LONDON (IT BOLTWISE) – XRP testet nach deutlichem Rücksetzer erneut eine zentrale Unterstützung nahe 1,40 US-Dollar. Ein erfahrener Trader sieht darin eine mögliche „Major Bottom“-Bildung, betont aber, dass ein bestätigter neuer Bullenlauf noch aussteht. Für mehr Sicherheit fordert er Haltebereiche über 1,20 bis 1,30 und einen Ausbruch über 1,70. Auf der On-Chain-Seite stützt ein großes gehandeltes Volumen zwischen 1,35 und 1,38 die These – zugleich bleibt das Risiko unter 0,94 bestehen.

XRP steht aktuell im Fokus von Charttechnikern, weil das Asset nach einer steilen Aufwärtsphase in eine Korrektur geraten ist und nun an einer Zone reagiert, die Trader seit Tagen eng beobachten. Laut der Meldung handelt die Kryptowährung wieder um die Marke von 1,40 US-Dollar, nachdem sie zuvor etwa die Hälfte der bisherigen Kursgewinne abgegeben hatte. Der entscheidende Punkt ist dabei weniger die Tagesbewegung als die Frage, ob der jüngste Rückgang bereits als „A-B-C“-Korrektur abgeschlossen ist oder ob es sich nur um einen temporären Abprall handelt. Genau hier setzt die Einschätzung des erfahrenen Traders Matthew Dixon an: Er ordnet den Chart inzwischen als „substantially more constructive“ ein, spricht jedoch ausdrücklich nicht von einem bestätigten neuen Bullentrend, sondern von einer potenziellen Bodenbildung.
Aus technischer Sicht bedeutet „Major Bottom“ zunächst vor allem eines: Der Markt versucht, den Verkaufsdruck abzufedern, indem er wiederholt Kaufinteressen an einer bestimmten Preisspanne bündelt. Dixon verweist dabei auf den Abstieg von rund 3,65 US-Dollar und darauf, dass die Abfolge bis in den unteren Bereich wie eine beendete A-B-C-Korrektur wirken könnte. Als zusätzliche Indizien nennt er den Schritt in die Supportzone um 1,00 US-Dollar sowie einen starken wöchentlichen Rebound. Solche wöchentlichen Rebounds sind für viele systematische Trader deshalb relevant, weil sie die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass der Markt nicht nur intraday „short-covering“ spielt, sondern tatsächlich eine neue Angebots-Nachfrage-Balance sucht.
Damit die Boden-These in einen bullischeren Modus kippt, nennt Dixon klare Trigger: XRP müsse über 1,20 bis 1,30 halten und anschließend über 1,70 ausbrechen. Eine darüberliegende Stufe bei 2,00 würde aus seiner Sicht deutlich stärkere Evidenz liefern, dass der größere Aufwärtstrend wieder aufgenommen werden kann. Gleichzeitig zeigt er die typischen Risiken solcher Setups auf: Gerade nach schnellen Erholungen kann es sich um einen „oversold bounce“ handeln, also um eine Gegenbewegung aus überverkauften Zuständen, die später wieder in einen größeren Abwärtsschub übergehen kann. Sollte XRP im Bereich zwischen 1,55 und 1,70 nachgeben und erneut drehen, wäre laut Darstellung auch ein Rücktest der Zone um 0,94 möglich – ein Szenario, das viele Trader als „Invalidierung“ des kurzfristigen Bodenversuchs interpretieren würden.
Neben der klassischen Chartperspektive stützt die Meldung die Unterstützung auch über On-Chain-Daten, und genau dieser Mix aus Preisstruktur und Marktmechanik ist für das Timing oft entscheidend. Der On-Chain-Analyst Ali Martinez hebt hervor, dass rund 3,2 Milliarden XRP zwischen 1,35 und 1,38 gehandelt wurden. Diese Häufung an Transaktionsvolumen wirkt in der Praxis häufig wie ein „Demand Zone“-Mechanismus: Wenn dort zuvor viel Umsatz entstanden ist, liegen häufig auch viele Kaufinteressen und Kostenbasen der Marktteilnehmer nahe beieinander. Bleibt diese Zone intakt, entsteht zumindest die Chance, dass der Markt beim nächsten Anlauf zunächst wieder Käufer findet. Die gleiche Logik wird anschließend auch für Widerstände genutzt: Als nächstes Ziel nennt die Darstellung bei 1,60 eine Zone, in der etwa 1,99 Milliarden XRP umgesetzt wurden. Weitere Marken folgen bei 1,68 (mit etwa 1,98 Milliarden XRP) und 1,86 (mit rund 3,47 Milliarden XRP).
Für die operative Einordnung ist zudem wichtig, wie eng das aktuelle Preisband beschrieben wird: XRP bewege sich zwischen Support bei 1,35 bis 1,38 und Widerstand bei 1,70 bis 1,86. Solche Spannen sind mehr als nur „Levels“; sie beeinflussen auch das Verhalten von Liquiditätsanbietern und Short-Positionen. In der Praxis bedeutet das: Ein Ausbruch über 1,86 würde laut Darstellung den Weg öffnen bis 2,19, wo zuvor erneut ein großes gehandeltes Volumen von etwa 3,12 Milliarden XRP verzeichnet wurde. Umgekehrt könnte ein Scheitern der Käuferseite das Momentum schnell drehen. Die Meldung nennt als Risiko-Linie ein Unterschreiten von 0,94, und hier wird der Zeithorizont noch einmal verschoben: Schon ein wöchentlicher Close unter 0,94 würde das bullische Setup schwächen und in der Folge Anschlussrückgänge Richtung 0,75 sowie darunter 0,55 bis 0,60 wahrscheinlicher machen.
Für Unternehmen und Entwickler, die XRP-bedingte Marktbewegungen indirekt berühren – etwa über Zahlungs- oder Treasury-Strategien in Krypto-nahen Produkten – ergibt sich daraus eine nüchterne Lehre: Die Marktstruktur wirkt zwar „konstruktiver“, die Bestätigung lässt aber auf sich warten. Solche Phasen sind häufig volatil, weil sich verschiedene Gruppen gleichzeitig neu positionieren: Käufer versuchen, die Demand Zone zu verteidigen, während andere abwarten, ob der Breakout wirklich bestätigt wird. In der Breite des Krypto-Markts gelten ähnliche Mechanismen bei vielen Liquid-Assets, auch wenn die konkreten Level je Coin variieren. Entscheidend bleibt dabei das Zusammenspiel aus Chartbestätigung (z. B. Halt über 1,20 bis 1,30 und Ausbruch über 1,70) und Marktmechanik (z. B. ob das zuvor hohe On-Chain-Volumen zwischen 1,35 und 1,38 als echte Unterstützung wirkt oder nur als kurzfristiger Stop-Point.
Unterm Strich zeigt die aktuelle Lage, warum „Timing“ im Krypto-Handel oft weniger von einzelnen Prognosen abhängt, sondern von klaren Kriterien für Bestätigung oder Scheitern. Dixon formuliert diese Kriterien vergleichsweise direkt, und die On-Chain-Zahlen von Ali Martinez liefern dafür eine zusätzliche empirische Schicht. Trotzdem bleibt der Kern unverändert: Solange XRP nicht über die definierten Widerstände ausbricht, kann die Erholung jederzeit wieder zu einer Bärenfalle werden. Für die nächsten Handelssitzungen dürfte deshalb vor allem spannend sein, ob sich der Kurs in der Zone um 1,35 bis 1,38 stabilisiert und ob die Bewegung über 1,55 bis 1,70 tatsächlich in Richtung 1,86 durchschlägt. Genau dort entscheidet sich, ob aus einer potenziellen Bodenbildung ein bestätigter Neubeginn werden kann oder ob der Markt doch noch einmal tiefer nach Angebot sucht.
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