LONDON (IT BOLTWISE) – Im frisch benannten ista-Borussia-Park startet eine mehrjährige Partnerschaft zwischen ista und Borussia Mönchengladbach. Das Stadion soll künftig als Demonstrationsobjekt für Energieeffizienz und intelligente Gebäudetechnik dienen. Im Betrieb kommen digitale Messtechnik und ein fortschrittliches Energiemanagement zum Einsatz, um Verbräuche transparent zu machen und Einsparpotenziale abzuleiten. Damit rückt die technische Optimierung von großen Spiel- und Eventflächen stärker in den Fokus als nur die Namensänderung.

Mit der ersten Öffnung für Besucher am 15. August ist der neu benannte ista-Borussia-Park offiziell in die Namenspartnerschaft zwischen dem Immobiliendienstleister ista und Borussia Mönchengladbach gestartet. Die Veranstaltung funktionierte dabei nicht nur als Auftakt für Fans, sondern als Signal an Betreiber und Technologiepartner: Das Stadionareal soll sich zu einem Referenzprojekt für Energieeffizienz und intelligente Gebäudetechnik entwickeln. Entscheidend ist der Anspruch, den gesamten Betrieb eines komplexen Areals messbar besser zu machen – und nicht nur einzelne Komponenten auszutauschen.
Der technische Kern der Zusammenarbeit liegt in der Ausstattung mit smarter Gebäudetechnik und einem Energiemanagement, das Daten systematisch in Entscheidungen übersetzt. Laut Beschreibung der Kooperation soll ista digitale Messtechnik in den gesamten Bereich integrieren, um Energieverbräuche sichtbar zu machen. Darauf aufbauend soll ein Energiemanagement die gewonnenen Informationen nutzen, um konkrete Einsparpotenziale zu identifizieren und schrittweise zu erschließen. Für große Sportstätten ist das mehr als ein Monitoring-Projekt: Während der Betrieb stark schwankt – etwa zwischen Eventtagen und ruhigen Phasen – braucht es abgestimmte Regelkreise, ein durchgängiges Datenmodell und klare Verantwortlichkeiten für Maßnahmen, sobald Abweichungen auftreten.
Der Saisonstart bildete den Rahmen, in dem die Partnerschaft auch im Alltag erfahrbar sein sollte. Über 50.000 Besucher erlebten das Saisoneröffnungsspiel gegen Aston Villa und damit die Klammer aus Markenauftritt und infrastruktureller Zielsetzung. Rund um den ista-Borussia-Park gab es vor dem Anpfiff unter anderem eine Speedschuss-Anlage zur Messung der Schusskraft sowie eine Ballonfahrt am Kran aus bis zu 60 Metern Höhe. Unmittelbar vor dem Spiel wurde die Partnerschaft visuell inszeniert: Jünter als Maskottchen sowie Kinder, Jugendliche und Spieltagshelfer präsentierten das neue Stadionnamen-Motiv, begleitet von Bannern mit der Botschaft „Leidenschaft vereint. Für ein Stadion mit Zukunft.“ Solche Formate sind im Energiemanagement-Kontext nicht nebensächlich, weil sie die Akzeptanz für später sichtbare Betriebsänderungen erhöhen können – etwa bei Zonenabschaltungen oder optimierten Betriebszeiten.
Strategisch ist die Kooperation langfristig angelegt, mit einer Laufzeit von mindestens fünf Jahren. In dieser Zeit soll der ista-Borussia-Park als Demonstrationsobjekt dienen, um die Leistungsfähigkeit intelligenter Gebäudetechnik in einem hochdynamischen Umfeld zu zeigen. CEO Hagen Lessing stellte dabei heraus, dass die Partnerschaft mehr als „nur einen neuen Namen“ umfasse. Im Kern geht es laut Ausführung um die intelligente Nutzung von Daten, um Transparenz bei Energieverbräuchen zu schaffen und über smarte Gebäudetechnik Einsparpotenziale konkret nutzbar zu machen. Damit wird ein Ansatz verfolgt, der für viele Betreiber in der Praxis entscheidend ist: Erst wenn Messdaten über verschiedene Verbrauchergruppen hinweg plausibilisiert und in wiederholbare Betriebsstrategien übersetzt werden, entsteht ein verwertbarer Hebel für Effizienz.
Technisch betrachtet dürfte der Weg über mehrere Ebenen laufen: Von der Erfassung der Energieflüsse über die Auswertung in Echtzeit- oder Near-Echtzeit-Logiken bis hin zur Umsetzung im Betrieb – etwa bei Beleuchtung, Lüftung, Kälte- oder Wärmeanwendungen sowie bei der Steuerung von Nebenanlagen. Gerade Stadien haben heterogene Lastprofile und anspruchsvolle Nutzeranforderungen, sodass Effizienzmaßnahmen ohne smarte Regelung schnell kollidieren können. Ein konsequent ausgebautes Energiemanagementsystem zielt deshalb typischerweise darauf, Verbräuche nicht nur zu „sehen“, sondern mit Betriebszuständen zu verknüpfen: Vorbereitung, Spielbetrieb, Nachlauf und eventfreie Tage können dabei jeweils andere Zielwerte und Strategien verlangen. Der Ansatz passt zudem zur breiteren Entwicklung im Markt, in der Immobiliendienstleister sich zunehmend als Enabler für KI-gestützte Optimierung positionieren: KI kann Muster in Verbrauchsdaten erkennen und Empfehlungen ableiten, während das Energiemanagement die Automatisierung im Feld sicherstellt.
Für die Industrieauswirkung ist besonders relevant, dass es sich um einen öffentlichen, stark frequentierten Ort handelt. Ein Stadion als Referenzprojekt ist für Entscheider aus anderen Liegenschaftstypen anschlussfähig, weil sich dort Komplexität und Skalierung bündeln: große Flächen, anspruchsvolle Zeitfenster und hohe Sichtbarkeit. Wenn Transparenz der Verbräuche und die Realisierung von Einsparpotenzialen wie in der Partnerschaft beschrieben Schritt für Schritt umgesetzt werden, entsteht ein Lernpfad, von dem andere Betreiber profitieren können – etwa bei der Frage, wie Messdaten strukturiert werden und wie man Maßnahmen priorisiert, statt Energieberichte als reine Dokumentation enden zu lassen. Für Borussia Mönchengladbach und für ista bedeutet das zugleich, dass Effizienz nicht nur ein technisches Versprechen bleibt, sondern im Betrieb dauerhaft bewiesen werden muss – genau dort entscheidet sich der Erfolg solcher langfristigen Smart-Building-Initiativen.
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