MAINZ / LONDON (IT BOLTWISE) – Die LBBW Immobilien hat im Mainzer Zollhafen das Richtfest für das Wohnbauprojekt Rivage gefeiert. Geplant sind insgesamt 72 Eigentumswohnungen auf rund 6.200 Quadratmetern, darunter drei Stadthäuser. Die Übergabe der ersten Einheiten soll Mitte 2027 erfolgen. Das Ensemble verbindet eine direkte Lage am Hafenbecken mit nachhaltigen Bau- und Energiekonzepten wie Fernwärme, Photovoltaik und dem Ziel einer DGNB-Zertifizierung in Gold.

Im Mainzer Zollhafen ist der nächste Takt im Quartiersausbau erreicht: Mit dem Richtfest für das Wohnprojekt Rivage markiert die LBBW Immobilien den Fortschritt der Rohbauarbeiten und schafft damit sichtbare Planungssicherheit für spätere Ausbauschritte. Bei der Veranstaltung waren unter anderem Nino Haase, Oberbürgermeister von Mainz, sowie Vertreter der Bauherrin LBBW Immobilien, des Generalunternehmers Nesseler Bau und künftige Eigentümer anwesend. Solche Meilensteine sind im Wohnungsbau mehr als symbolische Termine, weil sie typischerweise die Schnittstellen zwischen Rohbau, Haustechnik und Ausbau konsolidieren und damit Risiken aus Terminverschiebungen in nachgelagerten Gewerken reduzieren.
Das Projekt Rivage sieht insgesamt 72 hochwertige Eigentumswohnungen vor, ergänzt um drei Stadthäuser. Die geplante Gesamt-Wohnfläche beläuft sich den Angaben zufolge auf rund 6.200 Quadratmeter, aufgeteilt auf mehrere Wohnformate, die vom klassischen Apartment bis zum stadthausähnlichen Grundriss reichen sollen. Diese Mischung ist für den Standort besonders relevant, weil sie den Charakter des Quartiers am Wasser in unterschiedliche Lebensphasen übersetzen kann: Während kompaktere Einheiten häufig für urbane Lebensmodelle attraktiv sind, können Stadthäuser den Anspruch an mehr Fläche und zugleich eine klar erkennbare städtebauliche Kante erfüllen. Für den Projektfortschritt ist außerdem entscheidend, dass die Übergabe der ersten Wohneinheiten für Mitte 2027 vorgesehen ist – ein Zeitfenster, das den weiteren Ausbauplan eng mit den Lieferketten für Ausbaugewerke, Fenstersysteme und Haustechnik koppelt.
Architektonisch setzt Rivage auf eine klare Antwort auf die Standortgegebenheiten des Zollhafens: Die Wohnungen liegen direkt am Hafenbecken, dazu kommen umlaufende Grachten sowie großzügige Außenbereiche. Zum Nutzungskonzept gehören Terrassen, Loggien, Balkone und Dachterrassen; genau diese Verzahnung von Innenraum und Außenraum dürfte die wahrgenommene Wohnqualität besonders prägen, weil sie Tageslicht, Aussicht und Aufenthaltsmöglichkeiten im Alltag sichtbar macht. Begrünte Freifl ächen tragen laut Konzept zudem zur Steigerung der Aufenthaltsqualität bei und sollen ein angenehmeres Mikroklima im Quartier fördern. Technisch bedeutet das in der Praxis meist mehr als “Begrünung”: Es braucht durchdachte Entwässerungskonzepte, Schichtaufbauten mit Blick auf Tragfähigkeit und Wartungszugänge, und auch die Frage, wie die Vegetationsflächen mit den Bauwerksabdichtungen zusammenarbeiten, entscheidet über den Betrieb späterer Außenanlagen.
Der Entwurf stammt von Zanderroth Architekten aus Berlin und ordnet das Projekt in eine städtebauliche Weiterentwicklung des Mainzer Zollhafens ein. Der Standort wird in der Projektkommunikation als signifikanter Bestandteil der Quartiersentwicklung beschrieben, in der moderne Architektur mit nachhaltigen Bauprinzipien kombiniert werden soll. In einem schriftlichen Grußwort betonte Oberbürgermeister Nino Haase die Notwendigkeit neuen Wohnraums in Mainz, gestützt durch aktuelle Wohnungsmarktberichte. Gleichzeitig wird der Zollhafen als Beispiel dafür gerahmt, wie Wachstum, Lebensqualität und die Transformation eines historischen Hafenareals zusammengeführt werden können. Für die lokale Entwicklung ist das nicht nur eine Frage der Gebäudehöhe oder Gestaltung, sondern vor allem eine logistische: Sobald mehrere Baufelder gleichzeitig laufen, entsteht ein Takt, der Wegeführung, Erschließung, Baustellenlogistik und später die Verkehrs- und Versorgungsinfrastruktur im Quartier aufeinander abstimmt.
Bei Nachhaltigkeit und Energieversorgung setzt Rivage auf ein Bündel konkreter Maßnahmen, das in der Projektdarstellung mit klaren Zielmarken verknüpft wird. Für die Immobilie ist die DGNB-Zertifizierung in Gold vorgesehen, außerdem soll die Energieversorgung über einen Fernwärmeanschluss laufen und durch eine großflächige Photovoltaikanlage ergänzt werden. Die Anforderungen der EU-Taxonomie werden den Angaben zufolge ebenfalls erfüllt, realisiert werden soll das Vorhaben nach KfW-55-Standards. Gerade die Kombination aus Fernwärme und PV ist dabei ein typischer Hebel, um die Energiebilanz im Betrieb zu verbessern, ohne aufwendige lokale Wärmeerzeugung für jede Wohneinheit allein aus den Gebäudeflächendaten heraus zu konstruieren. In der Bauausführung heißt das dann: Schnittstellen zwischen Wärmeübergabestation, Mess- und Regeltechnik, Lastmanagement und dem elektrischen System müssen sehr früh geplant werden, damit später keine Nachrüstungen an Leitungswegen oder Anschlusspunkten notwendig werden.
Auch im Marktumfeld wird das Projekt Rivage als weiterer Baustein eines bereits laufenden Quartiersansatzes eingeordnet. Die LBBW Immobilien begleitet die Entwicklung des Mainzer Zollhafens seit vielen Jahren; nach Projekten wie Dock1Mainz und Rheinkontor sollen mit Marina A, Marina B und eben Rivage weitere wesentliche Bestandteile für das neue Stadtquartier am Wasser entstehen. Dass Karl Arnolds, Vorsitzender der Geschäftsführung der Nesseler Bau GmbH, das Richtfest als wichtigen Meilenstein beschreibt, unterstreicht zudem den operativen Fokus: Das Zusammenspiel vieler Gewerke müsse in der nächsten Bauphase fortgesetzt werden, damit die Fertigstellung wie geplant gelingt. Marco Knopp, Sprecher der Geschäftsführung der LBBW Immobilien, stellte dabei den Anspruch heraus, Orte mit hoher Lebensqualität zu schaffen und ein Gebäude in ein Zuhause zu verwandeln. Für Käufer und Investoren ist diese Perspektive deshalb relevant, weil sie den Sprung von der technischen Machbarkeit zur langfristigen Nutzbarkeit meint – und genau an Schnittstellen wie Schallschutz, Wärmeschutz, Oberflächenqualität und Außenraum-Handling entscheidet sich im Wohnbau oft, ob aus einem Projekt ein belastbares Produkt wird, das auch nach Jahren zur Zufriedenheit beiträgt.
Für die nächsten Monate dürfte es vor allem darum gehen, den Rhythmus nach dem Richtfest stabil zu halten. Der Rohbau ist typischerweise der Teil des Projekts, bei dem Toleranzen und Lagegenauigkeit sichtbar werden; danach verschiebt sich der Schwerpunkt auf Ausbaugewerke, Elektro- und Sanitärplanung sowie die abschließende Integration der energetischen Ziele. In einem Quartier mit mehreren parallel laufenden Teilprojekten – wie es am Zollhafen in Mainz bereits angelegt ist – entscheidet die Abstimmung zwischen Bauabschnitten auch über die spätere Miet- und Verkaufstaktung, weil Materialien, Baugruppen und Handwerkerkapazitäten nicht beliebig skalieren. Bis zur Übergabe der ersten Einheiten Mitte 2027 bleibt deshalb ein enger Zeit- und Abnahmeplan maßgeblich; Rivage zeigt dabei exemplarisch, wie sich Wohnbau heute gleichzeitig als Architekturaufgabe, als Energieprojekt und als Organisationsleistung versteht.
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