfrontiert sind. Das ist insofern wichtig, als Einstiegsmodelle preisempfindliche Käufergruppen bedienen und häufig als „Einstiegs-Gateway“ in einen bestimmten GPU-Ökosystempfad dienen. Wenn gerade dort die Verfügbarkeit schlechter wird, kann das in der Praxis zwei Dinge beschleunigen: Erstens rutschen Käufer stärker in teurere Alternativen oder in Wartepositionen; zweitens steigt der mittlere Verkaufspreis tendenziell, weil die preisgünstigen Optionen seltener als Ersatz verfügbar sind. PC Partner nennt diesen Mechanismus explizit in der Erwartung eines weiteren Anstiegs des ASP.

Ein zusätzlicher Realitätscheck kommt aus dem Marktumfeld der GPU-Vendoren, die PC Partner in seinem Bericht mit Blick auf eigene Produkte adressiert. Der Konzern vertreibt Grafikkarten mit NVIDIA-GPUs; dort seien die Preise in den vergangenen Wochen und Monaten noch einmal deutlich angestiegen. Genannt wird unter anderem, dass das High-End-Modell GeForce RTX 5090 weiterhin ausnahmslos für 4.400 Euro zu haben sei und auch die weiteren Modelle spürbar teurer geworden seien. In derselben Linie soll laut Bericht auch AMD die Preise offiziell noch deutlich anheben. Damit verdichtet sich ein Muster, das man in solchen Phasen häufig sieht: Selbst wenn einzelne Kartenklassen kurzfristig auftauchen, bleiben die Preisanker durch die Vendor-Preisgestaltung und Speicher-/Komponentenpreise oft länger hoch als die Verfügbarkeit verbessert.

Für IT-Leiter, Systemhäuser und den Handel bedeutet das im Jahr 2026 vor allem mehr Aufwand im Capacity- und Portfolio-Management. Wo Liefermengen knapp sind, steigt die Bedeutung von exakten Bedarfsmeldungen, Vorlaufzeiten und einer klaren Priorisierung nach Use Cases – etwa Gaming, Workstations oder produktivitätsnahe Workflows. Auch die Unternehmensseite spürt die Konsequenzen: Wenn der PC-Markt durch höhere Komponentenpreise und langsamere Nachfrage gebremst wird, verschiebt sich Budgetplanung häufig in Richtung weniger Modellvarianten und stärkerer Standardisierung. Gleichzeitig können Betreiber von Flotten und Schulungsumgebungen gezwungen sein, Anschaffungen zu staffeln oder auf alternative Konfigurationen auszuweichen – nicht aus technischer Präferenz, sondern aus Beschaffungsrealität.

Die zentrale Frage bleibt damit weniger „Ob“ als „Wie lange“ der Preisdruck anhält. PC Partner erwartet für die zweite Jahreshälfte 2026 sowohl höhere Grafikkosten über den Grafikspeicher als auch eine weitere Verschärfung der Verfügbarkeit – und speziell Einsteigerkarten dürften darunter überproportional leiden. Solange diese Kombination aus Kosten- und Engpasslage nicht entspannt, dürfte der Markt tendenziell weiterhin in Richtung höherer Verkaufspreise und selektiver Nachfrage kippen. Für die Branche ist das ein klarer Hinweis darauf, dass Beschaffung und Preisstrategie 2026 wieder stärker zusammen gedacht werden müssen: nicht nur Einkaufspreise, sondern auch Lieferfenster, Modellsegmente und der Umgang mit Preisverschiebungen über die Zeit.


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