LONDON (IT BOLTWISE) – Der Denon AVR-X1700H bringt 7,2-Kanal-Heimkino mit HDMI 2.1, darunter 8K/60 Hz und 4K/120 Hz, ins Wohnzimmer. Für die Tonwiedergabe nutzt der Receiver objektbasierte Formate wie Dolby Atmos und DTS: X sowie die Einmessung Audyssey MultEQ XT. Zusätzlich dient HEOS als Streaming- und Multiroom-Hub, sodass nicht nur Filme, sondern auch Musik und Internetradio zentral gesteuert werden. Im Mittelklassenpreisbereich setzt der AVR-X1700H dabei auf solide Anschlussvielfalt und messbare Leistungsreserven für dynamische Szenen.

Der Denon AVR-X1700H zielt erkennbar auf eine typische Käufergruppe: Menschen, die ihr Setup nicht komplett neu aufbauen wollen, aber spätestens mit HDMI 2.1 moderne Quellen sauber einbinden möchten. In der Praxis heißt das: Der Receiver arbeitet als 7,2-Kanal-Zentrale und bleibt gleichzeitig kompatibel zu klassischen Zuspielern, von Blu-ray-Playern bis zu älteren Videoquellen. Gerade weil Heimkino heute oft aus mehreren Welten besteht – TV, Konsole, Streamingdienst und gegebenenfalls Plattenspieler – wirkt die Anschluss- und Formatauswahl hier wie eine solide „Klammer“ für heterogene Medienbibliotheken.
Leistung und Ausbaureserve sind beim AVR-X1700H dabei nicht nur Werbewort, sondern über konkrete Messwerte unterlegt. Denon nennt für den 7,2-Kanal-Verstärker 80 Watt pro Kanal an 8 Ohm im Bereich von 20 Hz bis 20 kHz bei 0,08 Prozent Klirrfaktor. Für 6-Ohm-Lautsprecher steigt die Nennausgangsleistung auf 120 Watt pro Kanal bei 1 kHz und 0,7 Prozent Klirrfaktor; im Ein-Kanal-Betrieb sind sogar bis zu 145 Watt an 6 Ohm möglich. Entscheidend für den Alltag ist dabei die Frage, ob der Receiver auch bei dynamischen Spitzen nicht einbricht – und genau dafür liefert die spezifizierte Ein-Kanal-Reserve einen technischen Hinweis. Außerdem nennt der Text, dass die Leistungsdaten aus dem offiziellen technischen Datenblatt stammen und die Messmethodik mit zwei betriebenen Kanälen abbildet.
Den größten „Game-Changer“-Aspekt liefert jedoch die HDMI-Sektion, weil sie die Brücke zwischen aktueller Videotechnik und dem Rest des Heimkinos schlägt. Der Receiver stellt insgesamt sechs HDMI-Eingänge bereit, davon drei HDMI 2.1-Anschlüsse mit Unterstützung für 8K/60 Hz und 4K/120 Hz. Zusätzlich beherrscht der HDMI-Ausgang ebenfalls 8K/60 Hz sowie 4K/120 Hz, was bei modernen TV- und Projektor-Setups die Kette vereinfacht. Dazu kommen HDCP 2.3 und eARC, sodass der Rückkanal über den Fernseher klappt – insbesondere dann relevant, wenn der TV Audioformate weiterleiten soll oder wenn Apps direkt am TV laufen. Neben der HDMI-Welt sind auch analoge Videooptionen vorhanden: Zwei Composite-Videoeingänge und ein Composite-Videoausgang ermöglichen den Betrieb älterer Quellen, während die Unterstützung gängiger HDR-Formate wie HDR10+, Dolby Vision sowie variable Bildwiederholraten für Spielekonsolen die Aktualität absichert.
Auf der Audiospur setzt der AVR-X1700H auf ein Paket aus objektbasierten Formaten, Dekodierung und Upmixing. Genannt werden Dolby Atmos und DTS: X als objektbasierte Zielspuren, ergänzt um Virtualizer und Upmixer wie Dolby Surround, Dolby Atmos Height Virtualizer und DTS Neural: X, um auch aus klassischen Mehrkanaltonquellen eine räumlichere Wiedergabe abzuleiten. Für verlustfreie Disc-Tonspuren sind außerdem Dekoder für Dolby TrueHD und DTS-HD Master Audio integriert. Das ist besonders dann praxisnah, wenn im Haushalt weiterhin Blu-ray als „Qualitätsanker“ dient. Für die Einmessung kommt Audyssey MultEQ XT zum Einsatz, erweitert um Audyssey Dynamic EQ und Audyssey Dynamic Volume, wodurch sich die Abstimmung auf unterschiedliche Lautstärken und Pegelverläufe ausrichten soll. Dass ein Raum-EQ in schwierigen Wohnräumen spürbar zur ausgewogeneren Klangbalance beiträgt, passt zur typischen Erwartung an automatische Messsysteme – allerdings entscheidet letztlich die akustische Ausgangslage und die korrekte Mikrofon-Positionierung beim Einmessen.
Auch bei den Schnittstellen zeigt sich der „Heimkino-als-Schaltzentrale“-Ansatz: Unter den klassischen Eingängen finden sich zwei Stereo-Line-Eingänge sowie ein Phono-MM-Eingang für Plattenspieler. Zusätzlich sind zwei optische Digitaleingänge für TV oder CD-Player vorgesehen, zusammen mit zwei Subwoofer-Pre-Outs für aktive Subwoofer. Damit ist sowohl der Weg in ein 5.1.2- oder 7.2-Setup als auch die Integration eines „dedizierten Tieftöners“ möglich, ohne dass man auf teure Zusatzmodule angewiesen ist. In die Netzwerk- und Streaming-Richtung gehen ein USB-A-Port an der Front für Speichersticks, ein Ethernet-Port für kabelgebundene Stabilität sowie integriertes WLAN und Bluetooth. Über die HEOS-Plattform lassen sich Musikdienste und Internetradio einbinden, womit der Receiver nicht nur Filme abspielt, sondern im Haushalt auch als Multiroom-Streaming-Hub fungiert.
Beim Formfaktor bleibt der AVR-X1700H mit 434 x 339 x 215 Millimetern und 10,6 Kilogramm in einem Bereich, der in viele Standard-Racks und TV-Möbel passt; die Tiefe macht jedoch die Belüftung nach hinten zu einem relevanten Planungspunkt. Marktseitig wird der Receiver in Deutschland laut den genannten Preisangaben aktuell im Bereich von etwa 500 bis 700 Euro verortet, während Preisvergleiche Startwerte um 660 Euro beziehungsweise Angebote ab rund 661,62 Euro ausweisen. Damit positioniert sich das Gerät als gehobenes Einsteiger- bis Mittelklassemodell. Im Blick auf das nahe Segment wird außerdem ein Vergleich zum AVR-X1800H gezogen, der mit einem Listenpreis von etwa 699 Euro in eine ähnliche HDMI-2.1-Klasse fällt und zeitlich als neuere Markteinführung beschrieben ist. Der AVR-X1700H bleibt damit die pragmatische Wahl, wenn man zentrale Familienmerkmale wie 7,2-Kanal-Aufbau, HDMI 2.1 (8K/60 Hz und 4K/120 Hz) und HEOS-Multiroom beherrschen will, aber nicht jede Detailmodernisierung des Nachfolgers mitbezahlen möchte.
Unterm Strich ist der Denon AVR-X1700H vor allem für Setups interessant, die zugleich „klassisch“ und „modern“ sein sollen. Seine Kombination aus 7,2-Kanal-Verstärkung, klar spezifizierten HDMI 2.1-Videoeigenschaften und einer Einmesslogik mit Audyssey MultEQ XT adressiert sowohl Heimkino-Abende mit Blu-ray als auch Gaming-Sessions mit aktuellen Konsolen. Wer zusätzlich Wert auf verlustfreie Disc-Tonformate, objektbasierte Raumklangformate und die praktische Multiroom-Funktion von HEOS legt, bekommt dafür eine zentrale Steuerinstanz, ohne in die Oberklasse springen zu müssen. Entscheidend bleibt damit weniger ein einzelnes Feature als die Gesamtbalance aus Anschlussvielfalt, messbarer Verstärkerleistung und einem Alltagstauglichen Streaming- und Einmesskonzept.
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