LONDON (IT BOLTWISE) – Das israelische Startup QED Science nutzt eine KI-Validity-Engine, um wissenschaftliche Arbeiten vor der Publikation zu prüfen und mit einem QED Score zu rangieren. Für „The 1 Percent“ wurden dafür Zehntausende Preprints aus den Lebenswissenschaften auf Originalität und Validität hin ausgewertet. Kritische Stimmen monieren, dass ein einzelner Score komplexe Bewertung auf eine Zahl reduziert und die Bewertungslogik nicht nachvollziehbar genug offengelegt sei. Gleichzeitig argumentieren Befürworter, dass KI vor allem entlasten und nicht menschliche Verantwortung ersetzen sollte.

„Peer Review“ ist in der Wissenschaft nicht nur ein formales Gate, sondern ein Arbeitsmodus: Forscher: innen bringen eine Studie an die Öffentlichkeit, weil sie deren Qualität mit einem nachvollziehbaren Prüfpfad verbinden wollen. In der Praxis läuft dieser Pfad über Preprints, anschließend über Begutachtungen durch unabhängige Fachleute und am Ende über die Veröffentlichung in renommierten Zeitschriften. Genau hier setzt die aktuelle Debatte an: Wenn das Publikationsvolumen weiter wächst und zugleich weniger Menschen Zeit oder Anreiz haben, als Gutachter: in zu arbeiten, geraten Zyklen ins Stocken. Die Folge sind nicht nur lange Wartezeiten, sondern auch das Risiko, dass Ergebnisse beim Abschluss schon wieder überholt sind.
Der Begriff „One Percenter“ meint sonst meist die vermögendsten Menschen eines Landes. Im Projekt „The 1 Percent“ wird er nun auf Forschung übertragen: QED Science aus Tel Aviv entwickelt dafür ein Verfahren, das wissenschaftliche Arbeiten auf Originalität und Richtigkeit hin prüfen und mit einem QED Score versehen soll. Laut Beschreibung wird jede Arbeit zunächst anonymisiert, dann von mehreren KI-Agenten analysiert, die auf unterschiedliche Aspekte trainiert wurden. Die Architektur teilt das Paper dabei in Komponenten auf, um systematisch nach potenziellen Schwachstellen zu suchen – von Unstimmigkeiten in Abbildungen über Widersprüche zu bestehender Literatur bis hin zu Plausibilitätschecks bei statistischen Ergebnissen.
Technisch entscheidend ist dabei, dass nicht „ein Modell“ am Ende die Gesamtnote vergibt, sondern ein mehrstufiger Prozess: Die Resultate der Agenten werden anschließend noch einmal gesammelt und von einer weiteren KI verifiziert, bevor eine Rohpunktzahl für Originalität und Validität entsteht. Danach folgt eine Gewichtung, aus der der QED Score als Perzentilrang im Vergleich zu einem Referenzkorpus abgeleitet wird. In der Logik des Systems heißt das konkret: Ein QED Score von 80 bedeutet, dass die Arbeit besser abschneidet als 80 Prozent der verglichenen Arbeiten. Für Universitäten und Unternehmen soll das Tool damit eine Art Filter vor Veröffentlichung bereitstellen – also eine zusätzliche Ebene der Qualitätsprüfung, bevor ein breiterer wissenschaftlicher Diskurs startet.
Für „The 1 Percent“ hat QED Science das System nach eigenen Angaben anhand von 57.455 Preprint-Papern der auf Lebenswissenschaften spezialisierten Plattform bioRxiv getestet, die zwischen Mai 2025 und April 2026 veröffentlicht wurden. Am Ende erreichten 574 Arbeiten das 99. Perzentil und konnten damit als „oberstes ein Prozent“ in den ausgewählten Bereich fallen. QED Science berichtet zudem, dass es die KI-Scores mit Bewertungen menschlicher Gutachter: innen und mit weiteren Benchmarks abglich, um die Übereinstimmung zu prüfen. Genau diese Zahlen erzeugen jedoch auch den Kern der Kritik: Wenn komplexe wissenschaftliche Qualität auf eine einzige Metrik reduziert wird, entsteht schnell ein falscher Eindruck von Abstufungen. Eine solche Score-Logik kann selbst dann problematisch sein, wenn sie im Hintergrund als Ranking-Mechanismus gedacht war.
Diese Einwände wurden in Reaktionen aus der Forschung deutlich. Niv Mastboim, Mitgründer von QED Science, hält dagegen: „Das Ziel bestand darin, wissenschaftliche Arbeiten allein anhand der Arbeit zu beurteilen, nicht anhand der Zeitschrift oder des Ansehens der Autor: innen“. Außerdem verweist er darauf, dass auch Studien außerhalb des obersten Perzentils „großartige Forschung“ darstellen können und dass man so Arbeiten finden könnte, die zwar methodisch stark sind, aber weniger Aufmerksamkeit bekommen haben. Parallel dazu kritisieren andere Forschende die methodische Nachvollziehbarkeit. Der Medizinprofessor Ran Blekhman bemängelt in einem Blogbeitrag: „Das Unternehmen beschreibt eine Multi-Agent-KI-Architektur, doch die tatsächliche Implementierung steht weder zur Einsicht noch zur Nachbildung oder Kritik zur Verfügung“. Auch der Biowissenschaftler Sina Booeshaghi kritisiert, dass die Vergleichsstudien unzulänglich seien, weil QED Science den QED Score mit Fachzeitschriften-Rankings in Beziehung setzt, aber zugleich behauptet, dieses Ranking sei dafür nicht aussagekräftig genug. Darüber hinaus wird angeführt, dass die behauptete Wirkung der Anonymisierung möglicherweise nicht vollständig durchgreift, etwa wenn sich ein struktureller Bias bei der regionalen Verteilung in den Ergebnissen zeigt.
Damit berührt die Debatte eine Grundsatzfrage, die weit über „The 1 Percent“ hinausgeht: Kann KI Qualität in Wissenschaft zuverlässig prüfen, wenn die Kriterien und Gewichtungen nicht transparent genug offengelegt sind? Bei großen Sprachmodellen ist das Problem bekannt, weil „Evaluation“ dort oft wie eine Black Box wirkt, auch wenn intern nachvollziehbare Schritte existieren. Gleichzeitig ist die Peer-Review-Krise real: Nicht jede Veröffentlichung braucht eine Jahre lange menschliche Vollbegutachtung, wenn es um erste Plausibilitätschecks oder die Suche nach offensichtlichen Inkonsistenzen geht. In diesem Sinn sehen viele Unterstützer weniger eine Ersetzung als eine Ergänzung: KI kann zeitaufwendige Aufgaben vorverdichten und Expert: innen entlasten. Doch die Verantwortung und die finale Bewertung bleiben aus ihrer Sicht beim Menschen – gerade weil Wissenschaft nicht nur korrekte Zahlen, sondern auch Kontext, interpretierbare Evidenz und saubere Grenzen der Aussage umfasst.
Für die Unternehmens- und Forschungslandschaft ergibt sich daraus ein praktischer Handlungsraum: Wer KI-gestützte Validierung einsetzt, sollte sie als Pipeline-Baustein betrachten, nicht als Ersatz für wissenschaftliche Urteilskraft. Entscheidend ist dabei, wie ein System Messungen operationalisiert, wie es Referenzkorpora definiert und wie robust die Bewertung gegenüber Datenverschiebungen bleibt. „The 1 Percent“ zeigt dabei zweierlei gleichzeitig: Zum einen, dass KI-gestützte Analysen auf strukturierte Fragestellungen trainiert werden können. Zum anderen, dass Transparenz, Nachvollziehbarkeit und die Vermeidung von Fehlinterpretationen durch einzelne Scores darüber entscheiden, ob solche Tools Vertrauen schaffen – oder eine neue Form der „Metrik-Illusion“ erzeugen.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "KI „The 1 Percent“: QED Science kürt Studien – Forscher kritisieren fehlende Transparenz" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "KI „The 1 Percent“: QED Science kürt Studien – Forscher kritisieren fehlende Transparenz" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »KI „The 1 Percent“: QED Science kürt Studien – Forscher kritisieren fehlende Transparenz« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!